Schlagwort: Komplexität

Schluss mit Gründen: Sanierungskonzept für Deutschland

Eine betriebswirtschaftliche Betrachtung der Situation in Deutschland, offene Fragen und Ideen für Lösungen.

Vier Feinde

Deutschland im Herbst 2026. Beginnen wir mit einem Bonmot. Was sind die vier Feinde der Reformen? Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die etwas gereifteren Semester unter uns erinnern sich. Das war einer der Schenkelklopfer in der DDR. Die Frage bezog sich damals auf die vier Feinde des Sozialismus.

Wir Unternehmensberater werden immer gerufen, wenn die Hütte brennt, warum auch sonst. Und wir beginnen immer mit der Analyse der Situation. Die Begleitmusik der Auftraggeber ist häufig das Aufzählen der Gründe, warum die Situation so fatal ist. Doch jede Situation entsteht immer als Ergebnis eigenen Handelns.

Das gefährliche an vorgetragenen Gründen ist der mitschwingende Querverweis auf die eigene Unschuld an der Situation oder eine willkürliche Verengung der Perspektive, in der sich die berichtende Person in ein für sie möglichst vorteilhaftes Licht rückt. Lassen wir im Folgenden die Gründe weg und konzentrieren wir uns auf Tatsachen.

Tatsachen

Jede Sanierung beginnt immer mit einer sachbezogenen Analyse der Situation. Es geht darum, den Stand der Dinge als Tatsache anzuerkennen und diese Tatsachen klar zu benennen. Bezogen auf die Situation in Deutschland im Herbst 2026 sind auszugsweise genannt:

  • die schlechten Beziehungen zu den USA mit den damit verbundenen schlechten Handelsbeziehungen
  • die nicht geführten Gespräche mit Russland verbunden mit dem Abbruch langjähriger Beziehungen
  • der seit über vier Jahren tobende Krieg in der Ukraine mit mittlerweile weit über einer Million toten Soldaten und Zivilisten, ganz zu schweigen von dem materiellen Schaden
  • die ausufernde Inflation, die viele Bürger Deutschlands an den Rand einer prekären finanziellen Situation zwingt
  • eine seit 2018 stagnierende und nicht in Schwung kommende Wirtschaft, die unter den allseits benannten Problemen leidet – unter anderem Bürokratie, Energie, Fachkräfte
  • das desaströse Bildungsniveau der Schüler in allgemeinbildenden Schulen mit bedenklichen Schwächen in Lesen, Schreiben, Rechnen
  • die zunehmende gesellschaftliche Spaltung entlang der politischen Polarisierung hin zu neuen linken und rechten Mehrheiten abseits der klassischen Mitte
  • der unaufhaltsame Zerfall der Infrastruktur – Bahn, Straßen, Brücken, Wohnungsbau – der mit Geld allein nicht behoben werden kann
  • die weitgehend gescheiterte Migrationspolitik, die zu enormen gesellschaftlichen Spannungen führt und Kosten verursacht, über die niemand spricht
  • der gescheiterte deutsche Sonderweg der grünen Energie aus Wasser, Wind und Sonne, der weder eine verlässliche Energieproduktion gewährleistet noch günstig ist
  • überbordende Steuern und Abgaben für die Bürger ohne erkennbare Gegenleistung bei einer Staatsquote von über 50 Prozent und gleichzeitigen Rekordeinnahmen des Staates
  • ein wirr gewirkter Flickenteppich an Digitalisierung in Behörden und Verwaltungen mit unzähligen losen Enden und überschaubarem Nutzen für die Bürger
  • die Entscheidung für eine historisch zu nennende Rekordverschuldung durch das abgewählte Parlament am 28. November 2025

Jeder weiß, diese Liste lässt sich problemlos fortsetzen. Die genannten Punkte dienen nur der Illustration der Situation in Deutschland. Zu all den voranstehenden Beispielen will niemand Gründe als Antwort hören. Wir Betriebswirtschaftler wissen: Wer etwas nicht will, findet Gründe. Wer etwas will, findet Lösungen. Darum geht es bei jeder Situation, die man als unangenehm empfindet und diese verbessern will; am besten dauerhaft mit gleichzeitiger Eliminierung der Ursachen, die in diese Situation geführt haben. Lösungen brauchen Verantwortliche und Verantwortung.

Vernunft

Wir Unternehmensberater sind aufgerufen, nach der Analyse der Situation Lösungswege zu entwickeln. Die als fatal empfundene Situation soll so rasch als möglich beendet werden. Es braucht Entwicklungspfade für neues Handeln. Es braucht Mut, Tatkraft, Geschlossenheit und Expertise der handelnden Akteure. Es braucht das Vertrauen der Betroffenen, dass die zeitlich begrenzten, unvermeidlichen, schmerzhaften Maßnahmen wirken. Auf Deutschland bezogen: es braucht die klare Benennung der Situation. Es braucht eine gute Idee von Zukunft. Es braucht Politiker mit Expertise. Es braucht ein Volk, dass all dem Vertrauen schenkt und den Weg mitgeht. Und es braucht Vernunft.

Das furchtbare ist, die Vernunft verschwindet in dem Maße, wie die Kritik an ihr eingeschränkt, tabuisiert, in enge Bahnen gezurrt wird. In einfacher Sprache: ohne Kritik wird man dümmer. Der Möglichkeitsraum für bessere Lösungen löst sich auf. Weitere Einschränkungen der Kritik sind zwingend geboten, um das bisherige System zu stabilisieren. Und so beginnt sich die Spirale des Niedergangs munter abwärts zu drehen. Anbei nur zwei diesen Zusammenhang  illustrierende Mantren der letzten Jahre: „Unite behind the science – Vereint euch hinter der Wissenschaft“ und „Alternativlos“. Wissenschaft ist kein Glaubensbekenntnis und Alternativen gibt es immer.

Wirklichkeit

Das Leben findet immer innerhalb von Tatsachen statt: an der Tankstelle, beim Einkaufen, beim Blick auf die Gehaltsabrechnung, bei den Nebenkosten des Wohnens, beim Italiener um die Ecke, beim Hausarzt, in der Autowerkstatt, im ICE nach Hamburg, in der S-Bahn in Berlin, auf dem Schulhof, im Freibad … diese Tatsachen formen die Wirklichkeit. In dieser Wirklichkeit empfinden viele Bürger ihr Leben in Deutschland nicht mehr als gut. Die Wahrheitserzählung steht dem entgegen. Das Motto, „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“ kontrastiert doch erheblich mit der empfundenen Lebenswirklichkeit.

Angenommen, wir sind mit der Situation nicht zufrieden, wir würden diese gar als Desaster bezeichnen, dann würde sich daraus ein Handlungsauftrag ableiten, diese Situation zu heilen und zu verbessern. Nur als Beispiel: Wenn der Krieg in der Ukraine seit über vier Jahren tobt mit unzähligen Toten, grauenhaften Verbrechen und unfasslichen Zerstörungen und die bisherige Strategie hat keinerlei Wirkung erzeugt im Sinne von Frieden oder mindestens einem Waffenstillstand, dann ist diese Strategie falsch. Die bisherige Strategie der Unterstützung der Ukraine ist vollständig gescheitert. Wie viele Tote mehr ist man bereit zu akzeptieren, bis man die Strategie überdenkt und endlich aktiv eine Friedensmission vorantreibt?

Gründe

Jetzt kommen die Gründe ins Spiel, diese sind schnell aufgezählt: Donald Trump ist verrückt. Wladimir Putin ist böse. Der Krieg der USA mit dem Iran verteuert die Energie. Die Ukraine (früher Afghanistan) verteidigt unsere Freiheit. Wir sind Teil der EU – die Europäische Union handelt multilateral. Das Mobiltelefon zerfetzt die Gehirne unserer Kinder. Der demografische Wandel ist für die Schieflage der Pflege verantwortlich. Social-Media verführt die Menschen ideologisch. Der Klimawandel ist unaufhaltsam. Die KI frisst die Arbeitsplätze. Die Rohstoffe aus China sind teuer, deren Produkte billig und zunehmend besser als unsere.

Gründe brauchen Schuldige, zum Beispiel Donald T. und Wladimir P.. Schuldig sind auch die Bürger, die massenweise zu Extremisten mutieren und von der SPD zur AfD wandern. Die Erzählung will es, dass sich im Gewand einer straff konservativen Partei die NSDAP verbirgt – die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die AfD mag vieles sein, aber sie ist garantiert nicht sozialistisch. Unter Umständen ist die AfD in Teilen etatistisch, doch das ist ein anderes Thema.

Wer etwas nicht will, findet Gründe. Wer etwas will, findet Lösungen. Darum geht es bei jeder Situation, die man als unangenehm empfindet und diese verbessern will; am besten dauerhaft mit gleichzeitiger Eliminierung der Ursachen, die in diese Situation geführt haben. Lösungen brauchen Verantwortliche und Verantwortung.

Komplexität

Situationen sind meist menschengemacht – ausgenommen Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge und Tsunamis. Jede Situation entwickelt eine exponentielle Eigendynamik – zum Beispiel ein Feuer im trockenen Sommerwald – wenn dieses nicht frühzeitig bekämpft, eingedämmt und gelöscht wird. Brennt ein ganzer Landstrich, wird die Situation komplex, weil neue Faktoren hinzutreten. Jetzt muss auch die Evakuierung von Menschen gemanagt werden, die Einsatzkräfte müssen koordiniert werden, ausländische Hilfe muss angefordert werden.

Komplexität als Folge menschengemachter Situationen entsteht aus unterkomplexem Verhalten. Sei es, dass man zu spät, zu zaghaft, nicht oder falsch agiert. Das liegt meist an der Unterkomplexität der Akteure. Und es liegt an der Begleitmusik. In unserem Fall zum Beispiel der öffentliche Rundfunk, der die Situation in Deutschland verzerrt, unvollständig oder gar nicht berichtet, immer die gleichen Experten fragt und die Perspektiven einengt. Wer sein Okular nur nach links richtet, sieht nur links.

Links

Wer nur ein Wörterbuch mit linken Perspektiven aufschlägt, findet immer die gleichen Worte wie Enteignung, Vergesellschaftung, ACAB, Diskriminierung, Extremismus, muslimischer Rassismus, toxische Männlichkeit, from the river to the sea, Postkolonialismus, Wokeness, Gendergerechtigkeit, Ausbeutung, alter weißer Mann, leichte Sprache, LGTBQ+beliebig hinzuzufügende Großbuchstaben und ganz frisch aus der Druckerpresse: antifaschistische Wirtschaftspolitik. Diese Wortschöpfung erinnert mich an die betriebswirtschaftliche Fachliteratur der DDR mit ihrem Standardwerk: Sozialistische Betriebswirtschaft. Wie wäre es, noch tiefer in der Mottenkiste zu grabbeln und das Buch „Die Erziehung zum sozialistischen Menschen am Beispiel der DDR“ neu zu entdecken?

Begleitmusik

Die Partitur der Begleitmusik enthält Anweisungen für die Akteure. Sie lauten Haltung, Brandmauer, „mit denen rede ich nicht“, „Nazi“ (ohne die Wortergänzung „ionalsozialist“), Unsere Demokratie und jetzt neu: Vulgärdemokratie. Als gäbe es eine übergeordnete, erhabene Demokratie mit der Pflicht zur Verteidigung der wahren Demokratie, die nicht zwingend die Wahlentscheidung der relativen Mehrheit des Volkes respektieren muss. In den Generalpausen schlummern die Tabus – das nicht Sagbare – zum Beispiel aus der Religion entspringende kulturelle Gepflogenheiten und Denkmuster von zugezogenen Neubürgern, die dem Umgang mit Frauen oder mit Juden dem gesellschaftlichen Miteinander zumindest eine fragwürdige, zumeist eine jenseits unserer im Grundgesetz verankerten Würde des Menschen wohnende Buntheit hinzufügen.

Versagen

Kurz gesagt: die seit 2015 handelnden Akteure im Bund, namentlich die Politiker aus CDU, CSU, SPD, GRÜNE und FDP haben vom Ergebnis ihres Handelns her in jedem Politikfeld nahezu vollständig versagt. Der Beweis des Versagens sei auszugsweise an den oben genannten Punkt geführt.

Deutschland hat die USA unter Donald Trump als Freund und Partner verloren. Es wäre ein leichtes gewesen, mit ihm und vielen deutschstämmigen und Deutschland freundschaftlich verbundenen Amerikanern mit Macht und Einfluss – zum Beispiel Peter Thiel und Alex Karp – eine herausragend profitable Beziehung für beide Seiten zu entwickeln.

Deutschland hat jeden Kontakt zu Wladimir Putin abgebrochen in dem Wissen, dass nach dem Krieg in der Ukraine der Frieden in Europa nur mit Russland gelingen kann. Wie oft hat unser Bundeskanzler F.M. persönlich mit W.P. gesprochen? Exakt Null mal. Für Deutschland als mürbe Mittelmacht muss gelten: Es geht um Interessen, nicht um Moral. Es geht um Machbarkeit und Vernunft. Es geht um die Sicherung von Ressourcen und geopolitischer Stabilität für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Fragen

Wann endlich werden die Steuern und Abgaben auf Benzin, Diesel und Lebensmittel drastisch gesenkt? Es wäre auch ein guter Einstieg in eine dringend notwendige Fastenkur des Staates. Wer heilfastet, weiß: es beginnt immer mit einem Einlauf. In der Betriebswirtschaft gilt das Prinzip „Führen durch Vorbild“. In diesem Sinne möge der Staat mit dem Sparen bei sich selbst anfangen.

Wann endlich verlassen wir das Ende der globalen Nahrungskette als Konsumenten von Billigprodukten und beleben das deutsche Erfolgsmodell mit der Mischung aus qualifizierten Arbeitskräften (Handwerker, Facharbeiter, Ingenieure), wertschöpfendem Mittelstand und weltweit begehrten Sehnsuchtsprodukten wieder? Wenn die tragenden Säulen – Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie, exportorientiertes Handwerk – schrumpfen oder durch Insolvenzen wegbrechen, kann dieser Verlust unmöglich dadurch ausgeglichen werden, dass in Deutschland Pakete mit importierter Ware an die Haustür geliefert werden.

Wann schaffen wir in Deutschland einen eigenen intellektuellen und technologischen Backbone für die KI? Deutschland ist im Digitalbereich zu 90 Prozent von den USA abhängig. Wenn uns die USA den KI-Hahn zudrehen, dann schauen wir mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Deutschland hat keine Chips wie Nvidia, AMD oder Intel. Deutschland hat keine Cloud wie Microsoft (Azure), Amazon (AWS) oder die Google Cloud. Deutschland arbeitet im KI-Bereich mit einem geliehenen Gehirn, zum Beispiel mit OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini) oder Anthropic (Claude). Hier wäre staatliches Risikokapital in der Tat sinnvoll eingesetzt.

Wann endlich endet die desaströse Bildungspolitik? Wann begreifen und benennen wir die Ursachen der Bildungskatastrophe? Zum Beispiel der Verzicht auf Leistung und den Stolz auf Erfolg. Die Vermischung von Bildungsauftrag und Erziehungsanspruch. Die Bereicherung der Schülerschaft mit der deutschen Sprache unkundigen Schülern. Der Vermittlung von Wissen und Können als etwas Begehrenswertes. Der Lust an Anstrengung und dem Meistern von Herausforderungen.

Wann endlich verlassen wir das Paradigma „Unserer Demokratie“ und beenden die Dämonisierung zum Beispiel der AfD? Das neue Motto könnte lauten: „Entzaubern durch operative Verantwortung“. Dieser zutiefst rationale, staatspolitische Ansatz, zum Beispiel die in Skandinavien seit Jahrzehnten erfolgreich praktizierten Minderheitsregierungen, mag uns als Vorbild dienen. Dafür braucht es den Mut der politischen Akteure, demokratisch gewählte Parteien in die konstruktive Arbeit einzubinden und sie in die Realität zu zwingen – oder selbst neue Realitäten anzuerkennen.

Tatsache ist: das bisherige Handeln der politischen Akteure führte ja eher zu suboptimalen Ergebnissen. Wie wäre es mit Substanz statt Leerformeln? Wie wäre es mit einer an der Sache orientierten Politik einer Minderheitsregierung? Wie wäre es, die jeweils größten Anteile der Wahlentscheidungen so lange aufzuaddieren, bis mehr als 50 Prozent erreicht sind – und diese Parteien koalieren dann miteinander? Wo ist das Zutrauen in die eigene Gestaltungsmacht? Wo ist das Vertrauen in die Bürger?

Wann endlich wird die Infrastruktur in Deutschland saniert – und zwar flott? Häuser, Brücken, Straßen, Bahn, Wohnungen und all das sind gelernte Disziplinen, die weltweit mit hoher Kunstfertigkeit und effizienter Logistik beherrscht werden, warum nicht in Deutschland? Der sogenannte Deutschlandtakt der Deutschen Bahn bis ins Jahr 2070 ist kein Zukunftsprojekt, es ist eine Bankrotterklärung. Wie lange noch werden Schüler in maroden Schulen lernen müssen? Und weiter gefragt: was werden Schüler über Deutschland lernen, wenn sie in maroden Schulen zu Bürgern heranreifen? Werden sie dieses Deutschland als ihr Land in ihr Herz schließen?

Wann endlich beginnt der sachbezogene Diskurs über die erkennbar gescheiterte Migrationspolitik? Sprechen wir endlich ehrlich über Bildung, Kriminalität, Menschenbild, soziale Kosten, finanzielle Lasten, Herkunftskultur. Entwickeln wir endlich eine Strategie für die Integration, die funktioniert.

Wann endlich beginnt der sachbezogene Diskurs über die erkennbar gescheiterte Energiepolitik? Wasser, Wind und Sonne sind super. Atomenergie und Gas auch – zumindest so lange, bis es endlich bessere technologische Lösungen gibt. Damit zusammenhängend ist jede offene Diskussion über Energieunabhängigkeit inklusive dem klugen Einsatz der Energie sehr hilfreich. Energie muss billig, verfügbar und verlässlich sein, sonst ist Schicht mit Deutschland als Industrienation.

Über Sparen zu reden ist wohlfeil, so lange der Staat mit Rekordeinnahmen immer mehr Steuergeld benötigt, um sich selbst zu erhalten. Wann endlich beginnt der Staat, substanziell zu sparen? Damit verbunden entstünde die Chance, die Bürger und Unternehmen wieder in Freiheit zu entlassen.

Digitalisierung ist nicht schwer, frage den Ingenieur. Oder fragen wir das befreundete Ausland und lernen von den Besten. Im Geiste Humboldts könnte Deutschland lernen von Dänemark, Finnland, Schweden. Von den Niederlanden, Estland und Lettland – von  kleinen und großen Ländern. Was bitte ist daran so schwer, von den Besten zu lernen und dieses Wissen in die Tat umzusetzen?

Gedankenspiel

Angenommen, Deutschland wäre ein als Genossenschaft organisiertes Unternehmen. Das Urprinzip der Genossenschaft kennt jeder: Einer für alle, alle für einen. Dieses Prinzip ist schön. Es vereint Tatkraft, Solidarität, Selbsthilfe, Selbstverwaltung und gemeinsame Verantwortung miteinander. Jedes Mitglied der Genossenschaft hält Anteile an dieser, manche Bürger weniger, manche mehr Anteile. Doch unabhängig von der Einlage gilt: Ein Mitglied, eine Stimme. Das ist auch sehr schön. Jedes Mitglied kann in der Generalversammlung über die zukünftige Strategie der Genossenschaft mitentscheiden. Entschieden wird nach den demokratischen Prinzipien der Mehrheit. In der Generalversammlung wird auch über den Vorstand entschieden, dieser wird regelmäßig entlastet. Das bedeutet: Der Vorstand wird an seinen Taten gemessen.

Die Genossenschaft befindet sich seit Jahren in Schieflage. Der Produktionsbetrieb ächzt. Der Druck des Wettbewerbs wächst. Innovationen sind Mangelware. Die Verwaltung ufert aus. Die Kosten laufen aus dem Ruder. Reparaturen dauern ewig. Die Leistungsfähigkeit sinkt. Die rasch  zunehmende Zahl unzufriedener Mitglieder wird übergangen. Zum Schutz des Status-Quo wird eine Brandmauer errichtet. Die Beziehungen zu den Geschäftspartnern sind schlecht. Viele Leistungsträger kündigen ihre Mitgliedschaft. Neue Mitglieder kommen hinzu, die zwar keine Genossenschaftsanteile kaufen, aber Leistungen der Genossenschaft abrufen. Neue Sprachregelungen der PR-Abteilung erzeugen neuen Unmut. Der Vorstand maßregelt die Mitglieder. Er verliert massiv an Autorität, er verliert das Vertrauen der Mitglieder.

In höchster Not engagiert man einen Unternehmensberater. Er darf sagen was ist. Er darf out-of-the-box denken. Das Ergebnis: Der Vorstand ist unfähig. Er wird nicht entlastet. Der neue Vorstand wird aus den Mitgliedern heraus rekrutiert. Jeder neue Bewerber in den Vorstand muss ein konkretes Zukunftskonzept vorlegen, dass ausschließlich der Genossenschaft und seiner Ursprungsidee dient.

Dysfunktionale Strukturen müssen weg, sofort. Es folgt eine Radikalkur, um das systemische Versagen zu beenden. Die Radikalkur folgt dem Prinzip des „Zero-Base-Budgeting“. Wir setzen die Genossenschaft gedanklich radikal auf null, um den wuchernden bürokratischen Wasserkopf überhaupt wieder steuerbar zu machen. Das Ziel resultiert aus vielen Vergleichsstudien anderer kollabierender Genossenschaften: Mindestens 50 Prozent der Abteilungen und Verwaltung sind überflüssig, sie erwirtschaften keinen Erfolgsbeitrag. Ebenso werden 50 Prozent der innerbetrieblichen Bürokratie abgeschafft.

Jedes Handeln wird an seiner konkreten Wirkung gemessen, mit Kennzahlen, anhand von Benchmarks. Produktivität zählt. Als Fehler erkanntes Handeln wird nicht fortgeführt und als Lernfeld erkannt. Soziale Leistungen werden auf die Mitglieder beschränkt. Damit werden dringend benötigte Mittel frei – Personal und Kapital.

Ein neues Leitbild beschreibt die gemeinsam angestrebte Zukunft in Bezug zum wirtschaftlichen Kerngeschäft unter Einbezug seiner Zukunftspotentiale. Schlüsselpartnerschaften werden aktiv gepflegt. Die Wertschöpfungstiefe wird ausgebaut. Resiliente Strukturen haben Vorrang vor Abhängigkeiten. Der offene, konstruktive Diskurs, jede auf bessere Lösungen hin gerichtete Kritik ist ausdrücklich erwünscht. Sachargumente zählen.


Unsere Expertise für Kommunen

Die nachhaltige Kommune – Gestaltungsmacht nutzen

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Sprechen sie uns gerne an, Ihre

Anja Theßenvitz und Stefan Theßenvitz

Gute Politik bündelt Interessen

Die politische Kommunikation der uns Regierenden gegenüber uns Bürger:innen verändert sich zunehmend hin zu einem infantilen Erklärsprech, der in vielen Menschen das Gefühl verstärkt, wie ein kleines Kind angesprochen und behandelt zu werden. Viele Menschen vermissen den Dialog mit Sachbezug. Scheinbar erzeugt das Volk den Eindruck, der Komplexität unserer Lebenswirklichkeiten nicht mehr gewachsen zu sein.

Mein Lieblingszitat eines grünen Bundestagsabgeordneten nach der Bundestagswahl am 26. September 2021 war: „Die Menschen haben entschieden, von wem sie regiert werden wollen.“ Ich für meinen Teil möchte von niemanden regiert werden. Ich gehe zur Wahl, um Menschen zu wählen, die meine Interessen vertreten. Diese Menschen haben sich in verschiedenen Parteien mit unterschiedlicher Programmatik organisiert, um dort Mehrheiten zu bilden – zur Durchsetzung meiner Interessen – die je nach Mehrheitswillen und -verhältnissen zu vernünftigen, abgewogenen Kompromissen führen.

Gute Kompromisse erkennen wir immer daran, dass es keine Gewinner und Verlierer gibt. Schlechte Kompromisse erkennen wir immer daran, dass ein vermeintlich höherwertiges Gut (Klimaschutz, Weltfrieden, Gerechtigkeit) in seiner unfasslichen Abstraktheit eine aus sich selbst heraus superiore Position einnimmt, die das Aushandeln von konkreten Verbesserungen auf Augenhöhe im offenen Diskurs verunmöglicht. Selbstverständlich sind Klimaschutz, Weltfrieden und Gerechtigkeit erstrebenswerte Ziele, doch diese müssen verkoppelt werden mit einem sachbezogenen Dialog.

Um einige wenige von vielen Beispielen des infantilen Erklärsprech im Zusammenhang mit der Energiewende heranzuziehen, mit deren konkreten Auswirkungen wir Bürger:innen konfrontiert sind: „Atomstrom verstopft die Netze“, „Das Netz ist der Speicher“, „es gibt Batterien, die auf Kobold verzichten können“. Solche Aussagen wirken nicht vertrauensfördernd in einem sachbezogenen Dialog. Diese Liste könnte man fortsetzten, doch belassen wir es bei einem gewummsten Doppelwumms, mit dem man unter einem atmenden Deckel never alone walkt und Schulden in verschattete Sondervermögen verwandelt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Wirksames Management in der rasenden VUKA-Welt

Vorrede

Wir werden häufig gebeten, im Rahmen unserer Vorträge und Beratungen Strömungen, Trends und Entwicklungen aufzuzeigen, die Hinweise darauf geben, in welche Richtung sich Deutschland entwickeln wird. Unsere Auftraggeber verfolgen mit diesen Erkenntnissen ein klares Interesse. Gibt es verlässlich vorhersagbare Entwicklungen, auf deren Grundlage langfristige Investitionen getätigt werden können?

Die klassische Szenariotechnik funktioniert nicht mehr

Die klassische Szenariotechnik arbeitet neben Entwicklungskorridoren und einem sich darin öffnenden und im Zeitablauf stets größer werdenden Zukunftsraum – je weiter weg die Prognose, desto unsicherer deren Eintritt – mit Störgrößen. Diese Störgrößen werden als selten und unwahrscheinlich aber möglich angenommen. Auf dieser Grundlage entstehen dann B-und C-Pläne für den Fall des Falles. Seit einigen Jahren wird die Zukunftsplanung mit der klassischen Szenariotechnik immer schwieriger.

Wir haben in unserer Arbeit die Szenariotechnik weiterentwickelt, um einen substanziellen Erkenntniswert als Grundlage bedeutender unternehmerischer Entscheidungen zu generieren. Auf der Grundlage von Megatrends und der Verortung in unserem Trendradar mit den Segmenten Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Verbraucher gelingen in der Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern gemeinsam erarbeitete Szenarien und die Beschreibung denkbarer Zukünfte. Im Rahmen einer revolvierenden Zielplanung werden die denkbaren Zukünfte regelmäßig angepasst. Hier lesen sie mehr. Zukunft selbstbestimmt gestalten | Trendforschung und Szenarioanalyse

Störgrößen sind die neue Normalität

So nach und nach wird klar, woran das liegt und die Erkenntnis ist so einfach wie weitreichend: die Störgrößen werden häufiger und sie werden wahrscheinlicher. Scharfe Brüche, starke Schwankungen und exponentielle Entwicklungen werden normal. Störgrößen sind die neue Normalität.

Bestätigt wird unsere Wahrnehmung von der ehrwürdigen EFQM – der European Foundation for Quality Management, die seit Jahren eine Fortschreibung ihres EFQM-Modells anstrebt und deren Überlegungen stets von der sich rasch wandelnden Wirklichkeit überholt werden.

Der Wandel aus Sicht der EFQM in Stichpunkten

Die Agilität als Managementprinzip gewinnt an Bedeutung. Agilität umfasst die Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb, die Kommunikation und die Organisation. Zentral geht es um Beschleunigung und ein hohes Tempo: die Anpassungsfähigkeit aller Unternehmensteile, der Kunde mit seinen individuellen Bedürfnissen und dessen sofortige Befriedigung steht im Zentrum. Unterstützt wird das agile Unternehmen durch ein wertschätzendes Miteinander aller Mitarbeiter, denn Hierarchien erzeugen Reibung.

Die Wettbewerbsfähigkeit – die Competitiveness – wird zur zentralen Maxime der Unternehmen. Der durchdachte Entwurf eleganter Lösungen mit langer Haltbarkeit für das Unternehmen weicht der Maxime des unmittelbar erreichbaren Unternehmens-Erfolgs.

Die Gegenwart als Planungshorizont

Es geht in den Unternehmen darum, jenseits unmöglicher werdenden tragfähiger Zukunftsentwürfe mit langlebigen Zielen und Strategien vollständig in der Gegenwart zu denken und aus ihr heraus kurzfristige Erfolge zu realisieren. Das unternehmerische Denken und Handeln ist komplett auf das Jetzt gerichtet.

Spannen wir die Leine der Erkenntnis etwas höher und betrachten wir ein paar Entwicklungen in den letzten Jahren:

  • Der Brexit und die Folgen
  • Russlands Interessenspolitik
  • Trump und das neue Amerika
  • Der Terror als Alltagsphänomen
  • Die Auswanderung aus der dritten Welt
  • Manipulierte Nachrichten und FakeNews
  • Der Abschied der Türkei von der Moderne
  • Die neue politische Landschaft in Deutschland
  • Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank
  • Die Digitalisierung der Lebenswelt und der Arbeitswelt
  • Die Europamüdigkeit und die Sehnsucht nach Autonomie in den Regionen

Gemeinsam ist all diesen Entwicklungen: niemand hatte sie auf dem Schirm, die Anfänge passierten „unterhalb des Radars“ und wurden nicht ernst genommen, die Entwicklungen verliefen exponentiell, sie wurden rasch „normal“ und keiner hat eine Lösung – außer, die neue Wirklichkeit zu akzeptieren und mit ihr zu leben.

Willkommen in der VUKA-Welt

VUKA bedeutet volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Unsere Welt ist volatil – von raschen und starken Schwankungen geprägt. Die nahe Zukunft ist nicht prognostizierbar, die Richtungswechsel erfolgen plötzlich. Das Nichtwissen über die Zusammenhänge – die Komplexität der aufeinander einwirkenden Faktoren und deren Entwicklungsdynamiken – und damit der Risiken wächst und damit wächst die Unsicherheit. Aus allem folgt die Zersplitterung der Wirklichkeit in viele Deutungen. Die Wirklichkeit wird ambivalent.

Neue Antworten auf neue Fragen

Mit den vorstehenden Erkenntnissen kann und darf man sich nicht zufrieden geben. Das größte Problem der Gegenwart entsteht daraus, dass alle bisherigen Planungs-und Steuerungs-Systeme in dem festen Vertrauen auf halbwegs stabile Verhältnisse mit seltenen Störereignissen entwickelt wurden. Nimmt man alte Rezepte, so erhält man alte Antworten – auch auf neue Fragen.

Agilität ist nicht nachhaltig

Wir brauchen also neue Rezepte für neue Antworten auf neue Fragen. Und Agilität allein als Lösung kann es nicht sein. Denn eine beständig schneller laufende Welt frisst alles auf, was lebenswert ist und dem menschlichen Maß entspricht. Und jede Geschwindigkeit erreicht irgendwann ihr Limit. Handeln am Limit ist nicht nachhaltig. Agilität ist nicht nachhaltig. Nachhaltigkeit ist das einzige Wirtschaftsprinzip, das dauerhaft funktioniert.

Betrachten wir die Tatsachen, um gute Lösungen zu finden.

Wirtschaftliche Trends

Die Wirtschaftskraft in Deutschland gründet sich auf hunderttausende mittelständische Betriebe, die ihre Wertschöpfungsvorteile im globalen Wettbewerb durch besser ausgebildete Mitarbeiter, bessere Produkte, eine bessere Infrastruktur, eine stabile Rechtsordnung und eine verlässliche Politik erfolgreich ausspielen.

Die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen fällt im weltweiten Vergleich immer weiter zurück, die öffentliche Infrastruktur erodiert, die Wertschöpfungsvorteile durch die fehlende Digitalisierung entfallen abseits der Boom-Regionen und großen Städte, die Deutschen altern und werden weniger – und damit auch die Arbeitnehmer und die Konsumenten.

Technische Trends

Der größte Wertschöpfungshebel – die Killerapplikation der globalisierten Wirtschaft – ist die digitale Plattformökonomie. Jede funktionierende digitale Wirtschaft speist sich aus vier Quellen: der Möglichkeit, dem Wissen, dem Können und der Haltung.

Deutschland fehlen flächendeckend die Möglichkeiten, allein weil das Netz fehlt. Häufig genug werden in der Provinz leere Rohre verlegt in der Hoffnung, dass irgendwann das schnelle Internet kommt. Die digitale Performance Deutschlands rangiert weltweit auf den hinteren Plätzen, innerhalb Europas performt Deutschland hinter Bulgarien und Rumänien.

Deutschland fehlt das Wissen um die Möglichkeiten der digitalen Plattformökonomie. Es gibt nicht eine ernsthafte Internetlösung, die aus Europa, geschweige denn aus Deutschland kommt. Keine Suchmaschine, keine Social Media Plattform, keine Wissensplattform von Weltformat.

Deutschland fehlt das Können. Während hierzulande leere Rohre in der Pampa versenkt werden, lernen andere Länder täglich dazu und erweitern ihr Wissen und Können. Und wenn in Deutschland endlich die Leitungen liegen, ist der Wissensvorsprung in den anderen Ländern wieder gewachsen.

Deutschland fehlt die Haltung. Die digital-mental Verfasstheit Deutschlands entspricht der von Weißrussland, Österreich, Bosnien-Herzegowina und Moldawien. Probieren Sie es aus und ziehen Sie das gelbe Google-Männchen über die Google-Maps-Ansicht von Europa. Sehen Sie den großen weißen Fleck? Das ist Deutschland. Deutschland ist digital rückständig – vor allem im Kopf. Es sind viele der heute über 50jährigen männlichen Führungskräfte, die für diese Verfasstheit verantwortlich sind.

Gesellschaftliche Trends

Der demographische Wandel ist abseits der knallvollen Großstädte körperlich spürbar. Die Deutschen werden rasch älter und weniger, das Land blutet dreifach aus: weniger Unternehmen, weniger Arbeitnehmer, weniger Wertschöpfung. Die Wertschöpfung konzentriert sich auf die Städte. Dort wachsen den nicht hochqualifizierten Menschen die Lebenshaltungskosten (Eigentum, Miete, Konsumgüter) über den Kopf und auf das Land kann man nicht ausweichen. Die Gründung einer Familie und die Etablierung eines bürgerlichen Lebensentwurfs in stabilen sozialen Netzen werden für viele Menschen immer schwieriger.

Gleichzeitig manifestiert sich in Deutschland mit 20% Anteil am Gesamt eine dauerhaft abgehängte Unterschicht, die in den kommenden Jahren vor allem in den Städten mit den rasch zuwachsenden Migranten, die entgegen den Erwartungen sehr häufig nicht über das notwendige Bildungsniveau für ökonomische und kulturelle Teilhabe verfügen, um staatliche Transferleistungen und Jobs konkurrieren wird (Hartz IV, bezahlbarer Wohnraum, gering qualifizierte Tätigkeiten auf Abruf).

Politische Trends

In den letzten Jahren wurde die politische Landschaft in Deutschland bunter und vielfältiger. Auch die Wählergunst erweist sich als zunehmend sprunghaft und bis zur Schließung der Wahllokale ist der Ausgang einer Wahl kaum kalkulierbar.

Einer der großen Vorteile Deutschlands war die politische Stabilität. Gleich welcher Partei man sich zugeneigt fühlt – die politische Stabilität war der Mutterboden für kontinuierliches Wachstum unter verlässlichen Bedingungen. Es gilt das Gleiche für den Glauben wie die Ökonomie: beides gedeiht nur in ruhigen Gewässern. Paradebeispiele: Bayern und Baden-Württemberg.

Viele Kommunen arbeiten an Konzepten für den atmenden Haushalt. Damit will man sich vorbereiten auf kaum zu prognostizierende Entwicklungen. Das Ziel: man will die Grundsicherung in unsicheren Zeiten sicherstellen. Der Hintergrund dieser Überlegungen: es stehen große Investitionen an.

  • die Infrastruktur – digitale Netze, Schulen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Straßen, bezahlbarer Wohnraum
  • exponentiell zunehmende staatliche Transferleistungen für die Grundsicherung rasch wachsender Bevölkerungsgruppen
  • innere Sicherheit (Frühindikatoren: Frauenschutzzelte, GSG 9 in Berlin)
  • jährlich zu erwartende 200.000 Neubürger (vorsichtig geschätzt)
  • das Projekt Europa incl. stark steigender europäischer Verteidigungsausgaben, die durch den wahrscheinlichen Rückzug Amerikas als Weltpolizei notwendig werden
  • der Erhalt des sozialen Friedens und damit der Stabilität des Gemeinwesens

Lösungen für Unternehmen

Anbei ein paar Antworten für Unternehmen aus unserer Sicht. Antworten, mit denen Sie in rasenden Zeiten einen klaren Kopf bewahren, handlungsfähig bleiben und Ihr Unternehmen dauerhaft stabil weiterentwickeln. Die folgenden Antworten ersetzen nicht eine fundierte Unternehmensanalyse und Beratung, doch sie geben Hinweise auf die Richtung.

  • Planen Sie auf Sicht. Investieren Sie in überschaubaren Größenordnungen und in überschaubare Zeiträume. Niemand kann sich gegen Megatrends stemmen (die VUKA-Welt), sie können nur innerhalb dieser ihren eigenen Weg gehen.
  • Wachsen Sie organisch. Vergessen Sie die großen Skalen. Jedes gesunde Unternehmen wächst aus eigener Kraft, Schritt für Schritt.
  • Specken Sie ab – rasch. Alles Überflüssige muss weg. Bauen Sie Entscheidungsstaus ab, erkennen und beseitigen Sie dysfunktionale Managementsysteme, Schaffen Sie Klarheit, Ordnung und Einfachheit.
  • Achten Sie penibel auf Ihren Erfolgsbeitrag. Jeder Mitarbeiter, jede Stunde ist kostbar. Investieren Sie in Innovationen und investieren Sie in Produktivität.
  • Werden Sie unabhängig von Subventionen jeder Art und bauen Sie Schulden ab. So bleiben Sie beweglicher und Sie können freier denken.
  • Verbreitern Sie systematisch die produktive Basis Ihres Unternehmens. Befähigen Sie Ihre Mitarbeiter dazu, produktiv zu sein. Schaffen Sie Systeme, die Produktivität ermöglichen.
  • Bleiben Sie technisch Up-To-Date und nutzen Sie die Chancen des digitalen Wandels, auf der Produktionsseite ebenso wie auf der Kundenseite – von der digital optimierten Produktion bis zum Online-Shop.
  • Kümmern Sie sich um die Ausbildung Ihrer Mitarbeiter. Nur fachlich solide ausgebildete Mitarbeiter sind produktiv und innovativ.
  • Behalten Sie die Kontrolle über Ihr Unternehmen. Schaffen Sie ein System, das Ihnen klar widerspiegelt, was wo passiert. Und wenn etwas beginnt, schiefzulaufen, dann sehen Sie nach und dann kümmern Sie sich. Sofort.

Sie wollen mehr Antworten? Hier lesen Sie mehr: Die Philosophie der Ökonomie

Herzlich willkommen im Club der klaren Denker und kraftvollen Macher,

Ihr Stefan Theßenvitz