Schlagwort: Region

Nachhaltige Produktion

Das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Produktion umfasst viele Aspekte, die gelingend ineinander greifen müssen. Das Wichtigste am Anfang. Jeder Betrieb will wachsen und jeder Betrieb steht im Wettbewerb.

Entscheidend ist, wie wir Wachstum definieren. Müssen es immer mehr Produkte und Dienstleistungen sein oder können wir immer besser werden? Mehr Qualität, bessere Dienstleistungen, weniger Verschwendung?

Was verstehen wir unter Wettbewerb? Ist der Wettbewerb das simple „Was die anderen auch anbieten“ – das führt zwangsläufig in den Teufelskreis des immer mehr und immer billiger. Oder ist es das intellektuell etwas Kniffligere und deutlich Ertragreichere und Freude bringendere „Was keiner kann außer uns und wofür ausgesuchte Menschen anständig Geld in die Hand nehmen“.

Klar können Sie der Weltmarktführer in der Produktion von Turnschuhen werden. Sie beuten irgendwo in einem Billiglohnland tausende Arbeiter und die Natur aus und werfen eine riesige Marketingmaschine an, damit sich jeder Depp an Ihrem Schund wundshoppen kann.

Oder Sie entscheiden sich für eine qualitätvolle Produktion ausgesuchter Turnschuhe mit einem Klasse Design und finden ausgewählte Zielgruppen, die dafür einen anständigen Preis bezahlen. Ihre Kunden spüren und lieben den Mehrwert. Natürlich werden Sie so niemals Weltmarktführer und beschäftigen vielleicht nur ein paar 100 Menschen. Doch jeder Ihrer Mitarbeiter kann gut davon leben und seine Familie ernähren. Und Ihre Produktionsverfahren sind selbstverständlich umweltschonend und C02-frei.

Die nachhaltige Produktion in Stichpunkten

  • Sie bauen eine möglichst regionale Lieferantenkette auf. Regionale Lieferanten sind durch nichts zu ersetzen und Sie befördern die Wertschöpfung in Ihrer Region.
  • Sie finden und pflegen langfristige Partnerschaften. Damit bauen Sie Vertrauen auf und schaffen über Ihren Betrieb hinaus eine Wertebasis gegründet auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit.
  • Sie entwickeln Produkte mit hoher Reparaturfreundlichkeit. Ihre Produkte sind robust, langlebig und schön. Schönheit ist ein zentrales Prinzip der Nachhaltigkeit.
  • Sie schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und legen größten Wert darauf, dass sich jeder Mitarbeiter weiterentwickelt und sein Wissen mit anderen teilt.
  • Sie bilden aus und geben den jungen Menschen in Ihrer Region die Möglichkeit, bei Ihnen eine fundierte betriebliche Ausbildung zu erhalten – als Lehrling, Praktikant, Werkstudent oder Training-On-the-Job.
  • Sie schaffen eine tiefe Wertschöpfungskette. Sie stellen soweit als möglich alles selber her, damit haben Sie die Kontrolle über die Prozesse und die Qualität. Beschränken Sie sich auf wenige ausgewählte Zulieferer.
  • Sie setzen auf konsequente Qualitätsführerschaft. Überlegene Qualität ist das einzige Kriterium, das Ihren Betrieb dauerhaft gedeihen lässt.
  • Sie legen Werte auf Mitarbeiterzufriedenheit, eine lernende Organisation und Mitarbeiterentwicklung. Unglückliche Menschen schaffen keine guten Produkte und Dienstleistungen.

Zum Thema Nachhaltige Produktion arbeiten wir für mittelständische Betriebe in den Bereichen Unternehmensführung, Betriebssteuerung, Geschäftsfeldentwicklung, Kundenbefragungen, Mitarbeiterbefragungen, Marketing, Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit.

Nachhaltiger Konsum

Konsum ist natürlich per se nicht nachhaltig, einfach weil wir durch den Konsum etwas verbrauchen. Jedes Brot kann man nur einmal essen, jedes langlebige Produkt wie zum Beispiel ein Auto verbraucht sich mit der Zeit.

Dennoch, nachhaltiger Konsum umfasst die Aspekte der Herstellung der Produkte: von den Rohstoffen bis zu den Arbeitsbedingungen und der gerechten Entlohnung. Und nachhaltiger Konsum umfasst die Verantwortung jedes Einzelnen, sich für ein gutes Produkt zu entscheiden. Ein gutes Produkt schmeckt nicht nur gut, dessen Wahl ist immer auch eine Entscheidung für Verantwortung

Jeder örtliche Bäcker, der sein Brot mit ausgesuchten Rohstoffen aus der Region backt, stabile Arbeitsplätze schafft und junge Menschen im Handwerk ausbildet, ist einem Industriebetrieb vorzuziehen, der weitgehend automatisch massenweise Brote backt.

Der Industriebetrieb kauft seine Zutaten in großen Mengen auf dem Weltmarkt ein, er beschäftigt wenige Spezialisten und viele Hilfskräfte, er bildet im Verhältnis zu seiner Produktionsleistung viel zu wenig junge Menschen aus.

Es geht eben nicht nur um das Brot, es geht um die Verantwortung, die ein Betrieb für seine Region übernimmt. Und es geht um unsere persönliche Verantwortung. Jeder, der sein Brot beim Billigbäcker kauft, trägt seinen Teil zur Zerstörung seiner Heimat bei. Jeder, der sein Brot beim örtlichen Bäcker kauft, trifft eine Entscheidung für Verantwortung.

Zum Thema Nachhaltiger Konsum arbeiten wir für Ministerien, Verbünde, Bildungsträger und regionale Initiativen.

Nachhaltige Regionalentwicklung

Regionen bleiben lebensfähig, wenn die Menschen dort Arbeit finden. Arbeit finden die Menschen, wenn die Betriebe eine vernünftige Infrastruktur vorfinden.

Wer anständige Produkte zu angemessenen Preisen herstellt und verkauft, kann seine qualifizierten Mitarbeiter gut bezahlen. Dieses Geld sollte so weit als möglich vor Ort in der Region bleiben. Zum Beispiel, um sein Brot beim örtlichen Bäcker zu kaufen und den Handwerker vor Ort zu beauftragen. So entsteht eine stabile Region mit allem, was man für ein gutes Leben braucht – Gesundheitsversorgung, kulturelle Angebote, Vereinsleben, solidarisches Miteinander, Verbundenheit und Verantwortungsgefühl für seine Heimat.

Zum Thema Nachhaltige Regionalentwicklung arbeiten wir mit Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Je besser eine Region ökonomisch miteinander verzahnt ist, desto besser geht es den Menschen. Die Wertschöpfung steigt in dem Maße, wie Waren, Dienstleistungen und das Geld in der Region zirkulieren.

Der Facharbeiter Josef – er konstruiert landwirtschaftliche Maschinen in einem mittelständischen Betrieb – bezahlt mit seinem Gehalt den Klavierunterricht seiner Tochter Sofie. Der Klavierlehrer Jens bezahlt mit dem Honorar seine Miete. Die Vermieterin Gerda bezahlt mit dem Geld ihrer Mieter die Handwerker, die das Haus sanieren. Die Handwerker tragen das Geld auf den Wochenmarkt für ihre Einkäufe. Die Bauern auf dem Wochenmarkt bezahlen damit die Produkte, die Josef in seinem Betrieb herstellt. Der Betrieb bezahlt mit diesem Geld das Gehalt von Josef. So einfach ist das? Ja, so einfach ist das!

Zum Thema Nachhaltige Kreislaufwirtschaft arbeiten wir mit Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.

Nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirte in unserem Land brauchen bestimmt keine Beratung zum Thema Nachhaltigkeit. Sie sind es, die unsere vielfältige Kulturlandschaft über Generationen bewirtschaften und bewahren. Das gelingt nur, wenn man nachhaltig wirtschaftet.

Fraglich wird es immer, wenn die politisch gesetzten Rahmenbedingungen Nachhaltigkeit verhindern. In Brasilien wird auf brandgerodeten Flächen Soja erzeugt. Dieses Soja dient in Deutschland der Schweinemast. Das Schweinefleisch wird vorwiegend nach China exportiert. Das ist bestimmt nicht nachhaltig. Die Politik zwängt Bauern in ein falsches Leben.

Es wäre gut, wenn man diese umweltzerstörenden und menschenverachtenden Produktionsmethoden bepreisen würde. Und schwupps wäre das Soja sauteuer und die Kette der Ausbeutung fällt auseinander. Doch was kostet verbrannter Regenwald? Was ist uns Regenwald wert? Was ist uns ein Schweineleben wert? Haben Chinesen ein Recht auf billiges Schweinefleisch aus Deutschland?

Muss ein Bauer dieses Spiel mitspielen? Vermutlich ja, denn es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Das richtige Leben der Bauern beginnt bei der Herstellung qualitätvoller Lebensmittel, die zu fairen Preisen verkauft werden. Der faire Preis umfasst die Herstellungskosten der Lebensmittel zuzüglich einem angemessenen Gewinn, damit die Bauern in ihre Betriebe investieren können.

Die Lebensmittel werden vorwiegend regional verkauft, das Geld bleibt in der Region und die Wertschöpfung steigt für alle Menschen. Nachhaltige Landwirtschaft ist vernünftige und gesunde Landwirtschaft.

Zum Thema Nachhaltige Landwirtschaft arbeiten wir mit Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.