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Die nachhaltige Kommune – Gestaltungsmacht nutzen

Dieses Buch zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten auf, um die Welt vor Ort nachhaltig besser zu gestalten. Die Ergebnisse aus 50 qualitativen Interviews mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in ganz Deutschland vermitteln den Sachstand, Gestaltungsspielräume, Hindernisse und Zukunftsperspektiven der Kommunen. Als Keimzelle des politischen Handelns bestimmen sie wesentlich die Lebensqualität der Menschen. Die Autoren ermutigen zur kommunalen Selbstermächtigung und erläutern die rechtlichen Gestaltungsspielräume.

Die Autoren

Anja Theßenvitz, M.A., Kommunikationswissenschaft ist selbständige Beraterin mit den Schwerpunkten Kommunikation und Marktforschung. Ihre qualitativen Analysen ermöglichen einen klaren Blick auf Tatsachen für fundierte unternehmerische Entscheidungen und wirksame Kommunikation von Unternehmen, Institutionen und Kommunen.

Stefan Theßenvitz, Dipl. Betriebswirt (FH) arbeitet seit 1997 als selbständiger Unternehmensberater für Unternehmen, Ministerien, Kommunen, Verbände, Verbünde, Hochschulen und Institutionen in ganz Deutschland. Daneben hält er Vorträge, Seminare und Workshops und ist Autor von Fachbüchern und Essays.

Dr. Werner Knaier promovierte zur Verwaltungsmodernisierung, arbeitete als Rechtsanwalt, war selbst zwölf Jahre Bürgermeister und ist umfassend mit dem Kommunalrecht vertraut. Seit 2020 lehrt Dr. Werner Knaier an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern und an der Bayerischen Verwaltungsschule.


Die nachhaltige Kommune – Gestaltungsmacht nutzen
Für Wohlstand und Wohlfahrt im Einklang mit dem Weltzukunftsvertrag
Anja Theßenvitz, Stefan Theßenvitz, Werner Knaier
SpringerGabler
ISBN 978-3-658-48618-1


Das Buch ist in vielen Buchhandlungen und deren Online-Shops als Printausgabe und als E-Book erhältlich.


Die Intention des Buches

Die Berichtspflicht für kommunale Beteiligungsunternehmen greift spätestens ab dem Jahr 2026. Von dieser Berichtspflicht sind alle knapp 11.000 Kommunen in Deutschland mit ihren Versorgungsbetrieben betroffen. Die Berichtspflicht umfasst die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den europäischen etablierten Standards ESRS und CSRD. Dieses Buch erfüllt diese Anforderungen mit seiner Rahmenhandlung innerhalb der 17 SDG, der GRI und dem DNK.

Kommunen sind die Keimzelle des politischen Handelns. Als kleinste politische Verwaltungseinheit bestimmen sie innerhalb ihrer Gestaltungsmacht wesentlich die Lebensqualität der Menschen. Doch die Überfülle dringender Aufgaben führt oft zu Aktionismus, zu Fatalismus oder zur empfundenen Ohnmacht – während die Anforderungen an die Kommunen weiterwachsen.

Viele Kommunen wissen nicht, wie sie das Thema Nachhaltigkeit anpacken sollen. Viele Aktivitäten sind nicht nachhaltig, sie reichen kaum über Einmaleffekte hinaus oder beziehen sich nur auf Teilaspekte der Nachhaltigkeit, meist ökologische Projekte. Viele kommunale Entscheider wissen zu wenig über ihre Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Rechtsrahmens der Länder, Deutschlands und Europas. Dieses Buch zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten innerhalb des Kommunal- und Verwaltungsrechts auf.

Der wachsende öffentliche Druck und politische Wille pro nachhaltigem Handeln in der Kommune resultieren aus dem wachsenden Bewusstsein, die Welt vor Ort besser zu gestalten. Die Kommunen brauchen gesunde Betriebe, die ausbilden, eine gut organisierte Pflege, vorhandene und funktionierende Kindergärten und Schulen, einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr, eine regionale Energieversorgung, die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft, Klimaschutzkonzepte – diese und andere Aspekte gehören zum nachhaltigen Handeln.

Im Tunnelblick der Getriebenheit im kommunalen Alltag verschwindet die Perspektive, die Geschicke vor Ort kraftvoll in die Hand zu nehmen und eine gute Gegenwart aus eigener Kraft zu gestalten. Eine gute Gegenwart bedarf immer eines klar durchdachten und machbaren Zukunftsentwurfs. Im Denken von Zukunft wohnt die Chance, in der Gegenwart gute Entscheidungen zu treffen und die Bürger aktiv einzubinden. Handeln schafft Zukunft.

Unterfüttert wird das Buch von einem empirischen Teil. Wir führen mit ca. 50 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus unterschiedlich strukturell verfassten Gemeinden in ganz Deutschland im Rahmen einer Pilotstudie qualitative Tiefeninterviews durch über den Sachstand, die Gestaltungsspielräume, die Hindernisse und die Zukunftsperspektiven ihrer Kommunen entlang verschiedener Szenarien.

Dieses Buch richtet sich an die Entscheider:innen, die ihre Kommune nachhaltig gestalten wollen. Die Autoren legen eine fundierte Rahmenhandlung entlang der 17 SDG vor, sie beziehen das internationale Kennzahlensystem GRI ein und den Berichtsstandard des DNK. Die Autoren ermutigen zur Selbstermächtigung und sie zeigen auf, welche rechtlichen Gestaltungsspielräume Kommunen nutzen können.

Die nachhaltige Kommune – Die Dokumentation

Dieses Buch ergänzt das Werk „Die nachhaltige Kommune – Gestaltungmacht nutzen“ und dokumentiert die ihm zugrunde liegende Befragung. Alle Aussagen der 50 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind hier im Original nachzulesen.

Hinter der Befragung steht die Arbeitshypothese: „Geht die Erneuerung möglicherweise nicht von den Großstädten aus, sondern aus den resilienten Strukturen auf dem Land, in kleinen Städten und Kommunen?“ Dieser Annahme wollten die Autoren nachgehen, erfolgreiche Impulse dokumentieren und die Perspektiven für die nachhaltige Kommune aufzeigen.

Die Ergebnisse aus den 50 qualitativen Interviews mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern in ganz Deutschland vermitteln den Sachstand in den Kommunen sowie ihre Gestaltungsspielräume, Hindernisse und Zukunftsperspektiven. Als Keimzelle des politischen Handelns bestimmen sie wesentlich die Lebensqualität der Menschen. Die Autoren ermutigen zur kommunalen Selbstermächtigung.

Die Autoren

Anja Theßenvitz, M.A. ist selbständige Beraterin mit den Schwerpunkten Kommunikation und Marktforschung. Ihre qualitativen Analysen ermöglichen einen klaren Blick auf Tatsachen für fundierte unternehmerische Entscheidungen von Unternehmen, Institutionen und Kommunen.

Stefan Theßenvitz, Dipl. Betriebswirt (FH) arbeitet als selbständiger Unternehmensberater für Unternehmen, Ministerien, Kommunen, Verbände, Verbünde, Hochschulen und Institutionen in ganz Deutschland. Daneben hält er Vorträge und Seminare und ist Autor von Fachbüchern.


Die nachhaltige Kommune – Die Dokumentation
50 Tiefeninterviews mit Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen
Anja Theßenvitz, Stefan Theßenvitz
SpringerGabler
ISBN 978-3-658-48775-1


Die Dokumentation ist in vielen Buchhandlungen und deren Online-Shops als Printausgabe und als E-Book erhältlich.

Werte schaffen und teilen

In der bisherigen Geschichte der Formung menschlicher Gemeinschaften haben kommunistische und sozialistische Systeme eklatant versagt. Der menschliche Impuls ist immer darauf gerichtet, sein eigenes Leben zu gestalten und ihm zugehöriges Eigentum zu schaffen, dessen er gefahrlos sicher sein kann, um sich daran zu erfreuen und es zu nutzen. Deshalb haben Menschen Rechtssysteme erfunden und Maßnahmen gegen Willkür und Gewalt ergriffen, unsere Polizei schützt die Bürger im Inneren, das Gewaltmonopol des Staates schützt seine Bürger vor der Gewalt untereinander.

Öffentlich verfügbare Dienstleistungen stehen allen Bürgern zur Verfügung, das vermindert den Neiddruck untereinander. Recht und Gesetz schaffen sichere Lebensverhältnisse und verhindern im Machtvakuum entstehende Clans, die ihre Macht entlang ihrer Gewaltfähigkeiten ausdehnen.

Eine nachhaltige Gesellschaft braucht den individuellen Antrieb der Menschen, sie braucht den Anreiz, etwas schaffen zu wollen und sie braucht den Ausgleich für den inneren Frieden. Schaffen und Teilen wäre die Kurzformel für einen menschenwürdigen Wohlstand. Ohne die Möglichkeit für die Menschen, entlang ihrer Talente, ihres Fleißes und ihrer Bildung ein Lebenswerk zu schaffen gibt es keinen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, technischen und politischen Fortschritt. Ohne Anreize erlahmt die Schaffenskraft, sie erlahmt auch bei falschen Anreizen.

Ein Übermaß an staatlichen Transferleistungen setzt falsche Anreize – für Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Ob gerechtfertigt oder nicht, das Bürgergeld ist zu einem Symbol für einen falschen Anreiz geworden, eben nicht mehr zu arbeiten. Doch die Liste der Transferleistungen umspannt mittlerweile gefühlt nahezu das gesamte Alphabet – Ausbildungshilfen, Bildungs- und Teilhabepaket, Energiegeld, Elterngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag, Wohngeld. Auf der betrieblichen Seite finden wir die Subventionen, auf Länderseite den Finanzausgleich. All diese Transferleistungen erfolgen ohne Gegenleistung. Letztlich sind alle auf Dauer angelegten Transferleistungen Reparaturmaßnahmen eines ökonomischen Systems, das sich ohne diese relativ rasch selbst zerlegen würde.

Daraus folgt: Der Wert einer nachhaltige Gesellschaft bemisst sich auch daran, in welchem Maße es gelingt, dass alle Bürger aus eigener Kraft einen menschenwürdigen Wohlstand schaffen und diesen sowohl genießen können als auch miteinander teilen wollen. Das Maß einer dem Menschen würdigen Gesellschaft bemisst sich an ihrem Umgang mit den Schwächsten, an den Chancen zur freien Entfaltung und am Ausgleich untereinander, der Frieden schafft.

Daraus folgt weiterhin: Der Wert einer nachhaltigen Gesellschaft bemisst sich auch an ihrem öffentlichen Wohlstand und dieser muss zwingend in öffentlicher Hand bleiben. Privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen handeln nach privatwirtschaftlichen Maximen – Umsatz und Gewinn. Öffentlich organisierte Unternehmen, wenn man die Bahn für den Transport, die Schulen und Hochschulen für die Bildung, die Polizei für die innere Sicherheit und Krankenhäuser für die Gesundheit so nennen will handeln nach gemeinwohlorientierten Maximen – Wohlfahrt und Teilhabe.

Eine Vermischung von Privatwirtschaft und öffentlichen Aufgaben ist ökonomischer und gesellschaftlicher Unsinn gleichermaßen, wie zum Beispiel Krankenhäuser und die Bahn, die Gewinn erwirtschaften müssen. Nein, das müssen sie nicht. Ja, sie müssen selbstverständlich gut haushalten, um unserem Gemeinwohl zu dienen. Der Gemeinwohlgedanke umfasst auch lebensnotwendige und knappe Güter wie Grund und Boden und Wasser.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Geld und Kapital dienen der Wohlfahrt

In einer Welt des menschenwürdigen Wohlstandes dient das Geld den Menschen, das Kapital dient Investitionen in die Wertschöpfung, Regierungen dienen dem Wohl des Volkes – so weit so banal wie utopisch. Das Maß einer dem menschenwürdigen Wohlstand verpflichteten Gesellschaft bemisst sich an dem System, das diesen Wohlstand ermöglicht.

Seien Sie versichert, immer dann, wenn Korruption und Kriminalität im großen Stil gedeihen, immer dann, wenn es möglich ist, große Mengen Kapital anzuhäufen und obszönen Reichtum zusammenzuraffen, den man innerhalb seines Clans behalten und über Generationen vermehren darf, immer dann, wenn leistungsloses Einkommen aus Zinsen und Erträgen möglich ist, immer dann geschieht das mit Billigung, Förderung, Zustimmung oder Ermöglichung durch die Politik.

Gehen Sie getrost davon aus, jedes Steuerschlupfloch, jede Gesetzeslücke, jede Begünstigung eines wasauchimmer Sondertatbestandes ist das Ergebnis menschlicher Intervention in die Politik hinein. Das System hat keine Fehler, es funktioniert wunderbar. Natürlich führt dieses Regierungshandeln nicht zu einem menschenwürdigen Wohlstand auf breiter Front und schon gar nicht zu einem bescheidenen Wohlstand aus eigener Kraft. Auch das erzeugt großes Unbehagen im Volk.

Die aktuelle ökonomische Verfasstheit in Deutschland mit den weltweit sich in der Spitzengruppe befindlichen Steuersätzen zuzüglich Abgaben aller Art in Verbindung mit den nahezu weltweit höchsten Energiepreisen beschleunigt die Spaltung der Gesellschaft.

Wenn Sie auf einer Ferienreise wieder die Kamera, vermutlich eher Ihr Mobiltelefon zücken, um eine prächtige Kathedrale, eine beeindruckende Skyline mit sich in den Himmel reckenden Bankentürmen oder architektonisch ausladende Regierungsgebäude abzulichten, dann verbinden Sie Ihr Gefühl manifestierter Macht mit dem Gefühl, dass all dieses Geld, das diese Bauten ermöglichte, den Menschen vorenthalten wurde, die dieses Gepränge hart erarbeitet haben.

Jedem großen Reichtum wohnt im Anfang ein gutes Stück Piraterie inne. Etwas direkter mit Honoré de Balzac formuliert: „Hinter jedem großen Vermögen steht ein Verbrechen.“ Gerne ergänze ich: Hinter jedem großen Vermögen stehen Menschen, die dieses Vermögen ermöglicht haben, nicht selten eine Melange aus Mafia, Banken und Regierungen .

Als Betriebswirt lernte ich, dass Staatsausgaben immer dann Sinn ergeben, wenn diese in Investitionen fließen, in die Schaffung von Mehrwert zum Beispiel in Form von Straßen, Häusern, Schulen und Universitäten, in Forschungsinstitute und in Zukunftstechnologien. Ich lernte auch, dass Staatsausgaben in den Konsum – sprich Sozialausgaben – Beschleuniger der Inflation sind, weil der Konsum keine Werte schafft, sondern diese im Gegenteil aufzehrt, zum Beispiel durch Miete zahlen, Essen kaufen, in den Zoo gehen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Ungleichheit schafft Unfrieden

Der mit Abstand größte Posten im bundesdeutschen Staatshalt sind mit knapp 39% die Sozialausgaben. Hier verbirgt sich meines Erachtens ein Grund für die stark angestiegene Inflation in Deutschland, die weitgehend dialektisch verbrämt wird als Folge des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine.

Das ist mit Sicherheit auch ein Grund, doch jede Ursache für die steigende Geldentwertung ist hausgemacht – von der verschlafenen Energiewende über die erodierende industrielle Basis bis hin zu der den Konsum finanzierende staatliche Ausgabenpolitik.

Die Geldentwertung trifft dummerweise gerade die Menschen, die ihr nicht entkommen können, die kein Offshore-Konto in der Karibik haben, kein verschwiegenes Schließfach in der Schweiz, keine stillen Beteilungen an komplex miteinander vernetzten Unternehmen oder idealerweise eine Big Company in einer Steueroase ihr Eigen nennen. Nun gut, das ist jetzt polemisch zugespitzt und gleichwohl eine Tatsache, der man nur die Frage Cui bono? – Wem nützt es? hinzufügen muss. Dem jetzigen System mit den jetzigen Akteuren – dem Großkapital, den Banken und den sie in ihrem Raffen und Häufen geflissentlich unterstützende Regierungen, die vermutlich auch nicht ganz uneigennützig handeln.

Bei Oxfam nachzulesen: Seit dem Jahr 2020 vereinigte das reichste eine Prozent der Menschen mehr als zwei Drittel des weltweiten Vermögenszuwachses, während im gleichen Zeitraum für knapp zwei Milliarden Arbeitnehmer:innen die Lebenshaltungskosten schneller als die Löhne und Gehälter gestiegen sind. Bitte verabschieden Sie sich von dem Gedanken, all das wäre alternativlos und unausweichlich, denn das ist es nicht. Was Menschen ins Werk setzen, können Menschen ändern.

Fassen wir kurz zusammen, bevor wir uns dem Gedankenspiel eines möglichen menschenwürdigen Wohlstandes hingeben. Immer, wenn sich in einer Gesellschaft das Kapital auf wenige Akteure konzentriert, immer wenn leistungsloses Vermögen zu noch mehr Vermögen führt, dann läuft was schief. Immer wenn die Staatsausgaben aus dauerhaft überbordenden Sozialleistungen bestehen, dann läuft was schief. Immer dann, wenn die eigene Kraft nicht hinreicht für einen bescheidenen Wohlstand, dann läuft was schief.

Immer dann, wenn eine Regierung Haltung höherstellt als fachlich fundierte und wirksame Strukturbeiträge, dann läuft was schief. Immer dann, wenn man sich nicht gegen diese Entwicklungen stemmt, dann läuft was schief.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Falsch wählen wiegt schwer

Bleibt zum Schluss dieses Kapitels die Verantwortung für jeden von uns, für jeden Verbraucher, für jede Konsumentin. Wir müssen essen, um zu leben, doch was wir essen, folgt unserer Erziehung, unseren Erfahrungen, den regionalen Gegebenheiten und unseren kulturellen Vereinbarungen.

Niemand wird als Tiefkühlpizzamensch geboren und auch nicht als Rohköstlerin. Menschen müssen so früh wie möglich mit Essen und dessen Zubereitung in Berührung kommen, täglich, denn wir essen ja auch mehrmals täglich. Nur so entsteht ein tief verankerter Ursache-Wirkungszusammenhang aus Ernte, Zubereitung, Essen, sozialer Vereinbarung und Wohlbefinden.

Jedes Kind lernt kochen, spätestens ab dem Kindergarten. Jeder Kindergarten, jede Schule und gerne auch jede Hochschule verfügt über eigene landwirtschaftliche Nutzflächen für Obst, Gemüse, Kräuter, Getreide und Nutztiere oder eine direkte Anbindung an regionale Bauernhöfe. Ein Backhaus ist dabei ebenso vorstellbar wie ein Schlachthaus. Hauswirtschaft ist ebenso wie Mathematik und Deutsch ein Pflichtfach – von der ersten Klasse bis zur Abschlussprüfung. Hauswirtschaft umfasst auch die Lagerung und die Verarbeitung von Lebensmitteln. Um Essen als wertvolles Lebensmittel zu begreifen, müssen wir den Umgang damit erlernen.

Verbote für Menschen sind gegen die Grundregel einer offenen Gesellschaft, das gilt für das Essen ebenso wie für Suchtmittel aller Art. Menschen, die sich ausschließlich von Bioleberkäse ernähren, werden relativ rasch gesundheitliche Probleme bekommen. Menschen, die viel rauchen und Alkohol trinken, auch. Das ist der Preis einer offenen Gesellschaft. Die weniger guten und schädlichen Konsumprodukte, vom Benzin über den Tabak bis hin zum Alkohol sind mit saftigen Zusatzsteuern und Abgaben belegt. Das gilt auch für hochverarbeitete Lebensmittel. Alles andere regelt der Markt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Nachhaltige Innovationen

Nicht jede Neuerung ist ein Fortschritt. Nachhaltige Innovationen zeichnen sich aus durch neue Lösungen, die signifikant besser sind und weniger Folgekosten nach sich ziehen.

Die meisten Innovationen beinhalten die Externalisierung von Umweltkosten zu Lasten Dritter. Sie sind stupide und betrügen die Menschen (Fastfood zerstört die Gesundheit, Billigketten schaffen Kreisläufe der Entwürdigung, Wegwerfprodukte sind schlicht ein Verbrechen, sinnfreie Verpackungen reizen das Reptilienhirn – und sonst nix).

Die eHighway-Trassen für LKW in Deutschland dienen der Perfektionierung bestehender Logistik-Systeme (Just-In-Time Lieferketten, ausgelagerte Lagerkosten auf die Autobahn zu Lasten der Allgemeinheit). Der Schwerlastverkehr bleibt auf der Autobahn, allerdings fährt er dort mit Strom aus der Oberleitung. Der ökologische Nutzen ist fraglich. Nicht fraglich ist: Die eHighways sind keine nachhaltigen Innovation, denn sie beinhalten keine Veränderung des Systems hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Wir sind zum Fortschritt verdammt. Gerade deswegen ist es notwendig, jede Innovation von der besseren Lösung her zu denken. Jede nachhaltige Lösung umfasst die Herstellung, die Produktion, den Vertrieb, den Konsum und die Entsorgung – sie umfasst die gesamte Kette unserer Verantwortung.

Zum Thema Nachhaltige Innovationen arbeiten wir für Hochschulen, Thinktanks, Ministerien und mittelständische Betriebe.

Nachhaltige Produkte

Praktisch gedachte Nachhaltigkeit beginnt beim Produktdesign, bei der Auswahl der Rohstoffe und Werkstoffe.

Weiter gedacht umfasst nachhaltiges Produktdesign umweltschonende Herstellungsverfahren, eine robuste Funktionalität des Produkts, eine leichte Bedienung, Reparierbarkeit und Langlebigkeit. Je schöner ein Produkt ist – Haptik, Optik, Formen – desto höher ist die Chance, dass es lange genutzt wird. Nachhaltigkeit umfasst also auch die Schönheit!

Zum Thema Nachhaltige Produkte arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, Vereinen, europäischen Forschungsprojekten, Biosphärenreservaten und mittelständischen Betrieben.

Forschung für Nachhaltigkeit

Es gibt erfreuliche Entwicklungen an deutschen Hochschulen für Nachhaltigkeit. Insbesondere im Ingenieurwesen für das Bauen wird das Prinzip der Nachhaltigkeit von Anfang an mitgedacht (Energieversorgung, Bauen mit Holz).

Gut wäre es, das Prinzip der Nachhaltigkeit allen Studiengängen zu Grunde zu legen. Auch die Betriebswirtschaft, Jura, Medizin und die Geisteswissenschaften können in vielen Bereichen mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit bessere Fragen stellen und bessere Antworten finden.

Zum Thema Forschung für Nachhaltigkeit arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.

Holz ist der Werkstoff des 21ten Jahrhunderts

Holz wächst nach, Holz ist langlebig, Holz ist vielseitig einsetzbar, jedes dem Wald entnommene Holz schafft Platz für neue Bäume. Holz ist klimaneutral. Die Kaskadennutzung von Holz ermöglicht eine sehr lange Lebensdauer.

Holz ist ein nachhaltiger Naturstoff par excellence. Aus Holz entstehen Häuser, Möbel, Instrumente, Kleidung, Papier und vieles mehr. Jedes Produkt mehr aus Holz ist ein Produkt weniger aus Plastik.

Zum Thema Holz ist der Werkstoff des 21ten Jahrhunderts arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbänden, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.

Nachhaltig Bauen

Nachhaltig Bauen ist langlebig bauen. Mit natürlichen Baustoffen und mit wiederverwertbaren Baustoffen.

Nachhaltige Bauten eröffnen unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und leichte Anpassungen an neue Nutzungen. Nachhaltige Bauten bereichern das Umfeld, sie beziehen sich auf gewachsene Strukturen. Nachhaltige Bauten sind störungsarm – von der Errichtung bis zum Betrieb mit einer robusten, einfachen Haustechnik.

Zum Thema Nachhaltig Bauen arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten, Biosphärenreservaten und mittelständischen Betrieben.

Nachhaltig Bauen im Bestand

Bauen im Bestand ist meist die bessere Alternative als ein Neubau am gleichen Platz.

Denn in jedem Bau ist die für seine Errichtung notwendige Energie gespeichert – die Graue Energie. Bei Abriss und Neubau wird die graue Energie vernichtet, sie emittiert als Abfall, Lärm und Dreck und muss sachgerecht und Platz fressend deponiert werden.

Mit intelligenten Konzepten und dem nachhaltigen Baustoff Holz kann nahezu jeder Bau im Bestand ohne nennenswerte Beeinträchtigung seines Umfeldes modernisiert werden, während der Bauphase kann der Betrieb aufrecht erhalten werden (zum Beispiel Schulen, Krankenhäuser, Behörden) und der neue modernisierte Baukörper fügt sich in die räumliche Struktur seines Umfeldes.

Zum Thema Nachhaltig Bauen im Bestand arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten, Biosphärenreservaten und mittelständischen Betrieben.

Nachhaltige Kaskadennutzung

Jedes Produkt hat einen endlichen Lebenszyklus, es lebt von der Wiege bis zur Bahre – from Cradle to Grave. Das Ideal ist ein Produkt mit einem unendlichen Lebenszyklus – from Cradle to Cradle. Die Konzepte reichen hierbei vom Re-Cycling bis zum Up-Cycling.

In der Realität findet meist ein Down-Cycling statt. Aus hochwertigen Produkten werden stufenweise minderwertige Produkte.

Sind die Werkstoffe des Produktes nicht oder nur aufwendig wiederverwertbar (zum Beispiel Mobiltelefone), dann erleben wir eine kurze Kaskade der Wiederverwertung. Sind die Werkstoffe des Produktes leicht wiederverwertbar (zum Beispiel ein Holzstuhl), dann erleben wir eine lange Kaskade der Wiederverwertung.

Natürlich kann man kein Mobiltelefon aus Holz herstellen, deshalb gilt gerade für technisch komplexe Produkte höchste Sorgfalt beim Einsatz der Rohstoffe und Werkstoffe (sortenreine Wiederverwertung) und eine lange Lebensdauer.

Zum Thema Nachhaltige Kaskadennutzung arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, europäischen Forschungsprojekten und Biosphärenreservaten.

Nachhaltiger Waldumbau

Der Klimawandel verändert unsere Natur, unsere Tierwelt und Pflanzenwelt, er verändert unsere gesamte Umwelt.

Unsere Wälder verändern sich. Das wärmer und trockener werdende Klima mit vermehrten Extremwetter-Ereignissen (Starkregen, Schneemassen, Hitzewellen, Trockenheit) macht den Wäldern zu schaffen. Wer mit wachem Blick durch Deutschland fährt, der bemerkt zunehmend braune Flecken im Wald. Vor allem die Nadelbäume leiden, insbesondere die standortferne Fichte.

Viele Interessensgruppen sind dem Wald ökonomisch und emotional verbunden. Die Waldeigentümer, die Jäger, die Erholungssuchenden, der Staat, die Gemeinden, die Forstämter und der Naturschutz. Bei allen teilweise übereinstimmenden und teilweise divergierenden Interessenslagen steht nur eines fest. Am Waldumbau führt kein Weg vorbei, wenn wir auch in Zukunft Wald in Deutschland haben wollen.

Das Entscheidende für den Erfolg des Waldumbaus ist dessen Nachhaltigkeit. Welche Maßnahmen ergeben Sinn? Welche Maßnahmen berühren welche Interessen? Wer muss in die Entscheidungen einbezogen werden?

Zum Thema Nachhaltiger Waldumbau arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, Verbänden und Vereinen.

BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Bildung für nachhaltige Entwicklung umfasst ein breites Themenspektrum und ist in den 17 Zielen der Nachhaltigkeit – SDG Sustainable Development Goals – trefflich zusammengefasst.

Für uns interessant ist die Umsetzung der BNE mit ausgewählten Zielen der SDG in der betrieblichen Praxis. Je nach Auftraggeber und Mandat ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte unserer Perspektive und Arbeit.

Allen unseren Aufgabenstellungen gemeinsam ist die Suche nach wirtschaftlich tragfähigen Lösungen nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Auf Dauer von Fördermitteln abhängige Institutionen und Projekte sind nicht nachhaltig. Wer abhängig ist, kann weder frei denken noch handeln, er singt das Lied seines Herrn.

Nachhaltigkeit in der betrieblichen Praxis bedeutet unternehmerische Verantwortung und damit die Freiheit, das Richtige zu tun und dafür Menschen zu begeistern.

Zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, Vereinen, europäischen Forschungsprojekten, Biosphärenreservaten, Bildungsträgern, Bildungsanbietern und kirchlichen Einrichtungen.

Umweltbildung für Nachhaltigkeit

Umweltbildung ist ein wichtiger Teil der BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Die Umweltbildung konzentriert sich in erster Linie auf die Naturerfahrung. Die Umweltbildung richtet ihre Angebote vorrangig an Kinder und Jugendliche, doch auch an andere Zielgruppen.

Nachhaltigkeit ist eine Haltung, sie ist eine Lebenspraxis. Geübt, verinnerlicht und als Teil des Selbst empfunden entfaltet sie eine Kraft, die ein gutes Leben begünstigt.

Zum Thema Umweltbildung arbeiten wir mit Hochschulen, Ministerien, Verbünden, Vereinen, europäischen Forschungsprojekten, Biosphärenreservaten, Bildungsträgern, Bildungsanbietern und kirchlichen Einrichtungen.