All posts by Stefan Theßenvitz

Die Welt begreifen

Der Weg der Aufklärung gelingt nur mit den Menschen, niemals über ihre Köpfe hinweg und er gelingt nur dann, wenn sich Lebensverhältnisse für alle Menschen spürbar und konkret verbessern. Eines muss immer klar sein, um Aufklärung muss man immer kämpfen und diese ist und bleibt die größte Gefahr für die Mächtigen.

Manchmal denke ich an früher – an die 1970er und 1980er. Die Nachrichten drehten sich um die Außenpolitik, um die wirtschaftliche Lage in Deutschland, die RAF und um die wirklich wichtigen Themen – neue Filme im Kino, Schallplatten-Veröffentlichungen, neue Theaterstücke mit ihren Skandalen, neue Bücher und ganz viel Tratsch. Im Vermischten schließlich auf der letzten Seite der Süddeutschen Zeitung fand sich immer eine kleine Rubrik, die meistens mit den Worten begann: „Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden ….“ Ich fand das immer sehr erheiternd, diese Meldungen aus einer vollständig fremden Welt mit ihren skurrilen Inhalten.

Das hat sich vollständig geändert. Mit dem Einzug des Waldsterbens, der Umweltkatastrophen und  der Erderwärmung in die gesellschaftliche Debatte gewann auch die Wissenschaft im öffentlichen Diskurs an Bedeutung. Wir lernten viel über den sauren Regen, über Quecksilber in den Flüssen und Frostschutzmittel im Wein, über Methan und Kohlendioxid und die Zusammensetzung der Erdatmosphäre, über Sonnenflecken, über Alpha-Strahlung und Becquerel und vieles mehr.

Mich prägte das sehr und ich empfand die Wissenschaft als einen Weg in die Aufklärung. Wir wussten immer mehr über die Zusammenhänge unserer Welt und unseren Beitrag in diesen Zusammenhängen. Ich lernte gerne dazu und mein Gefühl für die Verantwortung wuchs, die ich gegenüber der Welt habe.

Ganz konkret war meine Generation die erste, die den Müll trennte, in meiner Kirchengruppe veranstalteten wir Basare mit gebrauchten Dingen, wir reparierten Fahrräder, die wir auf den Kirchentagen zum Verleih anboten. „Jute statt Plastik“ war mir ein sympathischer Slogan und ich begann beim Einkaufen auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Biologisch, regional, saisonal produziert und fair gehandelt, das ging mir in Fleisch und Blut über.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Das Fundament der Wissenschaft ist Vertrauen

Mein Urvertrauen in die Wissenschaft wurde erschüttert im Zusammenhang mit dem Waldsterben. Die Tatsachen, die zum Sterben einiger Wälder am Südhang des Erzgebirges führten, wurden sehr stark emotional aufgeladen. Die Untersuchungsergebnisse wurden manipuliert, auf seltsame Arbeit extrapoliert und hochgerechnet. Es stimmte einfach hinten und vorne nicht mehr.

Mir ist schon klar, dass weniger Umweltgifte prima sind, das weiß ich als Radfahrer, der sich in den brüllheißen Sommern Münchens in der abgasgeschwängerten Luft der Schwanthaler Straße eine saftige Portion bleihaltiger Abgase einverleibte und als Schwimmer in der Isar, der froh war, als die Einleitung der Fäkalien im Oberlauf beendet wurde.

Der Punkt ist, die Wissenschaft wurde nach und nach zum Werkzeug der Politik, das alternativlose Denken gewann an Macht. Die Wissenschaft baute ein Bedrohungsszenario nach dem anderen auf (die Erde verglüht, die nächste Eiszeit kommt), die Fördermittel für die angewandte Forschung wuchsen, die Wissenschaft griff beherzt zu und lieferte das Gewünschte: Prognosen aus einer Zukunft, die wir garantiert nicht erleben wollen.

Die Politik pfiff sich eins und begann mit in Verordnungen und Gesetze gegossenen Verhaltensänderungen. Ich sage es noch einmal: Ich erfreue mich einer Welt, in der keine alten Kühlschränke und Autoreifen im Wald entsorgt werden, in der kein Ölwechsel in der heimischen Garage erlaubt ist. Wissen Sie, warum sich die Menschen daran halten? Weil die Strafen brutal hoch sind – zu Recht.

Was nicht geht, ist eine Wissenschaft, die sich unlauterer oder unsauberer Methoden bedient, um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und sie damit der Politik als willfährige Lämmer zuführt. Ziehen wir noch einmal ein die Zeitenwende einläutendes Ereignis heran, auch wenn wir uns gerne nicht mehr daran erinnern wollen. Die wissenschaftliche Darbietung der Fakten zur Corona-Krise war erbärmlich. Wir erfuhren nichts über Vergleichswerte der Sterblichkeit aus den Vorjahren, wir hatten keine Vergleiche innerhalb der Altersklassen, wir wussten nicht, wer wann wo getestet wurde, wir unterschieden nicht das Mit und An Corona gestorben. Lustigerweise sank die Infiziertenrate immer montags, einfach weil am Wochenende weniger getestet wurde – hallo, war das wissenschaftlich?

Der demographische Wandel – es lebten und leben mehr ältere Menschen als vor fünf und vor zehn Jahren in Deutschland wurde bei der Übersterblichkeit nicht eingerechnet. Wir wussten nichts über den Anteil der Getesteten zur Grundgesamtheit und deren statistische Verteilung innerhalb dieser. War die Stichprobe normalverteilt? Wie war sie zusammengesetzt? Wo wich ihre Zusammensetzung von der Grundgesamtheit ab? Stattdessen gab es den R-Wert, Inzidenz-Zahlen, erschröckliche exponentielle Kurven und Graphen und abstruse Vergleiche mit anderen Ländern mit vollständig anderen Lebensbedingungen (Infrastruktur, medizinische Versorgung, Bildungsstand der Bevölkerung, Bevölkerungsdichte, Altersverteilung).

Als Höhepunkt der Wissenschaftlichkeit folgte eine siebenseitige Erklärung der Leopoldina – davon zwei Seiten mit einer Auflistung der „Mitwirkenden“ . Zum einen fiel spontan auf, die Erklärung hatte keine Autoren, sie hatte nur Mitwirkende, zum anderen die bunte Mischung der Professionen. Die fünf Seiten lesen sich flott und sie lesen sich wie eine Handlungsanweisung zur Eindämmung der Pandemie. Die Leopoldina hatte ohne bekennende Autorenschaft die Aufgabe der Politik übernommen. Die Politik war nur mehr willige Vollstreckerin und in diesem Fall sogar im vorauseilenden Gehorsam noch härter in der Vollstreckung als sie die Schließung der Geschäfte nicht erst zum 24. Dezember, sondern bereits zum 14. Dezember vornahm.

Die Fleißbildchen der Wissenschaft waren der Politik sicher. Tief beeindruckend in der Ad-hoc-Stellungnahme war der Vergleich mit Irland, ein Land, das mit dem unseren ja nahezu 1 zu 1 vergleichbar ist oder Belgien (Achtung: Ironie). Die rapide fallenden Zahlen in anderen Ländern – in Frankreich, Italien und Spanien, den Horrorländern des Frühjahrs 2020 – wurden weder erwähnt, geschweige denn erklärt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Wissen beginnt bei der Erkenntnis des Irrtums

Wenn Wissenschaft glaubwürdig bleiben will, dann muss sie ihre Aufgabe ernsthaft angehen und sie muss bei ihren Leisten bleiben. Unser Land wurde über Monate von der Ministerpräsidentenkonferenz regiert – ein Gremium, das im Grundgesetz nicht als Entscheidungsorgan vorgesehen ist – unser Land wurde ohne parlamentarische Kontrolle und den Einbezug des Parlaments regiert und wir drifteten ab in eine Parawissenschaftlichkeit, die nur die Fakten heranzog, die ihr passten. Das macht mich wirklich schaudern.

Die Dominanz der Wissenschaft ist genauso bedrohlich wie die Dominanz der Religion oder des Neoliberalismus. Deshalb habe ich mir keinen Aluhut gebastelt, keine Querdenker-Videos reingepfiffen oder bei illegalen Glühwein-Raves mitgegroovt. Das mit dem Maske tragen, Abstand halten und Lüften war schon in Ordnung. Die grundlegenden Hygieneregeln mit dem Händewaschen und so und nicht im Gesicht rumfummeln weiß ich seit meiner Kindheit. Bitte, liebe Wissenschaft, manipuliert die Menschen nicht, sondern klärt uns auf!

Leider geht die Entwicklung in der Politik hin zum Wissenschaftlichen und damit reflexartig zum Alternativlosen – ich sage bewusst leider – denn die Auswüchse einer alles überformenden Wissenschaft erleben wir bereits im Rahmen der Klimadebatte mit so schönen Zuschreibungen von Menschen als Klimawandel-Leugner und dem Postulat, man wisse jetzt alles und müsse nicht mehr forschen. Liebe Wissenschaft, ich möchte nicht an euch glauben, ich möchte euch vertrauen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Die grüne Transformation der Wirtschaft

Ohne Frieden und Sicherheit gibt es weder Produktion noch Konsum. Produktion und Konsum schaffen Wohlstand. Wohlstand schafft Frieden und Sicherheit. Ohne Fortschritt erodieren Produktion, Konsum, Wohlstand, Frieden und Sicherheit. Die grüne Transformation der Wirtschaft ist Fortschritt. Fortschritt braucht Kapital.

Die Wirtschaft ist der Motor der grünen Transformation

Die führenden Unternehmen der deutschen Wirtschaft sind sich einig. Nachhaltiges Wirtschaften gewinnt rapide an Bedeutung. Global betrachtet geht es um Frieden, Sicherheit und Wohlstand, es geht um unsere Lebensgrundlagen und um den Generationenvertrag. Die Wirtschaft ist der Motor der grünen Transformation. Mit ihr gelingt der Green Deal.

Menschen brauchen Zuversicht

Lokal betrachtet braucht Wohlstand auch Frieden und Sicherheit. Doch insbesondere braucht es Zuversicht in die Zukunft. Die Menschen brauchen lebenswerte Grundlagen und die Zuversicht in eine erstrebenswerte Zukunft für ihre Kinder. Zuversicht erzeugt eine Aufbruchsstimmung und Schaffensfreude – das ist gut für die Wirtschaft.

Nachhaltigkeit erzeugt einen starken Gestaltungsimpuls

Viele Menschen erleben ein Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins und dem wollen sie entgegenwirken. Nachhaltigkeit erzeugt einen starken Gestaltungsimpuls. Damit kann man die Welt konkret mitgestalten und zu einem besseren Ort machen. Und deshalb findet immer mehr Kapital den Weg in nachhaltige Investments.

Nachhaltigkeit ist ein attraktiver Investitionsimpuls

Viele Unternehmen in Deutschland sind schon auf dem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens. Gerade für börsennotierte Unternehmen wird das zu einem existenziellen Thema, denn das Kapital sucht nach zukunftsfesten Investitionsmöglichkeiten. Und Nachhaltigkeit ist ein attraktiver Investitionsimpuls für das Kapital.

Ökonomie, Ökologie und Soziales gehören zusammen

Nachhaltiges Wirtschaften umfasst unter anderem die Ökologie – zum Beispiel Klimaschutz, Artenvielfalt und Ressourcenverbrauch. Es umfasst auch soziale Aspekte – zum Beispiel die Arbeitsbedingungen, die Unternehmensführung, die Diversität, die Kontrolle der Gremien und die Transparenz des Handelns.

Die grüne Transformation schafft substanzielle Wettbewerbsvorteile

Ökonomisch betrachtet bietet Nachhaltigkeit starke Innovations- und Wachstumsimpulse. Die meisten Menschen wünschen sich nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Nachhaltiges Wirtschaften gibt Zuversicht und öffnet dem Kapital die Chance für grünen Fortschritt und grünes Wachstum – für substanzielle Wettbewerbsvorteile.

Immer mehr Unternehmen investieren in ihre grüne Transformation

Immer mehr Unternehmen in Deutschland orientieren sich an diesen Leitgedanken. Sie wollen als nachhaltiges Unternehmen erkannt werden und investieren viel Geld in ihre grüne Transformation, deren Dokumentation und in die Kommunikation. Sie wollen, dass ihre Kunden und die Gesellschaft erkennen, dass sie es mit der Nachhaltigkeit ernst meinen.

Der Druck auf die Fortschrittsverweigerer steigt

Der Weg des Kapitals hin zu nachhaltigen Investments erzeugt enormen Druck auf die Märkte. Im Voranschreiten der grünen Ökonomie sehen die Beharrer sehr schnell sehr rückständig aus. Wer im alten System verharrt, verzichtet auf Fortschritt durch Innovationen in grüne Technologien, die nicht zuletzt helfen, dauerhaft kostengünstiger zu produzieren.

Investoren und Konsumenten lieben nachhaltiges Wirtschaften

Zu den ökonomischen Vorteilen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die Ressourcen schont und damit den Unternehmen viel Geld spart, gesellt sich der psychologische Vorteil, die Zukunft mit einer guten neuen Idee zu gestalten. Das lieben Investoren und Konsumenten. Weit über 50 Prozent der deutschen Bevölkerung wollen mehr Nachhaltigkeit im Alltag.

Die grüne Transformation braucht Wachstum

Die grüne Transformation der Wirtschaft gelingt nur mit Investitionen. Diese kosten Geld, das erwirtschaftet werden muss, und zwar über das Maß der Reinvestitionen hinaus. Investitionen in grüne Technologien sind Nettoinvestitionen. Ohne Wachstum fehlt das Kapital für diese, die Wirtschaft verharrt im weiter so – oder sie wandert aus Deutschland ab.

Technischer Fortschritt schafft Frieden

Ein wesentliches Merkmal rückschrittlicher Volkswirtschaften sind fehlende Investitionen in Fortschritt. Jede prosperierende Wirtschaft gründet sich auf technischen Fortschritt, er ermöglicht Wachstum und Wohlstand und damit Frieden. Und er führt neben der Steigerung der Produktivität zu deutlich besseren Arbeits- Lebens- und Umweltbedingungen.

Investition in das Weiter so werden zum Risiko

Die alte Regel der Kriminalistik „Folge der Spur des Geldes“ gilt auch für die Börsen, die Drehscheiben des Kapitals. Kapital ist endlich – und immer mehr davon fließt in nachhaltige Transformationsprozesse der Unternehmen. Weil das Kapital immer den Weg des Wachstums wählt. Und das Kapital geht immer ins Risiko, wenn die Chancen überwiegen.

Die Politik versagt in der Gestaltung der Zukunft

Drei Player am Markt – die Unternehmen, das Kapital und die Konsumenten begrüßen die grüne Transformation der Wirtschaft. Der vierte Player – die Politik – verzettelt sich in ihrer regelungswütigen Bürokratie, sie bricht Investitionszusagen, sie setzt unzureichende Wachstumsanreize und sie praktiziert eine unkalkulierbare Energiepolitik.

In eigener Sache

Wir arbeiten mit Betrieben, die auf dem Weg der grünen Transformation sind. Damit generieren sie Wachstum durch mehr Umsatz, steigende Betriebsergebnisse und sinkende Kosten – sie sind widerstandsfähiger. Und wir befassen uns umfassend fundiert mit den Chancen der grünen Transformation, auch mit unseren Büchern im Springer Verlag.

Ihre

Anja & Stefan Theßenvitz

– – –

Obenstehende Gedanken sind eine Zusammenschau der Wirtschaftsnachrichten aus den letzten Monaten in Deutschland und ergänzt um unsere Expertise.

Quellen (einige von vielen):

Voodoo Science

Voodoo ist immer dann, wenn magische Kräfte walten sollen. Wenn höhere – überirdische oder außerirdische Mächte angerufen werden, um bedrohliche oder verderbliche Entwicklungen für uns Menschen abgewendet oder zum Besseren gewendet werden sollen. Deshalb brachten Menschen Opfer für eine gute Ernte, sie hopsten singend über Feuerstellen für Regen oder errichten (bis heute) Flughafen-Tower aus Bambus in der Hoffnung auf Konservenregen aus Eisenvögeln. Voodoo ist ein bisschen wie Homöopathie. Wirkt es, dann ist alles gut und wir fahren mit dem Hopsen fort. Wirkt es nicht, dann haben wir eben nicht genug gehopst oder nicht fest genug an die Wirkung des Hopsens geglaubt oder zu spät mit dem Hopsen begonnen oder wir haben einen Verräter unter uns Hopsenden.

In meinen jungen Jahren verbrachte ich viele Ferien in Italien und es war immer wunderbar. Das Wetter, die Lebensfreude, der Cappuccino, der Vino, das Meer, der Reichtum an Kulturschätzen und überhaupt diese Leichtigkeit, dieser Charme und die laute Lebensfreude der Menschen. Doch ich blieb stets „deutsch“ und sah auch die schnell rostenden Autos, die knatternden Mopeds, die stinkenden Abwasserkanäle, die morschen Häuser mit ihren schiefen Wänden und Fensterläden mit der Wäsche draußen, die vielen Menschen mit kaputten Zähnen und die Zufälligkeit der Pünktlichkeit – eben all das, was ich als „nicht-deutsch“ empfand. Da war ich ehrlich gesagt immer ein wenig stolz auf „mein“ Deutschland, diese prachtvoll funktionierende Ingenieurnation und einen Johann Sebastian Bach hatten wir auch!

Im Frühjahr 2020 machte sich das Corona-Virus (das ist jetzt der letzte Bezug zur Pandemie, versprochen!) auf der Welt breit und wir alle waren geschockt. Keiner wusste, was zu tun ist und sicherheitshalber blieben die Menschen zu Hause, meist freiwillig. Im Sommer dann wurde das Leben wieder flockiger und ich dachte mir, jetzt bekommen wir das in den Griff, der zweiten Welle werden wir trotzen! Unsere Politiker, Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen tüfteln jetzt einen unserem großartigen Land – eine weltweit führende Industrienation – angemessenen Plan aus und dann zeigen wir es der Welt und dem Virus.

Ich malte mir den Herbst und Winter 2020 ungefähr so aus: In den Schulen sind leistungsfähige Lüftungsanlagen und Luftfilter installiert, wir haben flächendeckend erstklassige digitale Lernangebote zur Verfügung – von der Grundschule bis zur Universität, der öffentliche Personen-Nahverkehr verdichtet seinen Takt auf zwei bis fünf Minuten und die Bahn auf 15 Minuten, damit die Reisenden genug Platz haben. Der Arbeitsplatz findet für die Pandemiezeit wo möglich seinen Weg ins Home-Office, wir bauen zehn Krankenhäuser mit jeweils 1.000 Intensivbetten, die wir vermutlich nicht selbst brauchen und europaweit zur Verfügung stellen können.

Wir haben eine Menge bestens geschulter und bezahlter Pfleger:innen und Ärzte und natürlich haben wir haufenweise Kapazität für die Kinderbetreuung, wo nötig. Unsere Altenheime und Pflegeheime sind auf beste hygienische Standards hin getrimmt und die Hygienekonzepte dort sind so ausgefeilt, dass Besuche jederzeit möglich sind. Natürlich gibt es an jeder Ecke für jedermann und jede Frau schmerzfreie Schnelltests mit verlässlichen Ergebnissen. Natürlich bleiben die Restaurants, Cafés, Bars, Kneipen, Clubs und vor allem die kleinen inhabergeführten Geschäfte offen, denn auch sie setzen die Hygienekonzepte sorgfältig um.

Natürlich finden weiterhin Konzerte mit Zuhörern und Fußballspiele mit Zuschauern statt, einfach weil wir es technisch und logistisch können. Und die Menschen lieben es und machen gerne mit.

Merken Sie was? Pustekuchen! Nichts, Nada, Niente, Zero, Null ist passiert. Keine Strategie, kein Konzept, kein Plan, keine Idee. Na gut, dass mit der Bazooka war schon Klasse, allein der Name ist schon beeindruckend.

Und so langsam keimte in mir ein Verdacht: Wir haben all das nicht umgesetzt, weil wir es nicht konnten. Wir haben es verlernt, gute Ingenieurlösungen zu entwickeln. Wir bekamen die Pandemie nicht mit technischen und logistischen Lösungen in den Griff. Blieb noch der Mensch, den konnte man verängstigen, manipulieren, schurigeln, in seine Schranken weisen und als Schuldigen brandmarken.

Die dargebotenen Lösungen empfand ich als demütigend und erbärmlich. Kinder sollen sich in der Schule warm anziehen und ab und zu in die Hände klatschen und hopsen, so die damalige Bundeskanzlerin. Wir sollten nicht mehr aus dem Haus gehen, außer zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt und zum fresh-air-snapping alone. Die Politik betete das Mantra vor: Menschen treffen ist böse, Alleinsein ist brav. Das war der Griff in das Herz des Mensch-Seins.

Die Kinder mussten eigentlich nur in die Schule, damit deren Betreuung, respektive die Arbeitsfähigkeit der Eltern gewährleistet werden konnte. Genauso sagte es der Söder Markus. Und die Polizei wurde ermächtigt, an jeder Haus- und Wohnungstür zu klingeln und in die gute Stube zu linsen, wer sich da so alles versammelt hatte.

Die damals beschlossenen Maßnahmen waren nur mit der Aushebelung fundamentaler Grundrechte der Bürger kontrollierbar. Was in Deutschland passierte, war Science-Voodoo. Wir verstärkten unsere Anstrengungen in den Bereichen, die bisher auch nicht funktioniert hatten.

Die Psychologie hat dafür einen Begriff: Neurotisches Verhalten. Der Irrsinn fand Gott sei Dank sein Ende, doch als Ergebnis läutete die Pandemie den Beginn eines neurotischen, hypernervösen Zeitalters ein, in dem immer mehr zutiefst verunsicherte und vereinzelte Menschen zur Church of Science beten. Ich flehte damals und auch heute noch um Erlösung: Lasst uns technische und medizinische Lösungen finden statt Voodoo-Gehopse. Auch das auf die Straße kleben und Lebensmittel auf Bilder werfen ist Voodoo.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Exzellente Bildung

Desolat, Niedergang der deutschen Bildung, mangelhaft, Debakel, katastrophal, drastischer Leistungsabfall, Allzeittief, Pisa-Schock, so schlecht wie nie zuvor, Setzen – Sechs, verheerend. Soweit eine Auswahl der Schlagworte aus den Schlagzeilen der deutschen Qualitätspresse nach Veröffentlichung der PISA-Studie am 5. Dezember 2023 über die schulischen Leistungen der halbwüchsigen Schüler in Deutschland in Mathematik, Naturwissenschaften und Deutsch.

Das Bildungsdesaster reicht mittlerweile bis in die Gymnasien hinein. Und sofort war man mit Schuldzuweisungen zur Stelle: die Migrantenquote in den Klassenzimmern, die Ablenkung durch Digital Devices, die Folgen der Corona-Pandemie, mangelhafte Pädagogik, versagende Eltern, unfähige Lehrer, die Veränderungen verhindernde Bürokratie und vermutlich ist an allen Aspekten und Perspektiven etwas dran. Doch den Kern der Misere hat man nicht getroffen.

Als wir 2011 von München nach Leipzig zogen, zogen unsere Kinder mit. Der Jüngere war in München auf einem musischen Gymnasium und erzielte dort manchmal mittlere und meist mäßige Ergebnisse. Freude bereitete ihm die Schule selten. Die Herausforderung in Leipzig war, es gab nur eine passende Schule für die Fortsetzung in dem musischen Schultyp, das war die städtische Thomasschule.

Unser jüngerer Sohn wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und dann saßen wir der Direktorin gegenüber, die sich alles anhörte und dann das letzte Zeugnis unseres Jüngeren unter die Lupe nahm. Dort standen neben einigen Dreiern vor allem Vierer. Sie ging Fach für Fach und Note für Note durch und fragte jeweils nach der Ursache für die Note. Das war unserem Jüngeren sehr unangenehm und uns ehrlich gesagt auch, denn die Antworten und Begründungen klangen in der Summe schon sehr nach Ausrede und äußeren Umständen, womit ich uns Eltern ganz klar mit einbeziehe.

Mein lieber Bewerber, meinte sie, erhob ihren Blick und ließ diesen auf unserem jüngeren Sohn ruhen. Du weißt, meine Schule gehört zu den besten in Sachsen, unsere Abiturienten legen meist ein Abitur mit der Eins vor dem Komma ab und ich will, dass das so bleibt. Kannst Du dir vorstellen, Deine Ergebnisse binnen eines Jahres in jedem Fach um mindestens zwei Notenstufen anzuheben? Leicht errötend nickte unser jüngerer Sohn und bejahte. Versprichst Du mir das? Ein zweites Ja folgte.

In einer der ersten Schulwochen der Thomasschule sollte es für unseren jüngeren Sohn zu unserer großen Freude auf Klassenfahrt an die Ostsee gehen, so könne er gleich zu Beginn des Schuljahres einen guten Zugang in die Klassengemeinschaft finden.

Unser jüngerer Sohn legte uns ein paar Tage vor Abreise ein Formular zur Unterschrift durch uns beide und ihn vor. Neben dem Kleinkram wie Allergien, Unverträglichkeiten und einer möglichen Medikation enthielt das Formular einen Passus, dass jeder Schüler der Thomasschule ein Repräsentant dieser sei und sich entsprechend in der Öffentlichkeit verhalten werde und dass der Schüler dieses Versprechen bitte mit seiner Unterschrift bekräftigen möge und wir Eltern ebenfalls unser Versprechen, unseren Sohn dahingehend zu instruieren, mit Signatur bestätigen.

Wir lernten damals: Im Zentrum gelingender Bildung steht immer eine verbindliche Vereinbarung der zentralen Akteure – der Schüler, der Eltern und der Lehrkräfte.

So wurde unser jüngerer Sohn ein Thomasschüler, seine Klassenkameraden nahmen den Neuankömmling sympathisch in ihre Gemeinschaft auf, und das Wunder geschah. Seine Leistungen verbesserten sich erheblich und noch viel wichtiger, er ging jeden Tag gerne zur Schule und verließ diese mit seinem Abitur in der Tasche – und einige Freundschaften aus der Schulzeit tragen bis heute.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Unternehmen in disruptiven Zeiten | Fallstudie Öffentliche Musikschulen

Deutschland merkt es in jeder Branche – ob Handwerk, Musikschulen und Industrie, Handel, Landwirtschaft und Gastronomie – die Zeit der billigen Ressourcen ist vorbei. Die Zeit der billigen Honorarkräfte ist ebenso vorbei wie die Zeit der billigen Energie. Eine Suche nach Lösungen am Beispiel der prekären Verfasstheit öffentlicher Musikschulen.

Das Prinzip der Ausbeutung ist an seinem Ende

Im Prinzip ist das eine gute Nachricht, denn nachhaltiges Wirtschaften folgt der Prämisse des ausbeutungsfreien und emissionsfreien Wirtschaftens. Wollen wir wirklich in einer Welt weiterleben, in der wir bei vollem Bewusstsein Mensch und Natur ausbeuten für das, was wir Wohlstand nennen?

In Realitas ist das eine schlechte Nachricht, denn so gut wie alle gegenwärtigen Geschäftsmodelle gründen sich auf dem Prinzip der Ausbeutung. Die Industrie kalkuliert mit billiger fossiler Energie, die Musikschulen kalkulieren mit billigen Honorarkräften. Die einen plündern und verwüsten den Planeten, die anderen betrügen Menschen um ein Leben in Würde.

Diese scheinbar diametralen Beispiele verdeutlichen, in der Summe ist man sich branchenübergreifend einig und alle singen das Mantra der alten Ökonomie: Wachstum, Wohlstand und Wertschöpfung gelingen nur mit Ausbeutung. Die Industrie bemäntelt ihr Handeln mit den Zwängen der Globalisierung, die öffentlichen Musikschulen mit dem Sachzwang der leeren öffentlichen Kassen.

Das stille Sterben hat begonnen

Doch das Prinzip der Ausbeutung ist an seinem Ende. Wiederum nur zwei Beispiele: Am 28. Mai 2024 veröffentlichte das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung eine Pressemitteilung mit dem Titel: Leises Industriesterben in Deutschland[1]. Im Jahr 2023 schlossen 176.000 Industriebetriebe ihre Pforten – für immer. Damit verstärkt sich eine seit Jahren voranschreitende Entwicklung in Deutschland. Die wichtigsten Gründe sind die Energiekosten, mangelndes Kapital für Investitionen, erodierende Lieferketten, volatile Preise für Material, der Arbeitskräftemangel und politische Unwägbarkeiten. Systemisch betrachtet waren diese Geschäftsmodelle auf Kante genäht, sie können den Wandel nicht mehr gestalten und verschwinden vom Markt.

Das zweite Beispiel: Das in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkte „Herrenberg-Urteil“ des Bundessozialgerichts vom 28. Juni 2022 schärfte die Kriterien für die Beschäftigung von Honorarkräften an öffentlichen Musikschulen erheblich. Damit ist die Fortführung der Beschäftigung auf Grundlage der bisherigen Honorarverträge nicht mehr rechtssicher[2]. Damit endet die Ausbeutungspraxis hochqualifizierter Arbeitskräfte in öffentlichen Musikschulen. Im Durchschnitt betragen die Personalkosten einer Musikschule 85 Prozent – es ist leicht auszurechnen, dass diese Geschäftsmodelle bei einer neuen Kalkulation mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zusammenbrechen werden.

Volkswirtschaftlicher Exkurs

Das Prinzip der Ausbeutung hat bereits in den letzten Jahrzehnten immer weniger gut funktioniert. Die beigefügte Tabelle mit dem preisbereinigten BIP in Deutschland von 1950 bis 2021 und der sich daran anschließenden Prognos zeigt: Der Grenzertrag des BIP – das Wirtschaftswachstum in Deutschland – wurde von Dekade zu Dekade niedriger. Zum einen gilt natürlich, selbst minimale Zuwächse des BIP in Prozent in der Gegenwart übersteigen die nominalen Zuwächse der 1950er Jahre, zum anderen gilt, der Grenznutzen des bisherigen ökonomischen Handelns scheint erreicht[3].

Die Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums vom 24. April 2024 nennt nach der Schrumpfung des BIP im Jahr 2023 um 0,3 Prozent zum Vorjahr für das Jahr 2024 ein Wachstum des BIP um 0,3 Prozent und für das Jahr 2025 ein Wachstum des BIP um 1,0 Prozent. Soweit ich mich an meine VWL-Vorlesungen erinnere, braucht eine entwickelte Volkswirtschaft pro Jahr mindestens 2 Prozent Wachstum für deren Substanzerhalt[4]. Die Faustregel: das BIP sollte zumindest dem Bevölkerungswachstum entsprechen. Die Bevölkerung in Deutschland wuchs in den Jahren 2014 bis 2023 um knapp 5 Prozent auf 84,7 Mio. Menschen[5]. Das reale – preisbereinigte – BIP wuchs im gleichen Zeitraum um knapp 1,2 Prozent pro Jahr. Dieses Wachstum reicht bei Weitem nicht aus, um die Substanz zu sichern, ganz zu schweigen von den vollständig unzureichenden Mitteln für Investitionen, zum Beispiel in die grüne Transformation unserer Wirtschaft.

Mehr zur grünen Transformation der Wirtschaft lesen Sie hier:

Die grüne Transformation der Wirtschaft

Gleichzeitig fehlt Deutschland jeder Wachstumsimpuls in den Schlüsselfeldern der Ökonomie des 21ten Jahrhunderts rund um Big Data: die vernetzte Mobilität, die KI-gestützte Gesundheitsvorsorge, das Design nachhaltiger Energie- und Wertstoffkreisläufe, die Energiewende und die KI-gestützte öffentliche Sicherheit sind in Deutschland höchstens im Ansatz erkennbar. Je nach kultureller Verfasstheit liegen hier entweder die USA oder China uneinholbar in Führung. Hinzu kommt die in Deutschland seit vielen Jahren stagnierende Produktivität und ihrem leichten Rückgang im Jahr 2023 um ein knappes Prozent[6], während die Weltwirtschaft munter an Produktivität zulegt[7]. Die Produktivität ist im Zusammenhang mit nachhaltigem Wirtschaften insofern von großer Bedeutung, weil mit ihr Wachstum ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch gelingt und die Entkoppelung von Produktion und Emissionen.

Die Morgendämmerung der teuren Ressourcen

Zwischenstand: Die Zeit der billigen Ressourcen – für billige Arbeitskräfte, Material und Energie ist vorbei. Das alte Modell der Ausbeutung ist ausgelutscht. Bisher auf Kante genähte Geschäftsmodelle brechen in sich zusammen. Die Grenzerträge des bisherigen Handelns wandern gegen Null. Wir erleben die Morgendämmerung einer Ökonomie der teuren Ressourcen. Besser wäre es, diese neu aufscheinende Welt die faire Ökonomie zu nennen. Unter Einbezug der sozialen Aspekte und der Umwelt könnte man es auch eine nachhaltige Ökonomie nennen.

Die nachhaltige Ökonomie ist möglich

Verbinden wir die nachhaltige Ökonomie mit einem unerhört neuen Gedanken, Wohlstand neu zu denken, dann könnte sich daraus unter Umständen etwas wirklich Schönes entwickeln, zum Beispiel eine heimische Industrie, die auf der Grundlage wunderbarer Innovationen ausbeutungs- und emissionsfreie Produkte vorzugsweise für den Binnenmarkt produziert und deren Arbeitnehmer dank mehr als auskömmlicher Löhne und Gehälter den Musikunterricht ihrer Kinder fair bezahlen können – unterstützt durch Mittel der Kommunen und Länder, die ebenfalls genügend Geld für die Schaffung öffentlichen Wohlstandes haben. Denn auch eine fair finanzierte öffentliche Musikschule ist Wohlstand – so wie das Krankenhaus, die Straßenbahn, Berufsschulen und Universitäten, die Polizei, Theater, Museen und Konzerthäuser und all das, was ein gutes Leben der Menschen unabhängig von deren privaten Geldbeuteln ermöglicht.

Doch mit dem Traum von einer nachhaltigen Ökonomie allein wird das nichts. Für diese bedarf es Investitionen in Innovationen und vor allem viel Anstrengung. Hinzu kommen nicht ganz einfache Rahmenbedingungen, die wir uns im Folgenden in Schlaglichtern ansehen.

Der Anbruch des disruptiven Zeitalters

So nach und nach wird uns klar, die gemütliche Zeit der linear vorausberechenbaren Entwicklungen ist vorbei. Alles entwickelt sich immer rascher exponentiell – Politik, Gesellschaft, Ökonomie, Umwelt und Wissenschaft verändern sich sehr dynamisch und niemand kennt die Kipppunkte, wann das bisherige Gefüge auseinanderfliegt.

Wir beobachten in der westlichen Welt den wachsenden Zuspruch zu weltanschaulich agierenden Parteien und Politikern von links bis rechts. Die einzigen Parteien in Deutschland mit einem klar formulierten Welt- und Gesellschaftsbild sind die Grünen und die AfD. Sie sind gleichzeitig das bevorzugte Ziel für Attacken auf deren politische Akteure und damit beherrschen sie auch weite Teile des öffentlichen Diskurses. Das ist insofern bemerkenswert, dass der Aufmerksamkeit meist auch die Sympathie folgt – das ist ein altes Gesetz der Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Blicke nach Frankreich, Italien oder die USA zeigen ein ähnliches Bild.

Wir beobachten eine Muslimifizierung des Diskurses, die sich von der UN-Vollversammlung[8] über den UNO-Vorsitz von Saudi-Arabien zur Förderung von Frauen[9] und die Studentenproteste an den Hochschulen der westlichen Welt[10] bis zur voranschreitenden staatlichen Anerkennung der unter der Knute der Terrorhorde Hamas leidenden Bevölkerung Palästinas unter anderen durch die EU-Staaten Schweden, Spanien und Irland[11] erstreckt und auch durch Demonstrationen in Deutschland für ein Kalifat als Lösung[12]. Wir beobachten die Aufspannung des Dreiecks des Hasses von Russland, China und Iran gegen alles, was westlich und damit incl. der Ukraine seiner Vernichtung wert ist[13].

Wir beobachten massive Veränderungen der Biosphäre vom meist stillen Artensterben bis hin zu sehr konkret erlebbaren Folgen der Klimaveränderung auch in Deutschland und wir erleben den Siegeszug der künstlichen Intelligenz als neue Sehnsuchtsapplikation für das Very Big Business im 21ten Jahrhundert in den USA und in China. Europa liegt in diesem KI-Rennen mittlerweile weit abgeschlagen zurück, seine in der Summe und in Relation zu den USA und China bescheidenen Ausgaben für KI-Forschung führten bisher nicht zu den erhofften privaten Investitionen[14].

Man könnte jetzt fragen, was bedeutet das im Kleinen? Was bedeutet das für den mittelständischen Industriebetrieb und die öffentliche Musikschule? Kann uns all das in Deutschland nicht herzlich egal sein? Es kommt auf die Perspektive an, auf die Imaginationskraft einer als erstrebenswert erachteten Zukunft und auf das Maß der zu leistenden Anstrengung für einen Wandel. Doch zuvorderst kommt es darauf an, Tatsachen als solche zu erkennen. Zum Beispiel, dass wir im zänkischen Weiter-So im alten Gleis und im Rangeln um immer kleiner werdende Kuchenstücke den Zug garantiert an die Wand fahren und der Kuchen in matschigen Fetzen von der Windschutzscheibe der Lokomotive rutscht.

Die neue Vereinbarung mit der Zukunft

Nehmen wir als Beispiel die öffentlichen Musikschulen in Deutschland. Wir könnten auch den Industriebetrieb nehmen, doch in dieser Fallstudie geht es um die Gestaltung eines guten Unternehmens und eine öffentliche Musikschule ist auch eines – sofern sie etwas unternimmt. Die humanistische Perspektive der Menschwerdung durch Musik lassen wir beiseite, sie ist das unbestreitbare wertvolle Ziel der musikalischen Bildungsarbeit. Wir befassen uns mit den ökonomischen Grundlagen.

Nachfrage und Image

Jede Musikschule braucht Nachfrage – ihr Wert bemisst sich im Wesentlichen an ihrem Beitrag zum Gemeinwohl, der zum Beispiel anhand der Schülerzahlen bemessen werden kann. Aus der öffentlichen positiven Wahrnehmung einer Musikschule resultiert ihr Markenwert. Er steigt in dem Maße, wie eine Musikschule als aktiver Teil einer Gemeinschaft, zum Beispiel einer Kommune oder eines Landkreises, wahrgenommen wird.

Das öffentliche Geld bleibt knapp

Jede Musikschule braucht Geld – um Löhne und Gehälter zu bezahlen, um die Liegenschaften zu unterhalten, um Instrumente zu kaufen. Sie braucht Geld für Investitionen, für Kommunikation und für ihren Beitrag zum Gemeinwohl – vom Unterricht bis zum Konzert. Dieses Geld bekommt sie im Wesentlichen aus drei Quellen, zu 50 Prozent und meist mehr von den Privathaushalten mit zunehmend schmaleren Geldbeuteln für Bildung und Freizeit, zu in der Regel ungefähr 30 Prozent aus den kommunalen Kassen, deren wirtschaftliche Situation meist als dauerhaft strapaziert bezeichnet werden kann und aus den Kassen der Bundesländer, die sich in Deutschland meist seit Jahrzehnten – vornehm ausgedrückt – in ausgesprochener Zurückhaltung üben.

Die kommenden Jahre in Deutschland vorausgedacht dürfte als realistische Annahme gelten: Das öffentliche Geld bleibt knapp, insbesondere auf kommunaler Ebene. Durch das Industriesterben werden die Steuereinnahmen weiter sinken, die Soziallasten werden entlang der Migration weiter steigen, die Boomer wandern auf die Seite der Rentenempfänger und vergrößern die Arbeitskräftelücke, die staatlichen Investitionen konzentrieren sich auf den Erhalt und die Reparatur der Infrastruktur. Für staatliche Investitionen in neue Geschäftsfelder bleibt kaum Geld. Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass öffentliche Musikschulen am Ende der Nahrungskette bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln eher eine höhere Nummer auf der Warteliste ziehen werden.

Ein paar unangenehme Fragen

Was also bleibt den öffentlichen Musikschulen? Es den Bauern gleichtuend sternförmig gen Berlin ziehen und Transparente mit lustigen Texten schwenkend in Gummistiefeln zum Kanzleramt stapfen? In der Hoffnung auf Mitleid eine gepflegte Depression entwickeln und leise seufzend vor sich hin Sterben? Sich in den sozialen Medien über die Zustände empören und mit Glück zwei Likes und einen zustimmenden Kommentar ergattern – und sich gleichzeitig viele unerfreuliche Kommentare einfangen, die all das etwas anders sehen? Sich an ihre Landesverbände oder an den Bundesverband wenden, deren Gestaltungsimpuls für den notwendigen Wandel sich in den letzten Jahren meist sehr verhalten zeigte? Sich stur auf das alte Geschäftsmodell kaprizieren und mit freitäglichen Sitzstreiks vor dem Rathaus auf eine Fortsetzung des Weiter-so pochen? Online-Petitionen schreiben? Um die öffentliche Anerkennung der musikalischen Bildung betteln? Oder die disruptiven Veränderungen antizipieren und gedanklich alles auf Anfang setzen?

Megatrends bilden die Rahmenhandlung

Jede Musikschule muss akzeptieren, dass sie als Teil dieser Welt nicht alle Entwicklungen beeinflussen kann. Es braucht die Kraft für einen Gestaltungsimpuls der Zukunft und den Mut zur Selbstermächtigung. Es ist entscheidend, die für die Musikschule entscheidenden Megatrends und Treiber des Wandels zu identifizieren und damit zu arbeiten. Die obenstehende Grafik verbildlicht die sieben Megatrendcluster. In der gebotenen Kürze nur so viel: Entscheidend ist immer die Situation Ihrer Musikschule vor Ort. Führen Sie stets eine eigene Megatrendanalyse durch! Es folgt eine mögliche Rahmenhandlung für eine typische Musikschule, die es so in Realitas nicht 1zu1 geben wird.

Megatrends finden statt. Um Megatrends operationalisierbar, für die Gestaltung der Zukunft nutzbar zu machen, unterteilen wir diese in vier Bereiche. Diese ergeben sich aus den Fragen, wie stark ein Megatrend auf die Arbeit der Musikschule einwirkt und wie stark die Musikschule den Megatrend beeinflussen kann. Aus diesen Fragen resultieren vier grundlegende Strategieoptionen.

Megatrends, die kaum auf die Arbeit einwirken und die man kaum beeinflussen kann, werden beobachtet. An Megatrends, die stark auf die Arbeit einwirken und die man kaum beeinflussen kann, muss man sich anpassen, sich gegen negative Auswirkungen absichern und diesen – wenn möglich – ausweichen. Bei Megatrends, die kaum auf die Arbeit einwirken und die man stark beeinflussen kann, kann man situativ und dosiert agieren. Bei Megatrends, die stark auf die Arbeit einwirken und die man stark beeinflussen kann, muss man sich klar positionieren, strategisch agieren, sich Vorteile erarbeiten und sein Macht gezielt nutzen.

Betrachten wir ausschließlich die Megatrends, die stark auf die Arbeit einer Musikschule einwirken. Ihnen muss das besondere Augenmerk gelten, denn sie determinieren die Rahmenhandlung des Kommenden. Achtung: Nicht nur Musikschulen weichen hier gerne in bequeme und leichte Handlungsmuster aus, die einem die Illusion von Wirkmächtigkeit geben. Aus der sachbezogenen Analyse der Megatrends – und zwar unabhängig davon, wie kommod deren Ergebnisse für die Musikschule sind, ergeben sich sieben Handlungscluster: Das Cluster der Ökonomisierung, Globalisierung und Europäisierung, das Cluster rund um Big Data, das gesellschaftliche Cluster mit seinen Milieus, der Demografie und Migration, das Cluster der regionalen Autonomie und Vernetzung, das Cluster rund um die Neugestaltung der Bürgerschaft, das Cluster der Nachhaltigkeit und damit verbunden das Cluster des neuen Konsumentenverhaltens.

Auf Grundlage dieser sachbezogenen Analyse ergeben sich fünf zentrale Handlungsstränge für eine Musikschule innerhalb der Megatrends, die stark auf die eigene Arbeit einwirken. Wichtig ist, mit den eigenen Spielregeln – dem eigenen Geschäftsmodell – Herr im eigenen Haus zu bleiben. Die Digitalisierung dient der Stärkung des Geschäftsmodells. Das Geschäftsmodell bietet den Menschen lebensweltbezogene Angebote auf Grundlange des Bildungs- und Kulturauftrags. Die Musikschule steigert ihren Mehrwert und ihr Maß an Unverzichtbarkeit durch eine tiefe Verwurzelung in und mit der Region und ihrer dichten Vernetzung mit allen relevanten regionalen Akteuren. Das Geschäftsmodell fußt auf den Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens, um dauerhaft relevant zu bleiben.

Selbstbestimmt agieren

Die folgenden Gedanken sind explizit KEINE Blaupause für das Handeln einer öffentlichen Musikschule vor Ort. Sie mögen als Anregung dienen, ausgehend von diesen den Diskurs vor Ort mit allen Beteiligten zu führen – für eine passgenaue und sachgerechte Lösung, die den jeweiligen lokalen Bedingungslagen Rechnung trägt. Die folgenden Gedanken sind als nicht abgeschlossen zu verstehen. Deren Reihenfolge ist zufällig und beinhaltet weder Gewichtung noch Rangreihe.

Selbstbestimmtes Geschäftsmodell: Musikschulen brauchen ein nachhaltiges – ausbeutungsfreies – Geschäftsmodell auf Vollkostenbasis, das sich trägt durch die Schüler und deren Eltern, eine starke Bürgerschaft, eine verantwortlich handelnde Kommune und das die Zukunft der Musikschule unterstützende Land. Die alten Zeiten der billigen Ressourcen und Arbeitskräfte sind (Gott sei Dank) vorbei.

In dem Maße, wie sich Kommunen und das Land weigern, Teil der neuen Vereinbarung zu werden, müssen sich Musikschulen aus diesen toxischen Beziehungen befreien für einen selbstbestimmten Weg mit neuen Partnern. Der unverhandelbare Kern einer öffentlichen Musikschule ist eine qualitätvolle musikalische regional verortete kulturelle und musikalische Bildung, die jedem Menschen unabhängig von seiner biographischen, sozialen und finanziellen Situation offensteht. Nochmal zum auf der Zunge zergehen lassen: Es heißt immer noch öffentliche Musikschule, nicht unter zu prekären Arbeitsbedingungen verdammte Musikschule unter kommunaler Herrschaft. Selbstbestimmung ist Pflicht für eine der Öffentlichkeit und dem Gemeinwohl dienenden Musikschule.

Bürgerschaftliches Engagement: Die meisten öffentlichen Musikschulen wie fast alle Kultur- und Bildungseinrichtungen entstanden vor vielen Jahrzehnten auf Betreiben einer aktiven Bürgerschaft. Diese damals erbrachten bewundernswerten Leistungen wurden nach und nach in übergeordnete konstitutiv organisierte Systeme überführt und damit verschwand häufig der Gründungsimpuls.

Jede öffentliche Musikschule ist in erster Linie eine bürgerschaftlich getragene Institution. Die Politik wird sich in den kommenden Jahren mit Sicherheit nicht stärker engagieren, deren Aufgaben und Lasten sind bereits heute kaum mehr tragbar. Den öffentlichen Musikschulen bleibt die Möglichkeit der Wiederbelebung des Ursprungsgedankens durch die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements und die gezielte Einbindung der Bürgerschaft – vom Förderverein über das Ehrenamt bis hin zur Pflege von Netzwerken und zu ehemaligen Schülern.

Mehrwert dokumentieren: Jede Leistung einer öffentlichen Musikschule kann erfasst werden – als Qualität und als Quantität. Die Dokumentation reicht zum Beispiel von der Qualifikation der Lehrkräfte bis zur Zahl der Schüler und der Kooperationen von der Kindertagesstätte bis zum Pflegeheim, sie umfasst das Leistungsspektrum ebenso wie die Zahl der öffentlichen Aufführungen, der Besucher und des erzeugten Wertschöpfungshebels durch die Arbeit der Musikschule.

Mehrwert kommunizieren: die Öffentlichkeitsarbeit der meisten öffentlichen Musikschulen kann deutlich ausgebaut werden, insbesondere im digitalen Raum. Der dokumentierte Mehrwert findet seinen Platz auf den ansprechenden Websites ebenso wie das Story-Telling aus Sicht der Schüler und die Anzahl und Tiefe der Kooperationen.

Der Schatz der Möglichkeiten mit Social-Media kann gehoben werden ebenso wie die digitale Vernetzung verdichtet, ausgeweitet und vertieft werden kann. Auch Google stellt mächtige Werkzeuge bereit, im digitalen Raum kostengünstig präsenter zu werden.

Qualität beweisen: jede öffentliche Musikschule liefert Fakten für ihre erbrachte Qualität in Form von Aussagen der Schüler, in Form von Zahlen für Wettbewerbe, für das Leistungsspektrum, für angebotene Formate, für die pädagogische Qualität und die miteinander verzahnten Bildungsmodule in Form von Zertifikaten, Urkunden, Mitgliedschaften und Testaten. Menschen lieben Beweise, Qualität und Exzellenz.

Nachhaltiges Geschäftsmodell: Insbesondere die Zusammenarbeit mit Kommunen und deren Mittelvergabe orientiert sich immer mehr an nachweislich nachhaltigen Geschäftsmodellen ihrer Partner und Auftragnehmer. Der DNK – Deutsche Nachhaltigkeitskodex stellt werthaltige Entsprechenserklärungen aus, die allen gesetzlichen Vorgaben Genüge tun und den Kommunen signalisieren: unsere Musikschule ist ein nachhaltig agierender Partner.

Flexibilisieren: Wo immer möglich, muss die öffentliche Musikschule ihr Geschäftsmodell flexibilisieren, um sich schnell und professionell an neue Bedingungslagen anzupassen. Wertvolle Partner erkennt man immer daran, dass sie wirksam agieren und ihren Beitrag leisten.

Kooperation und Vernetzung: Alle in der Kommune relevanten Institutionen müssen mit der öffentlichen Musikschule in Form erlebbarer Zusammenarbeit vernetzt sein. In dem Maße, wie eine öffentliche Musikschule tief im Gemeinwesen vernetzt, verwurzelt und verankert ist, wird sie immer unverzichtbarer für die Kommune.

Kooperativ kollaborieren: Unter dem Gesichtspunkt der Effizienz können Zusammenschlüsse von öffentlichen Musikschulen in Form von losen Kooperationen bis hin zu Fusionen eine gute Lösung sein – sofern damit deren Leistungsfähigkeit steigt, ohne auf Kosten der Substanz der Musikschulen zu gehen, zum Beispiel Personal, Angebotsspektrum, Leistungsdichte und Beschaffung.

Geeignete Rechtsform: Die Rechtsform folgt immer dem Geschäftsmodell und ermöglicht diesem,  friktionsarm innerhalb einer für alle Stakeholder hohen Rechtssicherheit im angestrebten Sinne wirksam zu werden. Ändern sich die Rahmenbedingungen, dann ändert sich das Geschäftsmodell, dann ändert sich die Rechtsform.

Mögliche Rechtsformen einer öffentlichen Musikschule können neben dem eingetragenen Verein oder einer kommunalen Trägerschaft auch eine gemeinnützige GmbH sein, ein Eigenbetrieb, eine Genossenschaft oder eine Stiftung. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wichtig ist, dysfunktionale Strukturen zu zerschlagen und durch wertschöpfende Strukturen zu ersetzen.

Neue Geschäftsfelder: In schwierigen Zeiten öffnen sich meist neue Türen, einfach weil manche Akteure vom Markt verschwinden und weil neue Aufgaben entstehen. Hier gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm, denn nach der Krise kommt der Boom für diejenigen, die in der Krise ihre Hausaufgaben erledigt haben. Jetzt ist die Zeit, über Innovationen nachzudenken. Denn jetzt kann man nur gewinnen – das meiste ist ja bereits verloren und der Rest schlittert schwankend auf der Kante in eine ungewisse Zukunft.

Neue Zielgruppen: Gerade im Privatkundensektor entsteht nicht zuletzt durch die einer nachberuflichen Lebensphase in Massen entgegenstrebenden Boomer ein unfasslicher großer Sinnmarkt. Viele Boomer werden endlich das tun, worauf sie sich ein Leben lang gefreut haben – zum Beispiel das Musikinstrument ihrer Jugend wiederentdecken oder neu lernen – und viele von Ihnen werden das nötige Kleingeld dafür haben. Doch Achtung: Boomer sind konsumerfahren und anspruchsvoll.

Klare Haltung: In einer sich zunehmend auf Werte konzentrierenden öffentlichen Debatte kommt man mit Wischiwaschi nicht weit. Öffentliche Musikschulen brauchen einen klar kommunizierten Wertekanon, der sich eindeutig als weltoffen und allen damit zusammenhängenden Werten verpflichtet. Nur am Rande: das ist eines der DNK-Kriterien.

Umfassende Digitalisierung: Alle Geschäftsprozesse von der Verwaltung in einer öffentlichen Musikschule bis zur Vermittlung müssen digitalisiert werden – um Kosten zu sparen, um Abläufe zu  vereinfachen, um die wertvolle Arbeitszeit der Mitarbeiter für qualitätvolle Arbeit zu nutzen, um Schüler auch digital an sich zu binden, um Kooperationen zu managen. Auch KI-Tools für einfache Antwortroutinen rund um die Verwaltung können erhebliche Kostenvorteile generieren.

Die Grundregeln müssen sein: In der Verwaltung wird alles digitalisiert, was die Effizienz steigert und letztlich stupide Arbeit ist. In der Vermittlung wird alles digitalisiert, was die Unterrichtsqualität unterstützt und was die Bindung der Schüler an ihre Musikschule verbessert.

All diese Aspekte können in ihrer jeweils individuellen Ausformung vor Ort wesentlich dazu beitragen, auf Dauer resiliente – widerstandsfähige – Geschäftsmodelle für öffentliche Musikschulen zu entwickeln.

Mehr über die Entwicklung resilienter Geschäftsmodelle lesen Sie hier:

Resiliente Geschäftsmodelle

Ich wünsche Ihnen frohes Schaffen und gutes Gelingen,

Ihr

Stefan Theßenvitz


Quellen

[1] Quellen: https://www.zew.de/presse/pressearchiv/leises-industriesterben-in-deutschland, https://www.welt.de/wirtschaft/plus251736510/Deutschland-erlebt-ein-leises-Industriesterben-176-000-Unternehmen-geben-auf.htmlhttps://www.welt.de/wirtschaft/mittelstand/plus250234774/Zukunft-der-Wirtschaft-Wer-geht-geht-im-Stillen-Viele-andere-sitzen-auf-gepackten-Koffern.html

[2] Quellen: https://www.nmz.de/nmz-verbaende/verdi-fachgruppe-musik/nach-herrenberg-urteil, https://www.musikschulen.de/medien/doks/recht/faq-honorarvertrag.pdf,

[3] Eine ausführliche Darstellung hierzu mit allen Quellen finden in meinem Buch: Nachhaltig wirtschaften in der Praxis im Kapitel 11 Ökonomische Zusammenhänge und Wechselwirkungen, https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_11

[4] Eine Abfrage bei ChatGPT am 29. Mai 2024 bestätigt mein Wissen. Der Prompt: Liebes ChatGPT, welche Wachstumsrate des BIP – Brottoinlandsprodukts einer Volkswirtschaft ist notwendig, damit die Volkswirtschaft ökonomisch gesund bleibt? Was meinen die Experten? Antwort (Auszug): Für entwickelte Länder (wie die USA, Deutschland oder Japan) wird eine jährliche Wachstumsrate von etwa 2-3% als gesund betrachtet. Diese Länder haben bereits hohe Einkommensniveaus und stabilere wirtschaftliche Strukturen, sodass ein moderates Wachstum ausreicht, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Lebensstandard zu erhalten.

[5] Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/

[6] Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/974199/umfrage/produktivitaet-je-erwerbstaetigenstunde-in-deutschland/

[7] Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article251716650/Produktivitaet-Die-Welt-wird-leistungsfaehiger-und-Deutschland-faellt-zurueck.html

[8] Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/un-palaestinenser-rechte-100.html

[9] Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/saudi-arabien-uebernimmt-vorsitz-der-uno-frauenrechtskommission-menschenrechtler-protestieren-100.html

[10] Nur ein Beispiel von vielen: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-columbia-universitaet-israel-gaza-100.html

[11] Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/palaestina-staat-100.html

[12] Quelle: https://www.brisant.de/kalifat-bedeutung-144.html

[13] https://www.arte.tv/de/videos/114207-000-A/russland-china-iran-front-gegen-den-westen/

[14] Quelle: https://orf.at/stories/3359040/

Manchmal braucht man einen Notfallplan

Unsere Welt besteht aus Tatsachen. Der Lehrermangel, die vielfach heruntergewirtschafteten Schulen und deren häufig mangelhafte Ausstattung, die Probleme vieler Kinder mit Migrationshintergrund mit der deutschen Sprache, missglückte Reformen und unzureichend funktionierende pädagogische Konzepte sind Realität, ebenso wie erschwerte Rahmenbedingungen durch forderungswütige Eltern gegenüber der Schule und neue Lebenswirklichkeiten der Schüler, in der Digital Devices einen festen Platz einnehmen. Das alles hilft nichts, wenn man das Dilemma der unzureichenden Schulbildung beheben will. Es ist wie bei einem Notfallpatienten, wir brauchen erstmal einen Notfallplan, um den Patienten Schule zu stabilisieren.

Größere Klassen beseitigen nicht den Lehrermangel, doch so werden viele Unterrichtsausfälle vermieden. Für meine Generation ist eine große Klasse kein Schrecken, wir waren auf dem Gymnasium bis zu 38 Schüler in der Klasse. Für guten Unterricht in größeren Klassen brauchen wir mehr Disziplin; die Lehrkräfte müssen sich sehr gewissenhaft auf ihren Unterricht vorbereiten, die Schüler brauchen die Ruhe im Klassenverband, um den Wissensstoff aufzunehmen und zu verarbeiten.

  • Der Gemeinschaft verpflichtet
  • Commitment
  • zur Leistung
  • Wille zur Bildung

Wer Lust hat, der googelt die Geschichte von Michael Rudolph, dem Berliner Schuldirektor, der die Außenklinken seines Schulgebäudes abmontieren ließ und die Eingangstüren ab Unterrichtbeginn von außen verschlossen hielt.

Jeder Schüler erhält vor dem ersten Schultag eine sechswöchige Unterrichtsvorbereitung vor dem ersten Schultag. Dort lernen die Schüler Pünktlichkeit, Ordnung, Umsicht mit ihren Schulsachen, sie lernen die Regelmäßigkeit im Lernen, und sie lernen, sich in Aufgaben zu versenken. Wer dennoch den Unterricht über die Maßen stört oder sein Lernverhalten dysfunktional ist, der wiederholt die Unterrichtsvorbereitung.

Alle Lehrkräfte werden konsequent von Verwaltungsarbeit entlastet. Das Einzige, was zählt, ist die Produktivarbeit mit den Schüler:innen. 12 Wochen durchbezahlte Ferien für beamtete Lehrkräfte mit auskömmlichen Pensionsansprüchen sind eindeutig zu viel.

Damit wird eine Berufsgruppe übermäßig privilegiert und diese Privilegien ziehen die falschen Menschen aus den falschen Gründen an. Sechs Wochen bezahlter Urlaub genügen völlig. Die Eltern werden wieder wesentlich stärker in ihrer Erziehungsarbeit gefordert.

Die Eltern sind immer Teil des Bildungsauftrages, deshalb müssen Eltern verantwortlich eingebunden werden. Auch die Lehrkräfte haben einen Erziehungsauftrag, doch eher im Sinne der Heranziehung eines mündigen Staatsbürgers, die Lehrkräfte kümmern sich in erster Linie um die Bildung. Nicht akzeptable Deutschkenntnisse, unsoziales und die Mitschüler schädigendes Verhalten sind nicht akzeptabel.

Die Deutschkenntnisse werden in eigenen Förderklassen auf Vordermann gebracht, Störungen werden hart bestraft. Besserung wird massiv belohnt. Das alles ist ein Haufen Arbeit, insbesondere für die Lehrkräfte, das Verwaltungspersonal in Schulen und die Eltern, und genau deswegen scheitert unser Schulsystem fast mit Ansage. Die Akteure sind oft schlicht faul und Schuldzuweisungen und Konferenzen und Tagungen und Konzepte schreiben ist viel leichter als das verantwortliche Wirken am Menschen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Bildung braucht Bindung und Vertrauen in Talent

Spannen wir den Bogen über den Notfallplan hinaus etwas weiter für gute Ansätze und Lösungen, die das Lebensglück der Kinder auf Grundlage einer guten Bildung auf ein tragfähiges emotionales und kognitives Fundament stellen. Alle Kinderkrippen werden privatisiert. Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr gehören in ein behütetes Zuhause, in dem sie Vertrauen, Geborgenheit, Beständigkeit und Liebe erfahren. In Einzelfällen mit häuslicher Gewalt, Drogensucht der Eltern und Verwahrlosung entscheidet das Jugendamt, ob ein Kleinkind in einer Kinderkrippe besser aufgehoben ist als zuhause.

Wir sollten die frühkindlichen Traumata beenden, mit einem Gefühl des täglich abgeschoben Werdens aufzuwachsen. Wir sollten die Kleinkinder aus den Fängen der Liebesersatzdienstleister befreien. Wer sich dennoch für eine Kinderkrippe entscheidet, bezahlt diese vollständig aus eigener Tasche und sollte sich idealerweise rechtzeitig prüfen, ob er emotional und psychisch in der Lage ist, gute Eltern sein zu wollen. Kindergärten sind und bleiben für Kinder hervorragende Möglichkeiten, sich zu entwickeln – wenn sie auf dem dafür geeigneten Entwicklungsstand sind: motorisch, sprachlich, verständigungsfähig und mitmachbereit.

Wir brauchen eine Schule, die ihren Namen wieder verdient, in der Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten und Talenten gefordert und gefördert werden. Wir brauchen die gleichgewichtige Ausbildung mit anerkannten Abgangszeugnissen in der Hauptschule für Kinder und Jugendliche mit überwiegend praktisch-händischen Befähigungen, Neigungen und Talenten, in der Realschule für Kinder und Jugendliche mit überwiegend organisatorisch-planerisch-kognitiven Befähigungen, Neigungen und Talenten und Gymnasien für Kinder und Jugendliche mit überwiegend wissenschaftlichen Befähigungen, Neigungen und Talenten. Natürlich ist jede Schulart durchlässig in alle Richtungen.

Das Fatale an der bisherigen Entwicklung ist die Herabwürdigung der Hauptschulen und Realschulen unter die Gymnasien, in die so gut wie alle Kinder gepresst werden, obwohl viele von ihnen dafür nicht geeignet sind und im Laufe ihrer Bildungskarriere zu todunglücklichen, sich selbst fremden Menschen werden. Leider sind die wertenden Konnotationen der Begriffe Hauptschule, Realschule und Gymnasium in der Gesellschaft so fatal festgebacken. Unter Umständen brauchen wir gleichgewichtige neue Namen für diese drei im Grunds sinnvollen Schulformen und dafür jeweils inhaltlich scharfe und wertschätzende Profile.

Ich traue mir zu, in einem einwöchigen Ferienlager mit 50 zehnjährigen Kindern und vier weiteren Betreuern die Befähigungen, Neigungen und Talente jedes Kindes sehr genau zu erfassen. Die einen spielen still vor sich hin und entdecken die Welt im Kleinen und Großen in erster Linie für sich, die anderen tummeln sich in Gruppen, in diesen Gruppen bilden sich die Führungskräfte heraus, bei Gemeinschaftsaufgaben finden sich schnell die Praktisch veranlagten, die Hilfsbereiten, die Kümmerer, die Mitdenker, die Extraschlauen und die Logistiker.

Es ist nicht so schwer, Kinder entlang ihrer Befähigungen, Neigungen und Talente zu fordern und zu fördern. Auch die Störenfriede, Unruhestifter und subversiven Verweigerer erkennt man schnell. Um diese Kinder kümmert man sich mit konkreten Rückmeldungen und Aufgaben, die ihnen helfen, einen guten Zugang zu sich selbst und zur Gemeinschaft zu finden. Gutes Verhalten wird belohnt, positive Verhaltensänderungen werden belohnt, Einzelleistungen und Gemeinschaftsleistungen werden belohnt. Kreativität wird belohnt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Nachhaltiges Wirtschaften schafft Mehrwert

Nachhaltiges Wirtschaften ist unsere Managementmethode der Wahl zur Steigerung der Wertschöpfung. Unser System des nachhaltiges Wirtschaftens schafft Mehrwerte für Ihre Kunden, für Ihr Unternehmen und für die Gesellschaft. Nachhaltiges Wirtschaften beginnt bei der sauberen Analyse der Wertschöpfungskette. Nachhaltiges Wirtschaften umfasst alle Betriebsabläufe Ihres Unternehmens. Nachhaltiges Wirtschaften reicht bis hin zur glaubwürdigen Kommunikation von Nachhaltigkeit. Anbei ein paar weiterführende Informationen und vertiefende Gedanken hierzu:

Unternehmen gewinnen nachhaltig

Werkzeuge und Methoden für nachhaltiges Wirtschaften

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Zur Sonne, Zur Freiheit | Das kleine Handbuch für ein gelingendes Leben

Dieses Buch richtet sich an Menschen, die ihr Leben frei und selbstbestimmt gestalten wollen. Wer hier fündig zu werden glaubt auf der Suche nach gefälligen Abkürzungen, nach Big Tricks, magischen Erfolgsformeln oder Mantren, die die Tat ersetzen, der irrt. Der irrt wie 97% aller Menschen, die ihr Leben schlicht verdämmern zwischen guten Vorsätzen, opportunistischer Unterwürfigkeit, genussvoll leidend zelebrierter Fremdbestimmung, Selbstüberschätzung, Konfliktscheu und Faulheit.

Ich schreibe hier meine Erfahrung und Gedanken auf, weil ich glaube, Dir als einem der 3% helfen zu können. Ich will Dir Zuversicht in Deinen Lebensentwurf geben und Dich ermuntern, Deinen Weg zu gehen. Der Weg der schaffensfrohen, selbstbestimmten Menschen ist selten gespurt. Viel bequemer ist der Weg der Vielen, die stumpf in der Herde auf ebener Bahn vor sich hin trotten und erst am Ende ihres Lebens das Donnern des Wasserfalls hören. Dein Leben ist kurz und es ist wertvoll. Nutze es zum Guten und nutze es für Dich – Carpe Diem.


  • 36 € brutto
  • inkl. 19% MwSt.
  • inkl. Versand

Jetzt bestellen im Onlineshop | SHOP.THESSENVITZ

Bildung dient der Menschwerdung in Gemeinschaft

Erlauben wir uns einen Blick in eine mögliche Zukunft der Schule. Die Fächer Werken, Hauswirtschaft, kaufmännisch Rechnen, Deutsch, Sport, Musik und Kunst sind Pflichtfächer im Bildungskanon von der ersten bis zur Abschlussklasse. Eine gute Schule dient der Menschwerdung. Mensch sein bedeutet, sich selbst tragen zu können, sich in erster Linie selbst helfen zu können, sein Leben im Griff zu haben und sich und seine Persönlichkeit ausdrücken zu können.

Kein Kind bleibt zurück. Bildung wird für jedes Kind konsequent durchgesetzt, es gibt kein Pardon für bildungsferne Eltern, die ihren Kindern die Menschwerdung vorenthalten. Bildung ist Pflicht. Deshalb übernimmt die Gemeinschaft der Steuerzahler – gemeinhin Staat genannt, wenn es um Geld geht – die Kosten für Bildung, Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung, von der Grundschule bis zum Studienabschluss, vom Computerkurs bis zur Meisterschule.

Viele Studiengänge insbesondere der Geisteswissenschaften werden Privatsache, hier ist eine Renaissance der Privatgelehrten sehr begrüßenswert. Der Steuerzahler bezahlt, was der Gesellschaft konkret dient, was die Gesellschaft voranbringt, was die Welt konkret verbessert, was Wohlstand und Fortschritt schafft und was einen ökonomisch tragfähigen Lebensentwurf ermöglicht.

Bildung reicht weit über Schulen, Meisterschulen, Berufsfachschulen und Hochschulen hinaus. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk investiert massiv in Bildungsangebote für alle Bildungs-, Bevölkerungsschichten, um wieder seinem Bildungsauftrag gerecht zu werden.

Im Internet will ich zahllose qualitativ hochwertige Bildungsangebote finden, ich will endlich Wissens- und Bildungsplattformen auf Weltniveau, um jederzeit jedermann und jedefrau den qualitätvollen Wissenserwerb und das individuelle Lernen zu ermöglichen, hier sehe ich die Bildungspolitik in Deutschland, gleich ober Ländersache oder nicht, massiv in der Pflicht.

All das dient dem Ziel: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Damit erfüllt die Bildung in einer nachhaltig agierenden Gesellschaft ihren Auftrag – Bildung ist ein Stützpfeiler soziale Nachhaltigkeit, die jeden Menschen befähigt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Gute Lebensmittel

Weltweit betrachtet ist der Hunger ein sehr großes Problem. Die Website des BMZ zählt zwei Milliarden Menschen, die nicht jeden Tag genug Essen haben und es bilanziert weltweit Lebensmittel im Wert von über 400 Milliarden US-Dollar, die jährlich verderben. In Deutschland sprechen wir eher von Ernährungsarmut, Mangelernährung  und insbesondere von Fehlernährung  im Sinne von Überernährung.

Essen ist für uns Menschen mit Lust verbunden. Jede Handlung, die für unser Überleben – als Individuum oder als Art – von existentieller Bedeutung ist, verbindet unser Körper mit einem starken Gefühl, einem Trieb, einem unbedingten Willen. Wir müssen essen, um zu leben, doch wir empfinden meistens keinen Handlungsdruck in Form eines äußeren Zwanges, wir entwickeln einen gesunden Appetit und Vorfreude auf die nächste Mahlzeit.

Genetisch leben wir Menschen immer noch in einer Zeit der permanenten Knappheit, so wurden wir vor abertausenden Jahren programmiert. Damals wurde jede sich bietende Gelegenheit dankbar angenommen, sich satt zu essen und sich wann immer möglich einen Vorrat zuzulegen, ein Polster eben, denn man wusste nie, wann es wieder zu essen gab.

Männer speichern die überschüssige Energie eher als Fett zwischen den Organen vorzugsweise im Bauchbereich, um beim Jagen in ihrer Beweglichkeit und Schnelligkeit möglichst wenig behindert zu sein.

Bei Frauen legt sich das Fett eher unter die Haut von Bauch, Hüften und Oberschenkeln. Dadurch entsteht die typisch weibliche Silhouette. Das ist insofern praktisch, als damit auch deren Gebärmutter wirksam vor Kälte geschützt wird.

Diese uns in den Genen liegende Programmierung ist in Deutschland im Jahr 2023 fatal, denn Essen gibt es an jeder Ecke, an der Tankstelle und der Imbissbude, im Einkaufsmarkt, im Restaurant, im Café, in der Kantine oder als Lieferdienst. Wir entkommen weder dem Essensangebot noch unserem Fresstrieb – es sei denn, wir zügeln unsere Lust mit dem Großhirn und das erfordert dauerhafte Anstrengungen.

Hinzu kommt das Dilemma, dass die Fresslust vieler Menschen in den Industrienationen nicht weiß, welche Ernährung gesund für sie ist. Das Essverhalten ist durch die dauerhafte Versorgung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln oftmals degeneriert. Die Fresslust ist konditioniert auf Essen, das uns schnell mit viel Energie versorgt, also Fleisch, Fett und Zucker und was unseren Appetit beflügelt, also Salz, Gewürze und Alkohol. Das wäre alles kein Problem, wenn diese Dinge knapp wären. Sind sie aber nicht.

Es ist immer wieder interessant, das Essverhalten von Kindern zu beobachten und zu analysieren. Jedes Kind wählt die ihm bekömmliche Nahrung innerhalb des kulturellen Kontextes und seiner genetischen Disposition, sofern es die Wahl hat. Kinder, die ihr Essen frei wählen dürfen, entwickeln sich besser als Kinder, denen bestimmtes Essen vorgesetzt wird. Allerdings entwickeln Kinder bereits im Mutterleib bestimmte Vorlieben für Geschmack und ihr Stoffwechsel passt sich dem der Mutter an .

Mangelnde Bildung erschwert Kenntnisse und Erkenntnisse und diese wiederum führen zu einem Konsumverhalten von Lebensmitteln, das Folgeprobleme nach sich zieht. Man kann sich sein Essen mit nicht verarbeiteten Lebensmitteln zubereiten (zum Beispiel Obst, Gemüse, Eier, Milch und frisches Fleisch), man kann leicht verarbeitete Lebensmittel (zum Beispiel Butter, Zucker, Salz, Brot, Käse, Nudeln und Pflanzenöl) und hochverarbeitete Lebensmittel hinzunehmen (zum Beispiel Süßigkeiten, Cerealien, Softdrinks, Tiefkühlpizza, Fertiggerichte und Instantsuppen) oder die nicht und leicht verarbeiteten Lebensmittel durch hochverarbeitete Lebensmittel ersetzen.

Je verarbeiteter Lebensmittel sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein dauerhafter und reichlicher Genuss dieser zu gesundheitlichen Problemen führt. Die Ursache finden wir in der Konfektionierung hoch verarbeiteter Lebensmittel der Industrie. Sie verwendet viel Salz, Zucker und Fett als Geschmacksträger, sie erhöht die Haltbarkeit der Lebensmittel mit Konservierungsstoffen und ersetzt gerne natürliche Inhaltsstoffe durch künstliche Inhaltsstoffe (zum Beispiel für Farbe, Geschmack und mehr Volumen).

Die Lebensmittelindustrie setzt bei ihren Produkten auf eine hohe Energiedichte bei geringer Nährstoffdichte und gleichzeitig maximal reduzierten Herstellkosten. Industrielle Lebensmittel werden mit manipulativer Werbung massiv in unser Relevant-Set gehämmert und sie haben einen niedrigen Sättigungseffekt. Die Folgen: man isst einfach zu viel; mit den sich daran anschließenden bekannten Folgen für das Wohlbefinden und die Gesundheit.

Insbesondere Menschen mit Bildungsdefiziten und schmalem Geldbeutel greifen signifikant häufiger zu industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Die Markenprodukte der Lebensmittelindustrie suggerieren immer knapp an der strafbewehrten Lüge vorbei Wohlfühl- und Sorglos-Aspekte und animieren zum beherzten Zugreifen, nicht zuletzt mit dem Versprechen, damit ein wertvoller Teil der Konsumenten zu sein, die sich und ihren Lieben gerne viel Gutes gönnen. Die Wahrheit ist: Industrielle Nahrungsmittel sind ein Geschäftsmodell mit vielen Profiteuren.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Kundenbeziehungen gut gestalten | Ein Praxis-Handbuch

Dieses Buch konzentriert sich auf die aktive Gestaltung von Kundenbeziehungen.

Die Inhalte des Buches umfassen Aspekte des persönlichen Vertriebs, des Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit und Sie finden Anregungen für die Beziehungsarbeit im Internet. Das Buch bezieht wesentliche Erkenntnisse der Verhaltenspsychologie mit ein.

Das Buch richtet sich an Menschen, die Verantwortung tragen und die ihre Kundenbeziehungen erfolgreich gestalten wollen.

Dieses Buch ist für Unternehmerinnen und Unternehmer – für Inhaber*innen und Geschäftsführer*innen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das Buch richtet sich an Handwerksbetriebe und Dienstleister, an Selbständige und auch an NGO und gemeinwohlorientierte Organisationen. Es richtet sich an Menschen, die ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

Jedem Kapitel zugeordnete praxiserprobte Vorlagen, Checklisten, Mustertexte und Arbeitshilfen unterstützen Sie darin, sofort wirksam mit Ihrer Beziehungsarbeit zu beginnen.

  • DIN A4
  • 300 Seiten
  • Softcover
  • Digitaldruck

  • 25 € brutto
  • inkl. 19% MwSt.
  • inkl. Versand

Jetzt bestellen im Onlineshop | SHOP.THESSENVITZ

Öffentlichkeitsarbeit | Das Handbuch für kluge Köpfe

Dieses Buch konzentriert sich auf die aktive Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Inhalte des Buches umfassen den Sinn, die Spielregeln, die Inhalte und die Werkzeuge guter Öffentlichkeitsarbeit. Sie finden fundierte Anregungen für die Kommunikation mit Ihren Kunden, mit der Politik und der Öffentlichkeit, die wirklich funktionieren.

Das Buch richtet sich an Menschen, die Verantwortung tragen und die ihre Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich gestalten wollen.

Dieses Buch ist für Unternehmerinnen und Unternehmer – für Inhaber*innen und Geschäftsführer*innen von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Das Buch richtet sich an Handwerksbetriebe und Dienstleister, an Selbständige und auch an NGO und gemeinwohlorientierte Organisationen. Es richtet sich an Menschen, die ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen.

Jedem Kapitel zugeordnete praxiserprobte Vorlagen, Checklisten und Arbeitshilfen unterstützen Sie darin, sofort wirksam mit Ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu beginnen.

  • DIN A4
  • 130 Seiten
  • Softcover
  • Digitaldruck

  • 18 € brutto
  • inkl. 19% MwSt.
  • inkl. Versand

Jetzt bestellen im Onlineshop | SHOP.THESSENVITZ

 

Mieses Gemüse

Wer arm ist, dem fehlt meist das Geld für eine gesunde Ernährung. Mit unter sechs Euro Regelsatz pro Tag und Mensch im Rahmen des Bürgergeldes  für Ernährung dürfte es eng werden für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Zudem kochen nur etwas über 35 Prozent der Menschen in Deutschland mit sinkender Tendenz regelmäßig , knapp 14 Prozent der Menschen kochen nie.

Besonders schön entfaltet sich zur Fehlernährung das Dilemma der jetzigen Wirtschaftsweise. Viele Menschen leben in beruflichen, ökonomischen und sozialen Situationen, die ihnen die Zubereitung von schmackhaftem und gesundem Essen mit frischen unverarbeiteten Zutaten erschweren. Verbunden mit unzureichenden Kenntnissen in der Aufbereitung, Zubereitung, Lagerung und vollständiger Verwertung von Lebensmitteln, beruflich bedingtem Zeitmangel und anstrengenden sozialen Bedingungslagen folgen aus der Fehlernährung weitere Probleme wie Adipositas, Bluthochdruck und Gefäßkrankheiten . Diese Krankheiten erzeugen volkswirtschaftlichen Kosten  und dennoch profitieren viele Akteure in diesem System – insbesondere die Lebensmittelindustrie, die Logistikbranche, die Lebensmitteldiscounter, die Pharmabranche und nicht zuletzt Ärzte, Kliniken und Therapeuten.

Diese Wirtschaftsweise erhöht zwar das BIP – Bruttoinlandsprodukt , sie ist allerdings nicht nachhaltig. Der Dreiklang des Problems besteht aus ungesunden und billigen hochverarbeiteten Lebensmitteln, aus mangelnder Aufklärung über deren Risiken und der denaturierten Ernährungsweise vieler Menschen.

Der weiße Elefant im Raum heißt steuern und Steuern – die Lebensmittelindustrie, die Aufklärungsarbeit und die Verbraucher. Leider wird der Diskurs über die Besteuerung der Lebensmittel ideologisch entlang des Grabens Vegetarisch – Karnivor geführt. Tierfleisch essende Menschen sind einem zunehmenden Rechtfertigungsdruck ausgesetzt, dieser reicht von der unverschämten Energieaufnahme von Nutztieren im Vergleich zu ihrer Energieleistung über den Vergleich mit Fleischessern als Mörder und ihrer Schuld am Hunger im globalen Süden bis hin zu den die Atmosphäre zerstörenden Rinderflatulenzen.

Betrachten wir abgesehen von den weiteren Nährwerten (die sich jeder selber ergoogeln kann) nur die Kilokalorien (kcal) ausgewählter Nahrungsmittel: 1 kg Kartoffeln enthält ca. 700kcal, ein 1 kg Getreide liegt je nach Art bei ca. 360kcal, ein 1 kg Salat ohne Dressing landet bei ca. 150kcal und 1 kg Rindfleisch ist mit ca. 2.200kcal dabei. Je nach Absender variieren die Daten des Platzverbrauches im Vergleich zu Anbauflächen für beispielsweise Kartoffeln, Äpfel oder Karotten und der Energieaufnahme von Rindern über ihre Lebensspanne hinweg sehr stark – beim Futter reicht die Spanne von 1,7kg Kraftfutter für 1kg Fleisch bis hin zu 16kg Getreide. So findet jede Ideologie die ihrer Argumentation zuträgliche Datenbasis.

All diese Daten und Vergleiche sind letztlich nicht hilfreich und schüren nur das Gegeneinander. Verschwiegen werden in diesen Diskursen gerne differenzierte Betrachtungen über die lokale Bodenqualität, die klimatischen Bedingungen, und den natürlichen Wasserhaushalt. Kurz gesagt: Der Anbau von Pflanzen ist nicht immer gut, die Zucht von Nutztieren für deren Verzehr ist nicht immer schlecht.

Nehmen Sie als zwei Beispiele von abertausenden die Produktion von Kartoffeln für die Pommes Frites der Fastfood-Ketten und einen kleinen Biobauernhof, der seine Rinder für den lokalen Verzehr aufzieht, schlachtet und in der Region mit Direktvermarktung verkauft. Das Übel der Lebensmittelproduktion findet sich in den Anbaubedingungen, der Verwendung von Pestiziden, dem Einsatz genmanipulierten Saatguts und dem Einsatz von Antibiotika in der Tiermast.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Mangelernährung macht fett

Versuchen wir gedanklich einen anderen Weg. Der Mensch ist genetisch als Omnivor – als Allesfresser – gebaut. Ihm bekommt besonders gut eine abwechslungsreiche Mischkost, die idealerweise frisch zubereitet ist. Jede Einschränkung der Vielfalt bedeutet Mangel. Zum Beispiel war die Skorbut über Jahrhunderte hinweg eine Geißel der Seefahrer, einfach weil es ihnen auf ihren monatelangen Reisen schlicht an Vitamin C mangelte.

Moderne Mangelernährung resultiert aus Nährstoffmangel, man kann als dicker Mensch auch mangelernährt sein. Jedes Lebensmittel kann nur so gut sein wie sein Herstellungsprozess. Das gilt für jedes Lebensmittel – für Fleisch, für Obst und Gemüse, für Nudeln, Tomaten und Pilze – und natürlich auch für Tiefkühlpizza.

Die Lösungen werden den wenigsten schmecken, insbesondere der gezielt Lebensmittelmüll produzierenden Lebensmittelindustrie und den sich achtlos mit Lebensmittelmüll vollstopfenden Menschen. Man hört schon das Gezeter vom freien Markt und der freien Bürger – beides ist Unsinn.

Wer schädliche Produkte in den Umlauf bringt und anderen damit schadet, handelt vorsätzlich verantwortungslos. Das muss ein Ende haben. Gleichwohl liegt auch die Verantwortung beim Verbraucher, sich und anderen – der Gemeinschaft – nicht zu schaden. Die Lösungen bestehen aus einer Mischung von Markt, Gesetzen und Steuern.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Gewinnmaximierung ist sehr teuer

Jeder Markt entsteht durch Angebot und Nachfrage. Die Bereitstellung der Angebote erfordert Arbeitskraft, Energie und Ressourcen. Die daraus resultierenden Herstellkosten müssen erwirtschaftet werden, um all das zu bezahlen zuzüglich Gewinn und Rücklagen für Investitionen. So weit, so einfach. Ein industrieller Hersteller profitiert erheblich von Kostendegressionseffekten.

Es ist erheblich kostengünstiger, Millionen von Hühnern in einer Massentierhaltung für die Produktion von Eiern zusammenzupferchen als eine Handvoll freilaufender Hühner in einem Hühnerhotel zu halten. Die Kostendegressionseffekte reichen vom Einkauf von Futtermitteln über den Energieeinsatz bis hin zu den Personalkosten. Deshalb sind industrielle Prozesse so unfasslich sexy.

Problematisch wird es immer dann, wenn das oberste Ziel die Gewinnmaximierung ist. Verbunden mit den anonymen Kundenbeziehungen und den nicht öffentlich einsehbaren Produktionsprozessen entsteht daraus die große Versuchung, es nicht so genau zu nehmen. Ein handwerklich arbeitender Bauernhof mit direktem Kontakt zu seinen regionalen Kunden steht diesen täglich im hellen Licht gegenüber.

Abschließend hierzu: nicht jedes Industrieunternehmen ist böse, nicht jeder Bauernhof ist gut. Entscheidend ist immer die Zielsetzung und das Maß an Verantwortung, die jeder Betrieb in der Herstellung seiner Produkte für seine Kunden, seine Mitarbeiter und die Umwelt übernimmt. Eine gute Lösung ist, die Nachhaltigkeit als oberstes Ziel zu setzen und entlang dieser Kriterien für alle hergestellten Güter eine neue Vollkostenrechnung einzuführen, die die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette umfasst.

Die gesetzlichen Regelungen umfassen die Sorgfaltspflicht bei der Herstellung von Lebensmitteln. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit müssen hinzugenommen werden: gerechte Löhne für alle Menschen in der Landwirtschaft, die artgerechte Haltung von Tieren vorwiegend im Freiland unter Berücksichtigung ihres angeborenen Verhaltens, kein Transport von lebendenden Tieren weiter als 50km, kein Export von Fleisch aus Deutschland und kein Import von Fleisch nach Deutschland.

Es gibt kein Menschenrecht auf argentinisches Rindfleisch in Deutschland und auf in Deutschland gezüchtete Schweine in China. Diese Regelungen begünstigen die regionale, bäuerliche Landwirtschaft und sie führen zu stark steigenden Preisen für Fleisch. Sie begünstigen die Wertschätzung für das Naturprodukt und sie erhöhen die Wertschöpfung in regionalen Kreisläufen.

Steuerlich ein Segen sind differenzierte Steuersätze für differenziert zu betrachtende Lebensmittel. Unverarbeitete Lebensmittel, die nach den Regeln der Biolandwirtschaft hergestellt werden, müssen mehrwertsteuerfrei sein. Das begünstigt in einem freien Wettbewerb günstigere gesunde Lebensmittel.

Importierte unverarbeitete Lebensmittel, zum Beispiel Bioerbsen aus Ägypten oder Biotomaten aus Spanien müssen zwingend auf ihre Nachhaltigkeit hin geprüft werden – entsprechen die Arbeitsbedingungen und sozialen Standards für die dort Beschäftigten unseren Standards? Wenn nicht, dann werden Strafzölle in dem Maße fällig, wie diese Nachhaltigkeitskriterien nicht eingehalten wurden. Hört man da wieder den Ruf nach dem freien Markt?

Freier Markt bedeutet insbesondere nicht, Mensch und Natur für die Maximierung des Gewinns auszubeuten. Es bedeutet, langfristig weltweit für gerechte Löhne zu sorgen. Es bedeutet, langfristig weltweit für faire Produktionsbedingungen einzutreten und damit auch Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Es bedeutet mit den Strafzöllen zum Beispiel die heimische Landwirtschaft zu fördern.

Für leicht verarbeitete Lebensmittel kann der Mehrwertsteuersatz bei sieben Prozent bleiben. Daran sind die Menschen gewöhnt. Alle anderen Lebensmittel werden mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt zusätzlich der durch ihren Verzehr entstandenen Gesundheitskosten. Wie bei allem gilt auch hier das Verursacherprinzip. Wer den Schaden anrichtet, bezahlt für dessen Beseitigung.

Alle Lebensmittel produzierenden Unternehmen – gleich ober Konzern oder Nebenerwerbsbetrieb – legen ihre verarbeitenden Inhaltsstoffe offen. Deren Risikoanteil an den Zivilisationskrankheiten sind bekannt. Die Summe der risikobehafteten Inhaltstoffe stellt man die Summe der daraus resultierenden Krankheiten und der damit verbundenen Gesundheitskosten gegenüber, vom Arzt bis zur Reha. Alle Produzenten hochverarbeiteter Lebensmittel bedienen den Gesundheitsfonds anteilig ihrer verwendeten Inhaltsstoffe und daraus werden die Gesundheitskosten bezahlt. Das ist ein fairer Beitrag, den volkwirtschaftlichen Schaden durch die Verursacher zumindest in Teilen zu beheben.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

vhs Hochtaunus und VHS Bad Homburg | Fusionsberatung

Beratung, Begleitung und Unterstützung der geplanten Fusion der Volkshochschulen Hochtaunus und Bad Homburg in den Bereichen Geschäftsfeldentwicklung, Organisationsentwicklung, Management und Rechtsform.

Die neue Wirtschaftseinheit soll eine stärkere Marktposition im Wettbewerb erlangen. Die wesentlichen Hebel hierfür sind die Vertiefung und der Ausbau der Geschäftsfelder entlang der wirtschaftlichen, technischen, gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen und die Generierung von Kostenvorteilen.

Das Fusionsteam findet alle Arbeitsunterlagen im geschützten Bereich.

Die Mitarbeiter finden alle Arbeitsunterlagen für die Briefings im geschützten Bereich.

Falsch wählen wiegt schwer

Bleibt zum Schluss dieses Kapitels die Verantwortung für jeden von uns, für jeden Verbraucher, für jede Konsumentin. Wir müssen essen, um zu leben, doch was wir essen, folgt unserer Erziehung, unseren Erfahrungen, den regionalen Gegebenheiten und unseren kulturellen Vereinbarungen.

Niemand wird als Tiefkühlpizzamensch geboren und auch nicht als Rohköstlerin. Menschen müssen so früh wie möglich mit Essen und dessen Zubereitung in Berührung kommen, täglich, denn wir essen ja auch mehrmals täglich. Nur so entsteht ein tief verankerter Ursache-Wirkungszusammenhang aus Ernte, Zubereitung, Essen, sozialer Vereinbarung und Wohlbefinden.

Jedes Kind lernt kochen, spätestens ab dem Kindergarten. Jeder Kindergarten, jede Schule und gerne auch jede Hochschule verfügt über eigene landwirtschaftliche Nutzflächen für Obst, Gemüse, Kräuter, Getreide und Nutztiere oder eine direkte Anbindung an regionale Bauernhöfe. Ein Backhaus ist dabei ebenso vorstellbar wie ein Schlachthaus. Hauswirtschaft ist ebenso wie Mathematik und Deutsch ein Pflichtfach – von der ersten Klasse bis zur Abschlussprüfung. Hauswirtschaft umfasst auch die Lagerung und die Verarbeitung von Lebensmitteln. Um Essen als wertvolles Lebensmittel zu begreifen, müssen wir den Umgang damit erlernen.

Verbote für Menschen sind gegen die Grundregel einer offenen Gesellschaft, das gilt für das Essen ebenso wie für Suchtmittel aller Art. Menschen, die sich ausschließlich von Bioleberkäse ernähren, werden relativ rasch gesundheitliche Probleme bekommen. Menschen, die viel rauchen und Alkohol trinken, auch. Das ist der Preis einer offenen Gesellschaft. Die weniger guten und schädlichen Konsumprodukte, vom Benzin über den Tabak bis hin zum Alkohol sind mit saftigen Zusatzsteuern und Abgaben belegt. Das gilt auch für hochverarbeitete Lebensmittel. Alles andere regelt der Markt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Umfassende Gesundheit

Trotz weltweit bestehender großer Defizite zu Gesundheit und Wohlergehen seien zwei positive Zahlen erwähnt. Die Kindersterblichkeit ist weltweit seit dem Jahr 2000 um die Hälfte gesunken und 85 Prozent aller Kinder sind heute gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft. In Deutschland liegt die durchschnittliche Lebenserwartung mit 81 Jahren deutlich über dem weltweiten Schnitt von 73 Jahren. Allerdings stagniert die Lebenserwartung in Deutschland seit 2012 , das Grenzalter unter den aktuellen Lebensbedingen scheint erreicht. Mit der Alterung der Gesellschaft nehmen natürlich die Alterserkrankungen zu wie Krebs, Demenz und Diabetes.

Entscheidend für unser Anliegen des nachhaltigen Wirtschaftens ist die Betrachtung der Gesundheit anhand der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gesundheit ist ein Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Behinderung. Mehr als jeder zweite Deutsche gilt als chronisch krank. Neben den Herz-Kreislauf-, Krebs- und Muskel- und Skeletterkrankungen fallen die psychischen und neurologischen Störungen ins Auge. Der Anteil der psychischen Erkrankungen am Gesamt wächst seit Jahren beständig an. Laut DGPPN – Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde waren im Jahr 2022 knapp 28 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen .

Psychische Erkrankungen boomen auch an den Hochschulen. In den 20 Jahren bis 2020 hat sich Anzahl der Studenten – mit mehr als 75 Prozent Frauenanteil  im Jahr 2022 – auf über 100.000 verdreifacht. Der Hypothese, inwieweit sich hier ein selbstreferenzielles Geschäftsmodell Bahn bricht, dass sich entlang einer hypersensibilisierten Befindlichkeitsgesellschaft einen eigenen Markt schafft, sei hier nicht weiter auf den Grund gegangen.

Im Zusammenhang mit der unternehmerischen Wirklichkeit haben Gesundheit und Wohlergehen der Mitarbeiter:innen höchste Priorität, der Arbeitsschutz muss neben den körperlichen Verletzungsrisiken und beruflich bedingten körperlichen Erkrankungen auch die mentale, soziale und emotionale Gesundheit umfassen. Denn psychische Erkrankungen sind zu über 17 Prozent der Grund für die betriebliche Arbeitsunfähigkeit. Die DGPPN spricht von 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland .

Anbei ein Gedankenspiel: Würden die Unternehmen in Deutschland durch besseren und umfassenderen Arbeitsschutz die Krankheitstage nur um knapp die Hälfte auf fünf Tage je Arbeitnehmer reduzieren  – dann stünden sechs zusätzliche Arbeitstage je Mitarbeiter zur Verfügung. Wenn ein Unternehmen den Gegenwert von drei Arbeitstagen in den Gesundheitsschutz investieren würde, blieben ihm drei zusätzliche Arbeitstage für die Wertschöpfung zur Verfügung. Doch das muss sich jedes Unternehmen selbst ausrechnen.

Für Unternehmen, die nach dem Maximalprinzip arbeiten und kurzfristige Optima anstreben wird diese Rechnung nicht aufgehen, insbesondere dann, wenn die Solidargemeinschaft der Beitragszahler in den Krankenkassen die Kosten der Berufskrankheiten trägt. Auch das ist ein Phänomen nicht nachhaltigen Wirtschaftens, hier werden Kosten wo immer möglich externalisiert, um das unternehmerische Ergebnis zu maximieren.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Alles dient dem Wohlergehen, nicht?

Unser Gesundheitssystem in Deutschland ist mehrfach dysfunktional. Wo immer möglich, bürden die Verursacher von Krankheit diese Kosten der Solidargemeinschaft auf, zum Beispiel Arbeitgeber mit Krankheiten begünstigenden Arbeitsbedingungen und Lebensmittelproduzenten, die nachweislich Krankheiten begünstigende Inhaltsstoffe verwenden. Hier muss das Verursacherprinzip gelten.

Auch auf Seite der Patienten hängt die Sache schief. In unserer hyperindividualisierten Gesellschaft definieren sich viele Menschen über ihre Be- und Empfindlichkeiten, ihre Anomalien, ihre Defizite, ihre Zurücksetzungen, ihre Unverträglichkeiten, ihre Diskriminierungserfahrungen, ihre ausdifferenzierte soziale Geschlechtlichkeit und vieles mehr.

Vereinfacht gesagt: Hyperindividualismus ist eine toxische Verhaltensweise in einem toxischen System, das Perfektion, Leistung und genormte Schönheit befördert, einfordert und belohnt. Gleichzeitig wurden in den letzten Jahren neue Geschäftsmodelle für Gesundheitsdienstleister entwickelt, von der kleinen Augenarztpraxis bis zur Rehaklinik, die dem Gewinnstreben verpflichtet sind. Jede ärztliche Dienstleistung, deren oberstes Ziel nicht die Gesundung und Gesundheit ihrer Patienten ist, muss dysfunktional sein, einfach weil nicht alle Mittel im Sinne des obersten Zieles eingesetzt werden können.

Es braucht die Selbstermächtigung der Menschen, nicht wegen jedem Wehwehchen in die Notaufnahme zu hetzen und jede temporäre Unpässlichkeiten zum Trauma hochzujazzen. Doch dafür braucht man ein gesundes Verhältnis zu sich selbst und gleichermaßen muss man den Mut zu finden, aus dem toxischen System der beständigen Perfektionierung auszusteigen.

Es muss klar gesagt werden: Die Gesundheitsindustrie ist zum großen Teil ein Geschäftsmodell, dass davon lebt, dass wir permanent verunsichert sind, unseren Zugang zu uns selbst verlieren und im Strudel der vielfältigen Informationen immer ein Defizit an und in uns finden, dass man nur unter Zuhilfenahme von Mittelchen, Therapien und Operationen aller Art für viel Geld heilen kann. Im Kern sind Gesundheit und Wohlergeben Bildungsthemen und auch eine kulturelle Vereinbarung. Wie schön wäre es, wenn sich Menschen viel mehr über ihre Talente, Neigungen und ihre Neugier austauschen würden als über ihre ihnen suggerierten Abweichungen.

Stellen Sie mir 1.000 Menschen vor und ich zeige Ihnen, jeder ist einzigartig anders und jeder kann mindestens eine Sache besonders gut. Lassen Sie die gleichen 1.000 Menschen in einer aktiennotierten Klinik durchchecken und Sie werden erstaunt sein, welche Defizite man an und in ihnen entdeckt, die man Gott sei es gedankt mit einem Haufen Geld beseitigen kann.

Recherchieren Sie gerne die Korrelation von besonders geförderten Maßnahmen durch Krankenkassen, von der Hüft-OP bis zum Augenlasern, dem damit verbundenen reichhaltigen Angebot und den Diagnosen und Überweisungen der Ärzte. Ärzte sind meist gute Menschen in einem überwiegend schlechten System.

Der wichtigste Hebel ist wohl die Herausnahme der Gesundheitsdienstleister – vom Hausarzt bis zur Herzklinik – aus dem ökonomischen Verwertungsdruck. Medizinisch notwendige und sinnvolle Maßnahmen sind Leistungen der Solidargemeinschaft, auf die sich jeder verlassen können muss. Nicht jede medizinische Leistung führt zur Erhaltung oder Wiedererlangung der Gesundheit, nicht jede medizinische Maßnahme ist notwendig und erhöht die Lebensqualität.

Selbstverständlich ist jeder Mensch frei in der Wahl seines Arztes und seiner Entscheidung für eine bestimmte Therapie, doch die Solidargemeinschaft muss nicht alles bezahlen. In dem Maße, wie die Gesundheitsdienstleistungen dem nach Rendite suchenden Kapital entzogen werden, werden sich die Verhältnisse deutlich zum Besseren wenden.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Klug vernetzte Mobilität schafft Wohlstand

Der Begriff der nachhaltigen Infrastruktur umfasst die Mobilität, die bezahlbare und saubere Energie, das Leben in nachhaltigen Städten und Gemeinden und die damit verbundenen Innovationen und Investitionen des Bundes, der Länder und Gemeinden. Dazu finden Sie in den beiden bereits vorgelegten Büchern zum nachhaltigen Wirtschaften sehr viel Information. Im Folgenden geht es um eine qualitative Betrachtung wünschenswerter Entwicklungen hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft, die aus eigener Kraft im Wohlstand leben will und für diese Transformation einen politischen Gestaltungswillen braucht.

Sich frei bewegen können, ungebunden sein, selbstbestimmt handeln können, spontan sein, die Nachbarschaft und die Welt erkunden, Menschen besuchen, Reisen können, jederzeit aufbrechen wann, warum und wohin auch immer, sprichwörtlich Neues erfahren, das sind Urbedürfnisse des Menschen. In der individuellen Möglichkeit der Mobilität bemessen sich nicht zuletzt die Freiheitsgrade des Menschen. Dem einen genügt die Wanderung von der Haustür weg, der andere träumt vom anderen Ende der Welt. Oftmals sind auch der Beruf und seine Ausübung mit der Fähigkeit und Möglichkeit verbunden, mobil zu sein.

Der aktuelle Diskurs in Deutschland hat das Auto aufs Korn genommen. Autos verstopfen die Innenstädte, Autobahnen schlagen riesige Schneisen in Landschaften, Autos erzeugen Feinstaub durch den Abrieb der Reifen und Bremsscheiben, die Abgase der Verbrennermotoren stinken und sind giftig, Autos töten und schädigen andere Verkehrsteilnehmer, Autos können gefährlich werden. Das ist alles richtig. Auf der anderen Seite steht das oben beschriebene Verlangen der Menschen nach Mobilität und genau deshalb sind Autos auch für viele Menschen Sehnsuchtsorte, für die sie lange sparen, die sie hegen und pflegen und sehr gerne benutzen.

Nicht zuletzt ist die Automobilindustrie in Deutschland eine Schlüsselindustrie, die ca. fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und vier Prozent der Arbeitnehmer beschäftigt . Mit der Automobilindustrie verbunden sind unzählige mittelständische Betriebe – beispielsweise Spezialmaschinenbau, Komponentenhersteller, Ingenieurbüros, Autohändler, Werkstätten, Tankstellen. Die Arbeitsplätze sind meist hochqualifiziert und entsprechend hoch sind die damit verbundenen Löhne und Gehälter und die daraus resultierenden Einkommenssteuern.

Kurz gesagt, die Automobilindustrie trägt einen großen Anteil zum materiellen Wohlstand in Deutschland bei. Auch die für den Autoverkehr notwendigen Straßen tragen zum Wohlstand bei, weil die Autofahrer auf diesen zur Arbeit fahren, in die Ferien und immer wieder nach Hause, dass Dank der Straßen auch weiter vom Arbeitsort entfernt liegen kann. Wer ein Auto hat, kann bequem am Stadtrand wohnen oder auf dem Land und sich dort von mittelständischen Handwerksbetrieben sein Eigenheim bauen lassen.

Diese drei zusammenwirkenden Faktoren – Straße, Auto, Haus – beschreiben im Wesentlichen das Wohlstandsmodell in Deutschland; mit all den negativen Folgen wie Landschaftsverbrauch, Zersiedelung und Umweltverschmutzung. Ein schlichtes Weiter so ist ein Irrweg, ebenso wie eine pauschale Verteufelung des Autos.

Das private Auto ist ein mächtiger Wohlstandshebel. Die öffentlichen Verkehrsmittel von der Straßenbahn bis zur Bundesbahn sind ein mächtiger Wohlfahrtshebel. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann jeder Mensch kostengünstig und umweltschonend seine Sehnsuchtsziele ansteuern, sofern diese aus Steuermitteln kofinanziert werden. An dieser Stelle den auf das Jahr 2070 verschobenen Deutschlandtakt der Bahn und ihre aktuelle Verfasstheit mit ätzender Satire zu bewerfen, ist zu billig. Jeder Mensch weiß, so geht das nicht und so wird das auch nichts auf Sicht.

Für den an der Zahl der Fahrgäste bemessenen Erfolg und die gesellschaftliche Akzeptanz öffentlicher Verkehrsmittel bedürfen diese auf Dauer angelegte günstige Preise, die deutlich günstiger sind als Fahrten mit dem privaten Auto. Dazu kommen die Erfolgsfaktoren Verfügbarkeit – öffentliche Verkehrsmittel jederzeit und überall – und ein gepflegter Zustand des rollenden Materials und der Bahnhöfe. Aktuell sind bis auf das Deutschlandticket, das leider nur für den Regional- und Nahverkehr gilt, für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel keine der drei Erfolgsfaktoren Preis, Verfügbarkeit und Annehmlichkeit erfüllt.

Für eine mobile Gesellschaft ist die intelligente Vernetzung der Verkehrsmittel untereinander, vom ICE über das Auto bis zum Fahrrad ein guter Weg, den auch alle Menschen gerne mitgehen würden. In dem Maße, wie Autos mit emissionsfreien Energieträgern – Elektrizität und Wasserstoff aus regenerativen Energiequellen – angetrieben werden, würde sich das Umweltproblem verflüchtigen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Nach dem Stillstand kommt der Kollaps

In dem Maße, wie Autos ihren Platzbedarf insbesondere in hochverdichteten Innenstädten signifikant reduzieren, würden die von den Autos ausgehenden Gefahren und der mit den Autos verbundene Dichtestress geringer werden. Jede Reduzierung des Autoverkehrs bedarf einer besseren, sprich bequemeren und günstigeren, Alternative die idealerweise auch noch mit einer Statusaufwertung verbunden ist.

Seit 1912 hat sich das Schienennetz von damals knapp 60.000 Kilometern auf etwas über 33.000 Kilometer im Jahr 2020 nahezu halbiert. Gut, Deutschland erstreckt sich heute auch über eine geringere Landesfläche als vor dem ersten Weltkrieg. Wenn ich mit dem Auto bei uns über Land fahre, dann überquere ich nicht zu knapp stillgelegte Bahngleise, die ehedem die Dörfer miteinander verbanden und raschen Anschluss an die nächstgrößere Stadt boten.

Die Kennzahlen der Deutschen Bahn sind auf den ersten Blick wirklich beeindruckend  und diese geben Grund zur Hoffnung, doch die Zahl der Bahnhöfe und Haltepunkte beträgt seit über 20 Jahren etwa 7.000, die Schienenkilometer erodieren bei runden 33.000 Kilometern, die Beförderung von Gütern sank von 282 Millionen auf 222 Millionen Tonnen. Nur ein kleiner Vergleich im Blitzlicht des Jahres 2021: die 701 Milliarden Tonnenkilometer  verteilen sich auf etwas mehr als 72 Prozent auf LKW, auf knapp 19 Prozent Güterzug, auf knapp 7 Prozent Binnenschiff und etwas über 2 Prozent Öl-Fernleitungen.

Vermutlich ist eines der Hauptprobleme bei der Verkehrswende hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft der stetig wachsende LKW-Verkehr. Der enorme Transportaufwand in Bezug zum LKW-Verkehr schlägt überdies mit rund 30 Prozent Leerfahrten zu Buche. Auch hier schlummert enormes Optimierungspotenzial. Im Jahr 2022 fuhren die Menschen mit ihren PKW gute 600 Milliarden Kilometer, mit der Eisenbahn waren es gute 95 Milliarden Kilometer. Das entspricht einer Fahrtleistung je Einwohner in Deutschland von rund 8.200 Kilometer pro Jahr mit steigender Tendenz.

In der Summe können wir festhalten: Die Menschen fahren jedes Jahr mehr Kilometer mit dem Auto, davon über 43 Prozent für Urlaub und Freizeit, das Frachtvolumen wächst von Jahr zu Jahr. Menschen und Waren rollen zu ungefähr 80 Prozent über Straßen, die bestehende Verkehrsinfrastruktur ist den heutigen Belastungen unzureichend und den kommenden Belastungen keinesfalls gewachsen, so viele Straßen und Schienen können gar nicht gebaut werden. Die Verkehrsknotenpunkte können gar nicht so effizient entzerrt und miteinander vernetzt werden.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Transport ökologisch gestalten

Das Dilemma der wachsenden Mobilität ist Teil eines zunehmend dysfunktionalen Systems, das alleine in der räumlichen Begrenztheit Deutschlands, das auch ein zentrales Transitland in Europa ist, in wenigen Jahren zum Kollaps führen muss. Die Antwort im Hinblick auf eine nachhaltige Gesellschaft ist ebenso unbequem wie unausweichlich. Die Mobilität ist entschieden zu hoch. Doch wie kann es gelingen, die Mobilität zu senken und ökologischer zu gestalten?

Für den öffentlichen Nahverkehr und die Bahn ist das zumindest theoretisch relativ einfach. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren dicht getaktet mit Ökostrom, sie halten an jeder Milchkanne und sind zumindest gleich schnell wie das Auto, darüber hinaus sind sie deutlich günstiger und Dank Zusatzleitungen wie Gepäckabholung von der Haustür bis zum Zielort erheblich bequemer. Ich könnte mir vorstellen, dass wäre eine spannende Aufgabe für Ingenieure, Logistiker und IT-Fachleute. Die Fracht rollt über die Schiene, jede Stadt und Gemeinde verfügt über miteinander vernetzte Verteilzentren, von denen aus die Waren immer feingliedriger verteilt werden bis hin zu elektrischen Kleintransportern, die jeden Winkel der Stadt erreichen.

Jedes produzierende Unternehmen verfügt über einen eigenen Gleisanschluss und Güterwaggons in entsprechender Menge, die im Umlauf allen Unternehmen für den Warentransport dienen. Die Notwendigkeit, den PKW nutzen zu müssen, sinkt für Bewohner in Stadt und Land, die Freude am individuellen Fahrspaß bleibt erhalten und wenn die LKW von den Autobahnen und Landstraßen verschwunden sein werden, halten die Straßen auch deutlich länger und sie sind deutlich leerer.

Die Kosten der privaten und gewerblichen Mobilität werden verursachergerecht auf Vollkostenbasis zuzüglich externalisierter Kosten wie Umweltverbrauch und Schadensbilanzen ermittelt und den Verkehrsteilnehmer zugerechnet. Die Kosten für den öffentlichen Nahverehr werden aus Steuermitteln finanziert, deren Nutzer bezahlen deutlich geringere Preise als die Gestehungskosten.

Ich weiß, was Sie jetzt denken und Sie haben recht, das ist ein schöner Traum, doch wie soll das binnen einer Generation funktionieren? Ausgehend vom jetzigen Sachstand mit der bisherigen Lebensweise in Bezug auf Arbeit, Freizeit, Transport und Konsum nicht.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Vorfahrt für die Regionalwirtschaft

Anbei eine Alternative entlang nachhaltiger Aspekte: Der Nahversorgung auf dem Land und in der Stadt wird stets der Vorzug gegeben. Unternehmen, die in regionalen  Wirtschaftskreisläufen arbeiten, werden steuerlich spürbar entlastet, nachhaltiges Wirtschaften wird belohnt. Der Freizeitverkehr folgt auch dem Prinzip der Nahversorgung.

In dem Maße, wie die Kosten der individuellen Mobilität steigen, wird die Attraktivität und damit das regionale Freizeitangebot steigen. Die Fracht muss weg von der Straße auf die Bahn und rauf aufs Schiff, damit verbunden ist ein drastischer Ausbau des Schienennetzes und der Wasserstraßen. Dadurch würden sich die Kosten der Lagerhaltung, die in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf die Autobahnen und Landstraßen verlagert wurden, erhöhen. Es wird teurer für national und international operierende Unternehmen, es wird billiger für regional operierende Unternehmen.

Ohne einen klaren politischen Willen und die Veränderung der Spielregeln wird die Mobilitätswende nicht funktionieren. Der massive Umbau der Infrastruktur wäre natürlich auch ein schönes Konjunkturprogramm, von dem jede Stadt und jede Gemeinde in dem Maße profitieren würde, wie sie sich der Bewegung hin zur nachhaltigen Mobilität anschließen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Saubere, verlässliche und günstige Energie

Bezahlbare und saubere Energie sind die Grundvoraussetzung einer wohlhabenden, nachhaltig agierenden Industriegesellschaft, die im weltweiten Wettbewerb attraktiv bleiben will. Das Dilemma entsteht aus dem Wettbewerb mit anderen Ländern, die Energie massiv subventioniert und mit den daraus resultierenden Kostenvorteilen Standortvorteile generiert. Der Energieeinsatz lässt sich vermeiden und reduzieren, wir können die Effizienz – die Energieausbeute steigern und wir können die Methoden der Energiegewinnung ändern, zum Beispiel Strom aus Kohle durch Strom aus Sonnenenergie ersetzen.

Die Vermeidung von Energie ist zwar ein hübscher Gedanke, doch dann bleibt das Licht eben aus, der Herd bleibt kalt, die Bänder stehen still. Eine Renaissance der Handgeräte in privaten Haushalten wäre schön, man bräuchte weniger Strom und Batterien, es würde weniger Strom im Standby verbraucht, das wäre zumindest ein kleiner Beitrag.

Die Reduzierung von Energie ist ein naheliegender Gedanke. Der Kriegswinter 2022/23 in Deutschland hat es gezeigt. Man kann als Bürger ohne weiteres 20 Prozent Energie einsparen ohne Verluste des Wohlstandes und des Wohlbefindens.

Der effiziente Einsatz von Energie – die Erhöhung des Wirkungsgrades – ist eine klassische Ingenieurdisziplin, die für Waschmaschinen, die Lichtausbeute von Leuchtmitteln, für den Antrieb von Autos und Lokomotiven, die Herstellung von Nudeln, den Einsatz von Stanzapparaten und Millionen Maschinen, Apparaten und Vorrichtungen mehr erstklassig ausgereift ist. Jede Verteuerung von Energie kann in diesem Zusammenhang ein Innovationsimpuls genannt werden – wenn alle Akteure nach den gleichen Regeln spielen.

Bleibt noch die Energie aus regenerativen Energiequellen, die gut gespeichert werden kann und stets verlässlich ausreichend zur Verfügung steht. Das Dilemma entsteht aus der Verknüpfung der Bedingungen. Regenerative Energien funktionieren wunderbar, wenn die Sonne scheint, der Wind weht und das Wasser fällt.

Das Szenario einer drohenden Dunkelflaute wird in dem Maße wahrscheinlicher, wie die Elektrifizierung zum Beispiel für die E-Mobilität steigt und anteilig am gesamten Strommix gleichzeitig immer mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugt wird. Stabile Systeme wie die Industrieproduktion brauchen eine stabile Energiezufuhr und wenig Speicher, volatile Systeme wie Privathaushalte brauchen eine rasch anpassbare Stromzufuhr und viel Speicher.

Der Primärenergieverbrauch sank in Deutschland beständig seit vielen Jahren auf 11.750 Petajoule im Jahr 2022. Der Anteil der  erneuerbaren Energien hierbei liegt bei knapp 18 Prozent. 88 Prozent der Primärenergie wurde im Jahr 2022 durch Stein- und Braunkohle, Mineralöl und Kernkraft erzeugt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Die Energiewende in Bürgerhand

Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 30 bis 40 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch steigen. Dem kühn kalkulierten Unterfangen mag entgegengehalten werden, 40 Prozent erneuerbare Energien sind eben auch 60 Prozent nicht erneuerbare Energien und der Plan funktioniert nur bei vielen Wenns.

Wenn der Primärenergieverbrauch zurückgeht (nicht einkalkuliert ist der steigende Bedarf für die E-Mobilität), wenn der Ausbau mit Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren gelingt, wenn Lösungen gefunden werden, den Strom zu speichern, wenn die Kosten für die Energie wettbewerbsfähig sind auch gegenüber dem Atomstrom aus Nachbarländern.

Wenn Deutschland ein wohlhabendes Land mit einer wettbewerbsfähigen Industrie, mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben, einem komfortablen Wohnen und einer leistungsfähigen Infrastruktur für Mobilität bleiben will, dann muss es seine Energie vollständig selbst zu geringen Kosten herstellen und nein, Kernkraft ist keine Lösung. Diese Energie muss vorrangig erneuerbar und immer überall verfügbar sein.

Diese Aufgabe lässt sich lösen mit Innovationen, mit der breiten Nutzung alternativer Energieerzeugungen und mit Investitionen. Auch hier gilt: Der massive Umbau der Energieversorgung wäre natürlich auch ein schönes Konjunkturprogramm, von dem jede Stadt und jede Gemeinde in dem Maße profitieren würde, wie sie sich der Bewegung hin zur nachhaltigen Energieerzeugung anschließen.

Jede Stadt und jede Gemeinde muss vorrangig energieautark aus eigener Kraft werden für Strom und Wärme – zum Beispiel durch Photovoltaik auf jedem Dach, durch Biogas- und Holzhackschnitzelanlagen, durch Heißwasserspeicher, durch Windparks und regionale Energieversorger in Bürgerhand. Ohne einen klaren politischen Willen für die Stärkung der Regionen und die Veränderung der Spielregeln hin zu Energieautarkie wird es nicht funktionieren.

Der Ausbau der Infrastruktur für Mobilität und Energie auf dem Land verbunden mit einem immer und überall verfügbaren schnellen Internet und einem Inwert- und Instandsetzen der Bausubstanz im Bestand würde von den Städten einen großen Druck nehmen. Der Aufbau einer nachhaltig agierenden Gesellschaft wird durch einen konkreten Lebensentwurf in Eigenverantwortung, Eigenleistung und Selbstwirksamkeit erheblich begünstigt und dafür stehen die Chancen auf dem Land sehr gut.

Die Stärkung des Handwerks stärkt die regionale Wirtschaft. Frei wirtschaftende Bauern, die qualitätvolle Produkte für die Region herstellen, stärken die regionale Wirtschaft. In diesem Zusammenhang sind die Subventionen der Europäischen Union der Bauern nach Fläche für billige Lebensmittel ein großes Hemmnis für eine nachhaltige Landwirtschaft. Diese Subventionen sind der Einstieg in den Regelkreis der Wertvernichtung bis hin zu schlechten Löhnen, Gehältern und Zukunftsaussichten für kleine landwirtschaftliche Betriebe. Nachhaltiges Handeln gedeiht nur in Eigenverantwortung und in direkter Rückkoppelung mit den Menschen, die meine Leistungen kaufen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Gleichheit in Verschiedenheit

Alle Menschen sind gleich. Jeder Mensch ist einzigartig. Alle Menschen wollen gut leben. Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Diese Sätze sind so simpel wie wohlfeil und leider ist die Wirklichkeit nicht so. Die Ungleichheit in Deutschland zwischen Männern und Frauen ist Alltag. Frauen leisten erheblich mehr unbezahlte Pflege- und Hausarbeit als Männer. Immer noch arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen.

In Deutschland erhalten Frauen laut Oxfam nur knapp 80 Prozent der Bruttostundenlöhne im Vergleich zu Männern, Frauen erreichen im Verlauf ihres Lebens 49 Prozent weniger Gesamterwerbseinkommen, ihr Rentenniveau erreicht nur 47 Prozent der Rentenzahlungen an Männer. Es verwundert, warum es in der Lebenspraxis so schwer ist, umstandslos zumindest die Gleichheit bei Löhnen und Gehältern herzustellen. Wo ist das Problem?

Das Ziel 5 der 17 SDG formuliert das Ziel: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. Doch ich denke, Gleichheit in Verschiedenheit reicht weiter. Eine nachhaltige Gesellschaft braucht die Verschiedenheit der Menschen und ihrer Talente und nur in einem fairen, offenen Austausch entstehen Respekt und Anerkennung für die Fähigkeiten des anderen.

Dazu gehört selbstverständlich eine gerechte, an die Leistung gekoppelte Honorierung. Dazu gehört selbstverständlich eine neue Vereinbarung, den Wert von Arbeit neu zu bemessen. Der Wert von Arbeit bemisst sich in erster Linie am Dienst an der Gemeinschaft, an der Verbesserung der Lebenswirklichkeit der Menschen, am Beitrag zur Wohlfahrt und am Fortschritt. Innerhalb der neuen Vereinbarung müssen zum Beispiel Pflege- und Heilberufe deutlich besser bezahlt werden – weil sie es wert sind. In diese Wertigkeit der Arbeit schließe ich ausdrücklich die Männer und Frauen ein, die mit der Erziehungsleistung ihrer Kinder weit über ihr privates Familienglück hinaus einen beachtlichen Teil für das Wohlergehen der Gesellschaft leisten.

Auch hier sei gefragt: Wo ist das Problem, diese Leistung für die Gemeinschaft anständig zu honorieren? All diese Überlegungen liegen seit Jahren offen auf dem Tisch und es ist müßig, hier in die Tiefe zu gehen. Ändert es einfach, und zwar sofort, denn es ist einfach und es gibt keinen Grund – außer den der Ausbeutung und dem Profit weniger – der eine umstandslose Änderung verhindert.

Wenn Investoren von Kliniken das Gesundheitssystem dominieren und ihr Geschäftszweck ist die Gewinnmaximierung, dann erhalten wir als Ergebnis ein System der Ausbeutung. Wenn jede Klinik an der Präventionsarbeit und am Wohl der Patienten orientiert wäre, dann erhalten wir als Ergebnis ein System des Gemeinwohls. Es ist immer die Vereinbarung, die ein gewünschtes Ergebnis erzeugt.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Leben und leben lassen

Ich will zum Thema Gleichheit in Verschiedenheit einen anderen Aspekt aufgreifen, der sehr stark zur Ungleichheit, Spaltung und Ausgrenzung führt. Triggerwarnung: In den kommenden Absätzen geht es jenseits des normativen Diskurses um Sexualität, um Rassismus, um Diskriminierung und um Ausgrenzung. Wer sich vor einer anderen Perspektive zu diesen Themen schützen möchte, der springe bitte gleich zum nächsten Kapitel und bleibt dem Muster treu, Haltung zu bewerten, statt Sachverhalte zu beleuchten.

Der gesellschaftliche Diskurs in Deutschland rund um die Gleichstellung ist falsch abgebogen. Wir kümmern uns zu Recht um faktenbasierten Rassismus, um Diskriminierung und um Ausgrenzung aus der Gemeinschaft. Es ist vollständig egal, wer welche Menschen in welcher Art und Weise begehrt – sofern es das Selbstbestimmungsrecht anderer Menschen nicht verletzt, in welchem Körper man sich geboren fühlt, wo man herkommt, was man isst, wie viele Kilos man auf die Waage bringt und wie alt man ist.

Es ist vollständig egal, ob sich eine in den 70ern befindliche lesbische Schauspielern ins Rampenlicht stellt oder ein heteronormativer Mittdreißiger. Wenn die Show gut ist, dann ist sie gut. Wenn die Show schlecht ist, dann ist sie schlecht. Wenn die in den 70ern befindliche lesbische Schauspielerin ihr Alter und ihre sexuelle Orientierung ins Zentrum ihrer Performance stellt und daraus den Anspruch ableitet, allein dafür für gut befunden werden zu müssen, bitte schön. Ebenso wenig möchte ich dem heteronormativen Mittdreißiger am Bildschirm beiwohnen, wir er mit seinen sexuellen Eroberungen prahlt und allein daraus Ansprüche ableitet. Wenn es gut gemacht ist, mit Selbstironie, Mutterwitz und scharfen Pointen, dann kann ich mir all das gut vorstellen.

Mein Vorschlag zur Güte: jede Lebensausformung (Hetero-Homo-Divers-Queer) soll ihre eigenen Sehnsuchtsorte schaffen und nicht die Sehnsuchtsorte der anderen stürmen. Die nicht zuletzt mediale Okkupierung durch Minderheiten gleich welcher Art und ihrem Anspruch, eine herbeifabulierte Mehrheit müsse sich dem jetzt aussetzen führt zu Ablehnung und Ausgrenzung. Die Welt ist groß genug, dass jede und jeder die passende Nische findet und sie ist groß genug, dass wir alle darin Unrecht haben dürfen (frei nach Arno Schmidt).

Die Vereinbarung einer nachhaltigen Gesellschaft lautet: Gleichheit in Verschiedenheit, Würde und Respekt für jeden Menschen, Einhaltung der Spielregeln und durch Leistung erworbene Anerkennung und Privilegien.

Es ist sehr schade, dass sich der vermeintliche aufklärerische Diskurs um das Gegenteil dreht – um Ausgrenzung und um Diskriminierung. Der aktuelle Diskurs führt zur Spaltung der Gesellschaft in atomisierte Minderheiten, die jede für sich eine Opferrolle reklamiert, eine herausgehobene Aufmerksamkeit und Wiedergutmachung fordert, am besten in Form von Fördermitteln und Ausgleichzahlungen.

In dunkler Stunde schwebt mir manchmal das bewährte Prinzip des Teilen und Herrschens in den Sinn – Divide et Impera. Denn im Streit miteinander liegende kleine Gruppen sind deutlich leichter manipulierbar und beherrschbar als eine große Gruppe, die gemeinsame Interessen durchsetzt – zum Beispiel so simple Forderungen wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder die nicht ganz so simple Forderung, die Gemeinschaft aller Menschen entlang den Prinzipien der sozialen Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Wem nützt es – cui bono? Immer den Akteuren, die aus der Spaltung Profit schlagen, zum Beispiel durch das geschickte Ausspielen medial marginalisierter Gruppen gegeneinander.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Symbolisches Handeln ändert nichts

Im Januar und Februar 2024 gingen in Deutschland Millionen Menschen auf die Straße, um gegen rechts zu demonstrieren. Am Sonntag, den 11. Februar 2024 fand die veranstalterseitig mit 300.000 gezählten Teilnehmenden bisher größte Demonstration in München statt, damit setzt sich München an die Spitze der Bewegung. Auch mich als Zeitzeuge und bewegten Mitmacher der Friedensbewegung in den 1980er-Jahren des letzten Jahrhunderts freut dieses Engagement und der gute Gemeinschaftsgeist.

Jeder Mensch bei Verstand ist gegen rechts – also gegen faschistische Fantasien jeder Couleur – und in meine Freude mischt sich die Verwunderung, ob man seine Haltung wirklich so demonstrativ zur Schau tragen muss. Letztlich kostet es nichts außer ein wenig Zeit am Sonntag und ob sich etwas ändert, nur weil man gefahrlos allseits akzeptierte und mit wohlwollenden Kanzlerworten betätschelte Plattitüden auf Pappschildern durch die Gegend trägt, hmmm? Das ist symbolisches Handeln, das nichts an den Tatsachen verändern wird.

Die Welt besteht aus Tatsachen und diese Tatsachen erzeugen Wirklichkeit und die Wirklichkeit besteht für die meisten Menschen aus Arbeiten, Häuschen abbezahlen, Einkaufen gehen, Tanken und vielleicht den Sommerurlaub planen. Wenn diese Wirklichkeit durch eigenes Hirn und Hände nicht mehr leistbar ist, dann wachen wir womöglich schneller in einem Land auf, in dem wir weder gut noch gerne leben.

Doch statt zu handeln, flimmern wir uns vor dem Schlafengehen mit TV-Talkshows ins Oberflächenkoma und sehen dem Habeck Robert zu, wie er der Miosga Caren das Sofa vollheult und sich in seiner voll knuffig hilflosen Art in dem flehentlich ersehnten kollektiven Mut zur Quadratur des Kreises verstolpert.

Hier werde ich ein wenig wehmütig in Erinnerung an Willy Brandt, der uns Deutsche am 28. Oktober 1969 ermunterte, mehr Demokratie zu wagen. Und ich werde ein wenig zornig. Wie bitte soll die Quadratur des Kreises gelingen? Diese Metapher steht für eine unlösbare Aufgabe und das sollen wir jetzt wagen – als Gemeinschaft – ernsthaft? Das erzählt mir ein Wirtschaftsminister als Lösung für die anstehenden Aufgaben? Ein Mann, der am 2. Juli 2022 sagte „Ich verdiene super viel Geld – ist das gerechtfertigt oder nicht, keine Ahnung – ich kann es im Moment nicht ausgeben, weil ich den ganzen Tag rumgef…“ das nicht gesagte „ahren werde“ kann man sich denken und die gepanzerte Achtzylinder-Luxuslimousine deutscher Bauart auch, in der er rumgefahren wird.

Nein, nur kein Neid. Ich gönne jedem alles. Doch ja, jeden Euro dieses Gehalts empfinde ich in diesem Fall als ungerechtfertigt und sorry, die Quadratur des Kreises ist schlichter Blödsinn. Mehr Demokratie wagen bedeutet auch, Tatsachen als solche benennen zu dürfen und für konkrete Verbesserungen der eigenen Lebensverhältnisse auf die Straße zu gehen.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Helden einer nachhaltigen Gesellschaft

Die Helden einer nachhaltigen Gesellschaft sind die Menschen, die mit ihrer Arbeit und den daraus resultierenden angemessenen Steuern das Gemeinwohl finanzieren. Je mehr Menschen mitwirken, desto besser für alle. Im Jahr 2024 leben in Deutschland so viele Menschen wie niemals zuvor, knapp 85 Millionen Menschen. Seit dem Jahr 2011 wächst die Bevölkerung vor allem aus der Zuwanderung kontinuierlich an. Es wäre eine wunderbare Entwicklung, wenn diese Zuwanderung jedem hier lebenden Menschen die Chance auf einen menschenwürdigen Wohlstand eröffnen würde. Leider ist dem nicht so.

Auf der einen Seite wachsen die Sozialausgaben mit jedem Jahr, auf der anderen Seite verzeichneten wir im Jahr 2023 eine Fachkräftelücke von weit mehr als 500.000 Menschen  mit kontinuierlich steigender Tendenz. Hier läuft was gewaltig schief und jeder weiß das. Wir müssen den Elefanten im Raum zur Kenntnis nehmen und uns eingestehen, dass wir alle Akteure im Spiel sind. Die Demonstrationen im Winter 2024 zeigen ja eindrücklich, dass wir viele sind.

Ob das Demonstrieren gegen rechts wirklich den Elefanten beim Namen nennt – hinter dem rechts stehen ja insbesondere 20 Prozent + X Wähler, also auch Bürger, die vermutlich aus Wut, Verzweiflung, Angst, empfundener Zurücksetzung oder als Reaktion auf unzureichenden Respekt vor ihrer Lebensleistung nach rechts drallern – wage ich zu bezweifeln. Es sind schon wir alle zusammen, die diese Entwicklungen zu verantworten haben – von der Inflation über Steuerschlupflöcher, der misslungenen Integration und dem Erstarken des mittlerweile üppigen rechten Randes – einfach, weil wir es zugelassen haben.

Die Demonstrationen gegen rechts zeigen deutlich, den Demonstranten sind die Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung sehr wichtig. Sie zeigen öffentlich Gesicht für die jedem Menschen in unserem Grundgesetz garantierte Würde und gegen menschenverachtendes Reden und Handeln. Dafür nutzen die Demonstranten ihre wertvolle Zeit zusätzlich zu ihren Herausforderungen im Alltag. Das ist aller Ehren wert.

Doch auch zulassen, unterlassen, ignorieren, Ursachen und Wirkung verdrehen, intellektuelle Nebelkerzen werfen, normative Dogmen befeuern, Gegenrede unterbinden, in eine Haltung zwingen, all das sind aktive Beiträge, mit denen wir gemeinsam an der erlebten Wirklichkeit bauen. Mit den Folgen der Ausgrenzung und Ächtung der als falschdenkend Entlarvten und einem dumpf-selbstgerechten Kollektivismus, der im Irrtum eines vermeintlich aufgeklärten, mündigen Staatsbürgers verharrt.

Dräuend richtet sich mein Blick in das nahende Superwahljahr 2024 in der Ahnung, Schildchen mit Sprüchen wedeln ist keine Lösung – mein Lieblingsspruch war ja die öfters in der Tagesschau zu sehende Mahnpappe „Menschenrechte statt rechte Menschen“. Gott ist das naiv. Da sehe ich schon den Menschen, wie er wohlig dampfend nach der Demo heimschreitet und sich so recht wohl fühlt in seiner Haut und Gesinnung. Leider verbessert die Haltung alleine nicht die Welt, diese wird nur besser durch konkrete Taten.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

Die Welt wird nur besser im Konkreten

Das Fatale an der aktuellen politischen Entwicklung ist, dass die nach rechts abgebogenen Mitbürger relativ rasch sozial vom Rest der Republik isoliert werden, was die Menschen – so deren O-Töne – als soziale Wesen verstärkt in den Umgang mit Rechten zwingt. Eine offene Gesellschaft muss den Nachbarn aushalten, der dummes Zeug redet, es bedarf der Widerworte im Treppenhaus bei gleichzeitiger Einladung zum offenen Wort beim Bier oder Kaffee, es bedarf der Zivilcourage auf der Straße, wenn Unrecht geschieht.

Auch wäre es schön, wenn sich mehr Menschen verantwortlich zeigten für ihr unmittelbares Umfeld und nicht warten würden auf Wenauchimmer, der eine wahrgenommene Achtlosigkeit beseitigt, aufräumt, entsorgt oder repariert. Die bessere Welt beginnt immer bei mir, mit meiner Zugewandtheit, meinem Willen zum Dialog, meinem Mut im Alltag und auch damit, einfach einen im Rinnstein liegenden Pappbecher in den nächsten Papierkorb zu werfen.

Und so beenden wir das Gedankenspiel mit einem Traum. In diesem Traum übernehmen wir Menschen wieder die Verantwortung für unser Land. Gleich mit dem nächsten Sonntag beginnen wir, und wir widmen jeden Sonntag um in einen Ehrenamtssonntag mit konkreten Beiträgen zur Verbesserung unserer Lebenswelt. Wir renovieren die Schulen unserer Kinder – solche Dinge haben wir früher als Eltern tatsächlich gemacht – wir restaurieren die oft verwahrlosten Regionalbahnhöfe, wir kochen in den Pflegeheimen und entlasten dort das Pflegepersonal, wir räumen den Müll aus unseren Parks und wir machen uns bei den Steuern ehrlich und vieles mehr und all das machen wir gemeinsam.

Mit Wir meine ich alle von den 85 Millionen Menschen in unserem Land, die gesunde Hände und Füße haben und einen einsichtigen Kopf auf den Schultern tragen und dann demonstrieren wir mal so richtig für das Gute und dass wir es ernst meinen mit dem Zusammenrücken.

Die Ehrenamtssonntage nennen wir meinethalben gerne Subbotniks, ich finde den Namen ganz lustig und so beziehen wir alle Menschen ein von Nord bis Süd und von West bis Ost. Mich werden Sie nicht finden auf Haltungsdemos, mich finden Sie stets im Konkreten.

Mein konkreter Beitrag zum Weltfrieden im Februar 2024 war es, in unserem Blasorchester bei diversen Faschingsfestivitäten ehrenamtlich den Bass zu spielen und die Trommel zu schlagen während der Altbürgermeister unseres Dorfes beim Familienfasching Kaffee und Kuchen ausgab. So wird ein Schuh draus mit der besseren Welt.

Stellen Sie sich die verdutzten Mienen unserer Politiker vor, die durch unser Handeln auch ins konkrete Handeln gezwungen werden. Gut, der eine oder andere bekommt auch eine Stunde Mathematik spendiert, in der die Quadratur des Kreises erklärt wird und vielleicht hängen  wir noch eine Stunde Betriebswirtschaft dran, in der wir die Sache mit der Insolvenz besprechen. Hierzu würde ich mich bereiterklären, den Erklärbär mache ich gerne.

Und nach getaner Arbeit gehen wir alle auf den Marktplatz unserer Stadt und unseres Dorfes und dann feiern wir zusammen. Wie sagt man bei uns so schön:

„Wir brauchen weniger Dorfmitbenutzer, wir brauchen mehr Dorfmitmacher.“

Auszug aus dem Buch: Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik | Perspektiven, Spielregeln und Lösungen für eine lebenswerte Zukunft der Spezies Mensch im schönsten Land der Welt – in Deutschland, Stefan Theßenvitz, 248 Seiten, 38 Euro. Im Webshop erhältlich: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

© Abbildung erzeugt mit Hilfe von OpenAI, 2024, Stefan Theßenvitz

THWS – Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt | Gastvortrag Nachhaltig wirtschaften in der Praxis

Prof. Harald Bolsinger lud uns ein, am 3. Mai 2024 im Rahmen seiner Vorlesungsreihe Wertemanagement an der THWS – Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt einen Gastvortrag für den Masterstudiengang Marken und -Medienmanagement zu halten. Unser Thema: „Nachhaltig wirtschaften in der Praxis“. Die Themen Nachhaltig wirtschaften und Wertemanagement fügen sich trefflich! Wir wollen mit unserem Beitrag der Frage nachgehen: Wie kann ich als Unternehmer:in die Welt besser machen?

Wir haben am 3. Mai dabei: Methoden und Beweise anhand eines Praxisbeispiels aus Unterfranken für das nachhaltige Wirtschaften in regionalen Bezügen – denn es gilt nach wie vor: Think global, act local. Es ist uns eine Freude und Ehre, unseren Gastvortrag am 3. Mai 2024 an der TWHS halten zu dürfen!

Die Teilnehmer:innen der Gastvorlesung finden die Unterlagen im Format pdf im für sie geschützten Bereich.

Resiliente Geschäftsmodelle

Die Statik in Deutschland ächzt

Die Situation vieler Unternehmen in Deutschland ist vertrackt. Die Energiekosten sind auf einem Allzeithoch ohne Aussicht auf signifikante Rückgänge. Der Arbeitskräftemangel ist manifest, die Lieferketten sind rissig, die Preise für Material aller Art sind volatil. Die ökonomische Spaltung der Gesellschaft vertieft sich und die Wertewelten der Milieus driften auseinander.

Die heimische Politik ist im sprunghaften Aktionismus gefangen. Die Steuern und Abgaben sind auf Rekordniveau, bürokratische Anforderungen wuchern in die Betriebsorganisation. Die für betriebliche Prozesse notwendige öffentliche Infrastruktur ist marode oder rückständig.

Gleichzeitig werden die Spielregeln für die globale Zusammenarbeit neu verhandelt. Neue Marktteilnehmer breiten sich aggressiv aus entlang der kulturellen und rechtlichen Vereinbarung ihrer Heimatländer. Im global vernetzten wirtschaftlichen Miteinander schwinden die Chancen für kleine und mittlere Unternehmen auf einen fairen Wettbewerb.

Die Statik des Standortes Deutschland bricht nach und nach zusammen, sie erodiert von innen heraus. Die Politik bietet keinen verlässlichen Handlungsrahmen und im weltweiten Wettbewerb verliert Deutschland immer mehr an Bedeutung und Strahlkraft. Kleine und mittlere Unternehmen sind in dieser Situation gefangen. Sie können einzig die Folgen durch geschicktes Handeln abfedern und sich der Situation anpassen – auf Kosten einer nicht realisierten Wertschöpfung. Das erodierende System verhindert Wachstum, Veränderung und Wandel. Der Zerfall des Systems verstärkt sich aus sich selbst heraus.

Einschläge aus heiterem Himmel

Externe Störereignisse treten nicht selten ohne Ansage auf, sie eskalieren immer schneller, ihre Wucht und Häufigkeit nehmen zu. Kriege, Pandemien, Massenmigration, Terror und Extremwetter erscheinen als plötzliche Schicksalsereignisse. Deren Eskalationspotenzial taucht schlicht in den auf kurzfristigen ökonomischen Maxima gerichteten Erfolgsrechnungen der Nationen und Unternehmen nicht auf.

Das staatliche Handeln ist rein reaktiv auf die notwendigsten Reparaturen der aus den  Störereignissen entstehenden Katastrophen gerichtet, eine wirksame Prävention im Sinne einer Beseitigung der Ursachen erfolgt nicht. Damit sind Unternehmen in dem Dilemma gefangen, abseits der betrieblichen Erfolgsrechnung keinen wirksamen Beitrag zur Beseitigung der Ursachen zu leisten. Eine die Vorsorge einschließendes ökonomisches Verhalten wird nicht belohnt, weil es ausschließlich als Kostenfaktor bilanziert werden kann.

In der Konsequenz sind Unternehmen gezwungen, ihre alten Geschäftsmodelle fortzusetzen, denn neue auf langfristige Wohlfahrt angelegte Geschäftsmodelle rechnen sich nicht. Im Zusammenspiel mit dem zerfallenden System sinken die Wachstumsraten und die Erträge und damit schwinden die Chancen zur Transformation. Der Zerfall der Statik und die externen Störereignisse verstärken sich gegenseitig, Unternehmen sind im Zwang der Nicht-Veränderung gefangen.

Hausgemachte Desaster

Die hohen Energiekosten in Deutschland sind der Preis für verschlafene 20 Jahre Innovationen. Sie sind der Preis einer fehlenden verbindenden Vereinbarung, die systemkritischen Ressourcen aus eigener Kraft bereitzustellen. Günstige Energiepreise als Maxime einer Einkaufspolitik haben sich als in mehrfacher Weise als fataler Fehler erwiesen. Die aus den günstigen Energiepreisen resultierenden Geschäftsmodelle halten einer schlagartigen Veränderung nicht stand, die Kosten fressen die Substanz auf.

Im Zusammenhang mit den günstigen Energiepreisen erschlaffte auch der Innovationsimpuls. Innovationen brauchen einen guten Nährboden, die zarten Pflänzchen der Erneuerung brauchen Pflege und jahrelange Zuwendung, sie brauchen ein gedeihliches Klima und sie brauchen eine Welt, die auf Innovationen angewiesen ist. Eine Welt der billigen Energie braucht keine Innovationen, eine Welt der teuren Energie sehr wohl.

Die marode Infrastruktur in Deutschland – Straßen, Bahn, Schulen, Krankenhäuser, Verwaltung, Bundeswehr und vieles mehr – sind der Preis einer Politik des Verzehrs der Substanz für Schuldenfreiheit. Keine Schulden sind immer dann ein Fehler, wenn mangelnde Reinvestitionen zum Substanzverlust der Produktionsmittel führen, deren schwindende Leistungsfähigkeit zum Beispiel wiederum zu niedrigeren Steuereinnahmen führt oder zu erhöhten Folgekosten durch steigende Dysfunktionen.

Schulden sind immer dann ein Fehler, wenn die Ausgaben den ROI – Return-On-Investment übersteigen oder einen privaten Konsum finanzieren, der nicht ausreichend zum ROI beiträgt. Schulden sind immer dann gut, wenn mit Ihnen produktive Substanzwerte geschaffen werden . Das Primat der Schuldenfreiheit per se ist falsch, es kommt immer auf den Kontext an.

Die Bilanz eines Unternehmens, die auf der Aktivseite und auf der Passivseite jeweils eine Null aufweist, ist zwar ausgeglichen, doch das Unternehmen ist wertlos, es verfügt über keine Werte. Aktiva erhalte ich nur, wenn ich investiere und wenn meine Investitionen im Ergebnis mehr Werte schaffen, als sie Kosten verursachen. Das Prinzip der Mehrwertökonomie gilt für Haushalte jeder Art – für Staaten, Unternehmen, Institutionen und Privathaushalte.

Nicht die seit vielen Jahren in Wellen anwachsende Massenmigration ist das Problem. Aus dem Umgang mit ihr entsteht die massive Überlastung der Kommunen und die Integrationskatastrophe in Deutschland. Nicht der seit über 20 Jahren leicht auszurechnende Abgang der Boomer aus der Arbeitswelt ist das Problem. Aus dem Umgang mit dem demographischen Wandel entsteht der Arbeitskräftemangel.

Nicht die in klugen Szenarien vorausgedachte Covid-Pandemie war das Problem, es erwuchs schlicht daraus, sich trotz des vorhandenen Wissens und der Möglichkeiten nicht darauf vorbereitet zu haben. Die Folgen des Klimawandels werden zunehmend ein Riesenproblem, es erwuchs aus der seit mindestens 50 Jahre kultivierten Ignoranz von Tatsachen, resultierend aus Ursache und Wirkung.

Triggerwarnung! Zwei drastische Beispiele

Wenn ich als Ursache die furchtbaren Lebensverhältnisse in kriegsverwüsteten Ländern, das armselige Leben in Kleptokratien ohne Überlebens- und Entwicklungsperspektive der Menschen nehme oder die Unmöglichkeit, auf dauerhaft ausgetrocknetem Land eine auskömmliche Lebensgrundlage zu schaffen, dann erhalte ich als Wirkung Massenmigration. Diese Tatsache besichtigen Sie zum Beispiel auf dem Mittelmeer.

Wenn ich als Ursache die Produktion von Plastik nehme, vor allem für Verpackungen und Tüten, und diese gebe ich in die Hände von Menschen, die ihre Verpackungen und Tüten in der freien Natur und besonders gerne in Flüssen entsorgen und es kein Rückhaltesystem oder Müllmanagement dafür gibt, dann erhalte ich als Wirkung Plastikmüll in den Flüssen und schließlich im Meer. Diese Tatsache besichtigen Sie zum Beispiel auf Bali.

Wesentliche Indizien für das Entstehen hausgemachter Desaster sind sich breitmachende Bequemlichkeit, Handeln wider besseren Wissens, die kalkulierte Ausbeutung von Mensch und Natur und deren Einpreisung als Wettbewerbsvorteil in das Geschäftsmodell, unterlassene Sofortmaßnahmen bei ersten deutlichen Anzeichen einer ungesunden Entwicklung, eine verengte Sichtweise auf komplexe Herausforderungen, Schuldzuweisungen vorzugsweise an Wehrlose, die Rechtfertigung von Machtlosigkeit, die Abschottung von Tatsachen, Gier, das Primat des persönlichen Vorteils, kurzfristige Optima eines Teils auf Kosten der anderen Teile des Ganzen, Alternativlosigkeit als Argument, die unterlassene Pflege von Fähigkeiten und Material, symbolischer Aktionismus, das Unterschätzen von exponentiellen Entwicklungen und damit von Zeit und den benötigten Mitteln, um aufkeimende Desaster im Keim zu ersticken.

Unternehmen agieren innerhalb von Tatsachen

Hohe Energiekosten, der Arbeitskräftemangel, die häufig fehlenden Grundqualifikationen des Nachwuchses und dessen hohe Ansprüche, sich sprunghaft verändernde Gesetzeslagen und der starke Normendruck des Gesetzgebers in Deutschland oder seitens der EU, störanfällige Lieferketten und nicht eingehaltene Liefervereinbarungen, eine überbordende und zunehmend dysfunktionale Bürokratie, das marode Verkehrsnetz zu Wasser, auf der Straße und der Schiene, die schleppende Digitalisierung und deren mangelhafte Infrastruktur sind Tatsachen, denen Unternehmen gegenüberstehen.

Aus dieser Melange resultiert das Risiko plötzlich eskalierender Probleme, die in ihrer Einwirkung auf andere Tatsachen sehr rasch sehr komplexe Schadensereignisse erzeugen können. Hinzu kommen externe unplanbare Störereignisse, zum Beispiel durch Pandemien, Extremwetter, Politik und Krieg und möglicherweise betriebsinterne Verhaltensweisen, die das Entstehen von hausgemachten Desastern begünstigen.

Aus den Wirkungen der Rahmenbedingungen, externer Störereignisse und des eigenen Verhaltens resultiert die unternehmerische Wirklichkeit als wahrnehmbare Tatsachen. Um zukünftige Tatsachen und ihre Wirkungen auf ein Unternehmen zu beeinflussen, muss es sein Handeln in der Gegenwart verändern. Damit gestaltet ein Unternehmen Zukunft, zumindest begünstigt es gewünschte Eintrittswahrscheinlichkeiten in einer kommenden Gegenwart.

Die Möglichkeit, wirksam zu handeln findet ihr Ende immer dann, wenn ich ausgeliefert und wehrlos bin. Doch ausgeliefert und wehrlos sein ist nicht selten das Ergebnis eigenen Handelns und hier ist wichtig, auch Nicht-Handeln als Handlung zu erkennen, mit der man die Eintrittswahrscheinlichkeit einer neuen Realität nach und nach auf 100 Prozent erhöht. Solange ein Spiel nicht abgepfiffen ist, ist es nicht verloren. Und die meisten Menschen verlieren nicht, sie geben auf. Das gilt auch für Unternehmen.

Zentrale Aspekte für unternehmerischen Erfolg

Der Erfolg jedes Unternehmens gründet sich auf seine Verlässlichkeit. Seine Produkte und Dienstleistungen müssen am Markt bestehen. Das Unternehmen produziert diese mit engagierten und fähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in guter Qualität zu marktfähigen Preisen bei hoher Verfügbarkeit. Dafür benötigt jedes Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen, von der Rechtssicherheit bis zu einem kalkulierbaren Marktumfeld, es benötigt funktionierende Prozesse innerhalb einer soliden Statik, es bedarf einer Unternehmenskultur, die Fleiß, Einsatz, Leidenschaft, Kritik und neue Ideen konstruktiv zu einem guten System in lernenden Regelkreisen zusammenfügt.

Innerhalb der Tatsachen einer ächzenden Statik in Deutschland, Einschlägen aus heiterem Himmel und hausgemachten Desastern klingen diese Erfolgsfaktoren als wohlfeile Lehrbuchromantik. Doch diese Erfolgsfaktoren gelten unabhängig von den Rahmenbedingungen. Diese und die externen Störereignisse bestimmen das Maß der Wirksamkeit der Erfolgsfaktoren. Desto günstiger die Rahmenbedingungen, desto kraftvoller kann sich der Erfolg entfalten. Hieraus ergeben sich drei zentrale Erfolgsaspekte:

  1. Innerhalb der Umweltbedingungen agieren. Das Unternehmen muss innerhalb einer gegebenen Statik effektiv und effizient funktionieren. Es muss sich den Umweltbedingungen anpassen, diese wo möglich zu seinen Gunsten ändern oder sich davon unabhängig machen. Die Anpassung an eine klare und verlässliche Rechtsordnung ist vermutlich einfacher als an eine korrupte und von willkürlichen Claninteressen dominierte Ordnung, doch für beide Statiken gibt es Lösungen.
  2. Gesunde Paranoia entwickeln. Das Unternehmen muss sich gegen externe Störereignisse wappnen, um mögliche Schäden zu minimieren und Risiken abzufedern. In einem Land mit einer seit Jahrzehnten verlässlichen Stromversorgung ist das Störereignis eines Stromausfalls so gering, dass eine komplette autarke Stromversorgung als Backup vermutlich eine über das Ziel hinausschießende Investition ist. Hier genügt unter Umständen ein kleines Notfallsystem, dass für wenige Tage die existenzielle Basisversorgung sicherstellt. In einem Land mit häufig auftretenden Stromausfällen unklarer Dauer sieht das völlig anders aus.
  3. Leistungsfähiges Immunsystem trainieren. Das Unternehmen muss die Entstehung hausgemachter Desaster unterbinden. Hier helfen eine veränderungsfreudige Unternehmenskultur, transparente Geschäftsprozesse, Ehrlichkeit in der Beurteilung der Sachlage, ein funktionierendes Controlling und nach dem Prinzip der kaufmännischen Vorsicht erstellte Forecasts, definierte Risikokorridore und eine Leistungskultur, die das konstruktiv kritische Hinterfragen als Erfolgsfaktor begreift. Und wenn ein Problem eskaliert, dann müssen die Gegenmaßnahmen schneller eskalieren als das Problem.

Der Gorilla, der schwarze Schwan und der weiße Elefant sind immer da – ebenso wie das Böse, das Verdrängen und die Faulheit, die Geltungssucht und das Dominanzgebaren. Das Gute, das klare Ansprechen, der Teamgeist, der Fleiß und das Engagement um der Sache willen sind auch immer da. Wir sind dafür verantwortlich, uns gegenseitig auf den Gorilla hinzuweisen, den schwarzen Schwan als Wahrscheinlichkeit in unsere Überlegungen einzubeziehen und den weißen Elefanten im Raum zu benennen. Es hilft sehr, blinde Flecken als solche anzuerkennen und eine Kultur der professionellen respektvollen Tabulosigkeit über alle Hierarchien hinweg zu leben. Wir sind dafür verantwortlich, wie sich die Dinge entwickeln.

Schlüsselfaktoren für resiliente Geschäftsmodelle

Der Begriff Resilienz erschließt sich innerhalb des jeweiligen Kontextes. Physikalisch betrachtet definiert sich die Resilienz eines Materials oder einer Materialmischung an seiner Eigenschaft, nach einer extremen Belastung wieder seinen Ursprungszustand einzunehmen. Das Material oder die Materialmischung hat ein Gedächtnis, wie es sich idealerweise ausformt. Werfen Sie einen Gummiball kräftig an die Wand. Er wird zurückspringen und Sie können ihn ohne Anzeichen einer Veränderung noch und noch werfen. Werfen Sie einen Kirschkuchen an die Wand. Er wird nicht zurückspringen und Sie werden wesentliche physikalische Veränderungen feststellen.

Oder drücken Sie ein Brot kräftig ein. Findet es rasch in seine Ursprungsform zurück, dann reifte es sehr wahrscheinlich mindestens 24 Stunden vor dem Backen und es ist frisch. Bleibt es nach dem Drücken klumpig zusammengequetscht, dann sind vermutlich industrielle Backtriebmittel im Brot oder es ist alt. Man könnte sagen, ein resilientes Brot hat ein Gedächtnis, welche Form die ihm angemessene ist.

Nicht eingeschlossen in die naturwissenschaftliche Betrachtung der Resilienz ist hierbei die chemische Veränderung. Wenn sie den Gummiball und den Kirschkuchen zu stark erhitzen, werden beide ihren Aggregatszustand und ihre Eigenschaften irreparabel verändern.

Die Medizin nennt ein Gewebe dann resilient, wenn es sich nach einem Eindrücken oder Einzwicken wieder unverletzt entspannt. Kneifen Sie einem dehydrierten Menschen mit zwei Fingern sanft in die blasse Backe, die Falte wird lange Zeit stehen bleiben. Bei einem ausreichend mit Wasser versorgten Gewebe entspannt sich das Gewebe nach dem Kneifen umgehend. Resultiert aus dem Kneifen der Backe eine psychische Störung, dann zeigt der Gekniffene kein resilientes Verhalten, seine Psyche hat sich nicht mehr entspannt.

Damit verbunden beschreibt die Psychologie Resilienz als eine mentale Fähigkeit von Menschen, psychisch belastende Ereignisse, die als Schock oder als traumatische Erfahrung über einen kürzeren oder längeren Zeitraum auf den Menschen einwirken, aus eigener Kraft zu reflektieren, zu verarbeiten, und zu überwinden um sich schließlich wieder als gesund, tatkräftig und stark zu empfinden. In der gebotenen Kürze sei hier Resilienz als Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit beschrieben.

Soziologisch betrachtet bedeutet Resilienz die Widerstandsfähigkeit von Menschengruppen – zum Beispiel die Bevölkerung Deutschlands – bei Störereignissen wie Pandemien und Extremwetter. Hierbei geht es weniger um die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Es geht darum, als Gruppe ausreichend anpassungsfähig und lernfähig zu sein, um Störereignisse ohne dauerhafte Schädigungen der Gruppe zu überstehen und zu bewältigen, schließlich neue Stärken für das Gruppenverhalten zu entwickeln und aus dem neuen Wissen neue Lösungen zu generieren, die das Risiko gleichgearteter Schadensereignisse minimieren.

Resiliente Unternehmen vereinen alle oben genannten Eigenschaften. Resiliente Unternehmen behalten unter Druck ihr Gedächtnis. Lässt der Druck nach, finden resiliente Unternehmen umstandslos zu der ihnen angemessenen Form zurück. Externe Störereignisse und eskalierende Desaster können resiliente Unternehmen aus eigener Kraft reflektieren, verarbeiten und überwinden. Sie sind ausreichend anpassungsfähig und lernfähig, um Störereignisse ohne dauerhafte Schädigungen zu überstehen und zu bewältigen und entwickeln schließlich neue Stärken, um künftigen Krisen besser zu begegnen. Resiliente Unternehmen haben eine widerstandsfähige Wertearchitektur. Aus ihr schöpft das Unternehmen sein Vertrauen in seine Selbstwirksamkeit unter sich verändernden Bedingungen.

Resilienz umfasst auch die Autarkie. Diese spannt sich auf zwischen der Selbstgenügsamkeit und der Unabhängigkeit. Die Sprachwurzel autós meint das Selbst, das Eigene, die Autonomie. Das arkéin meint das Abwehren, Helfen und Ausreichen. Autarkie ist also auch die Fähigkeit, Krisen aus eigener Kraft abzuwehren und sich selbst helfen zu können. Unternehmerisch betrachtet ergibt die Selbstgenügsamkeit keinen Sinn, denn man will ja mit seinen Produkten und Dienstleistungen Werte schaffen, diese erfolgreich am Markt platzieren und den daraus erzielten Mehrwert wieder investieren. Dafür ist ein hohes Maß an Unabhängigkeit und Autonomie eher hilfreich als ein dichtes Netz von Abhängigkeiten und eine unzureichende Kraft, die im Krisenfall der Hilfe Dritter bedarf.

Ebenso mit der Resilienz verbunden ist die Nachhaltigkeit, genauer, das nachhaltige Wirtschaften. Es meint das ausbeutungs- und emissionsfreie Wirtschaften vorzugsweise in Regionalbezügen – von der Lieferkette bis zu den Absatzmärkten, von den Ausbildungsplätzen bis zu den Mitarbeitern, von deren fairer Entlohnung bis zu akzeptierten Marktpreisen für qualitätvolle, langlebige, reparierbare und schadstofffreie Produkte und  verlässliche Dienstleistungen in einer abfallfreien Produktions- und Logistikkette, von der Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen bis zum gesellschaftlichen Engagement im Einzugsgebiet des Unternehmens und einem angemessenen Gewinn für Investitionen in technischen und sozialen Fortschritt für eine dauerhafte Marktpräsenz.

Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind deutlich krisenfester und widerstandsfähiger als vergleichbare Wettbewerber ohne Nachhaltigkeitsstrategie. Denn die Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet robuste Lieferketten, verlässliche Partnerschaften, eine Vertiefung der Wertschöpfungskette für mehr Hoheit über die Schaffung von Qualität, einen klugen Einsatz von Material und Energie und eine attraktive Positionierung im Markt.

Resilient + Autark + Nachhaltig = Die RAN-Strategie

Kluges Management muss sich der Tatsache der blinden Flecken stellen. Blinde Flecken sind in dem Maße unvermeidlich, wie unser Erfahrungshorizont und unsere Vorstellungskraft unser Denken limitieren. Gefährlich werden blinde Flecken immer dann, wenn man sich etwas nicht vorstellen will. Vorstellbare Wirklichkeiten finden in vier Dimensionen statt:

Uns Bekanntes Uns Unbekanntes
Unser Wissen Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen.
Unser Unwissen Es gibt Dinge, die wir nicht wissen wollen. Es gibt Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.

Effizientes Management muss seine Mittel für eine möglichst hohe Wirksamkeit konzentrieren. Weder Zeit, Geld noch Wissen sind unendlich. Es gilt, das Maß an Beschränktheit zu minimieren und diese gleichzeitig in Demut zu akzeptieren. Gutes Management agiert mit beschränkten Mitteln innerhalb unvollständiger Informationen. Im ersten Schritt klären Sie folgende Fragen:

An die Umweltbedingungen anpassen

Welchen Umweltbedingungen sind wir ausgesetzt?
Welche Umweltbedingungen sind für uns relevant?

Gesunde Paranoia entwickeln

Welche Störereignisse sind bereits eingetreten?
Welche Störereignisse sind noch nicht eingetreten?

Leistungsfähiges Immunsystem trainieren

Wo ist unser Immunsystem stark?
Wo ist unser Immunsystem schwach?

Aus der Kombination der zentralen Erfolgsaspekte Anpassung, Paranoia und Immunsystem mit den Schlüsselfaktoren Resilienz, Autarkie und Nachhaltigkeit ergibt sich folgendes Frageraster je Handlungsfeld:

 

Handlungsfeld Resilienz stärken: Substanz wirksam schützen Autarkie erhöhen: Freiheitsgrade dauerhaft erhöhen Nachhaltig verändern: Wertschöpfung robust gestalten
Innerhalb der Umweltbedingungen agieren An welche Umweltbedingungen passen wir uns an? Von welchen Umweltbedingungen machen wir uns unabhängig? Welche Umweltbedingungen ändern wir für mehr Nachhaltigkeit?
Gesunde Paranoia für mögliche Störereignisse entwickeln Auf welche Störereignisse bereiten wir uns vor? Von welchen Störereignissen machen wir uns unabhängig? Welche Störereignisse nutzen wir für mehr Nachhaltigkeit?
Leistungsfähiges Immunsystem trainieren Welche unternehmerischen Schwächen verringen wir? Welche unternehmerischen Stärken bauen wir aus? Wie nutzen wir unsere unternehmerischen Stärken für mehr Nachhaltigkeit?

Aus den Antworten formt das Unternehmen seine RAN-Strategie. Diese gestaltet sich aus dem Schutz der Substanz des Unternehmen, dessen Erhöhung der Freiheitsgrade und der Entwicklung eines robusten wertschöpfenden Geschäftsmodells. Für eine fundamentale Analyse und der Gestaltung einer individuellen RAN-Strategie muss das Unternehmen für jedes Handlungsfeld das gesamte Frageraster heranziehen.

Folgende Beispiele mögen in ihrer verkürzten Darstellung die Entwicklung einer individuellen RAN-Strategie plakativ illustrieren. Natürlich können je nach Ausgangslage und Einflussfaktor die Lösungen variieren. Jede Lösung reflektiert auf ein Handlungsfeld:

Handlungsfelder in Bezug zum Umfeld Resilienz stärken: Substanz wirksam schützen Autarkie erhöhen: Freiheitsgrade dauerhaft erhöhen Nachhaltig verändern: Wertschöpfung robust gestalten
Hohe Bezugskosten für extern zu beschaffende Energie Wir reduzieren den Energieeinsatz, ohne unsere Leistungsfähigkeit zu schwächen. Unsere Energieversorgung ist diversifiziert und erfolgt möglichst aus eigener Kraft. Wir schaffen entlang unserer Lieferkette ein hohes Maß an Energieautarkie.
Manifester Arbeitskräftemangel Wir ersetzen Routinearbeit durch KI gesteuerte Prozesse. Wir erhöhen die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter, damit diese umfassender agieren können. Wir bilden selber aus und bieten sehr gute berufliche und private Perspektiven und Möglichkeiten.
Rissige Lieferketten Wir reduzieren die Komplexität der Lieferketten und straffen diese. Wir erhöhen die Fertigungstiefe im Unternehmen. Wir investieren in regionale und robuste Lieferketten.
Wertegetriebener Konsum der Milieus Markensubstanz stärken und kommunizieren. Markenführerschaft in attraktiven Milieusegmenten anstreben. Dauerhafte Bindung der Milieus durch Schaffung eines Sehnsuchtsortes.
Hohe Steuern und Abgaben Ausschöpfen aller rechtlich legalen Mittel, um Steuern und Abgaben anzupassen. Bestehende Strukturen entlang geeigneter Rechtsformen anpassen. Neue schlanke Strukturen entlang geeigneter Rechtsformen entwickeln.
Bürokratische Anforderungen Schwellenwerte beachten, die zu erhöhten Anforderungen führen. Bürokratische Anforderungen wo immer möglich, automatisieren. Neue Strukturen schaffen, die Bürokratie vermeiden.
Marode öffentliche Infrastruktur Den Kosten- und Zeitaufwand aller Prozesse analysieren und straffen, wo möglich. Bestehende Prozesse substituieren, neue Prozesse etablieren. Eine eigene Infrastruktur innerhalb der Lieferkette aufbauen.
Politische Unwägbarkeiten Politisch kritische Entscheidungen antizipieren und Vorsorge treffen. Von politischen Entscheidungen unabhängig machen. Politik im Verbund beeinflussen.
Handlungsfelder in Bezug zu Störereignissen Resilienz stärken: Substanz wirksam schützen Autarkie erhöhen: Freiheitsgrade dauerhaft erhöhen Nachhaltig verändern: Wertschöpfung robust gestalten
Krieg Notfallpläne ausarbeiten. Vitalfunktionen schützen. Möglichkeiten ausloten, für die Verteidigung nützlich zu sein. Robuste Doppelstrukturen schaffen, die auch im Frieden nützlich sind. Alternative  Geschäftsfelder entwickeln. Robuste Produktions- und Lieferketten im Verbund und diversifizierte  Absatzmärkte.
Pandemien Schutzkonzepte, die sofort umgesetzt werden können. Erfahrungswissen systematisch nutzbar machen. Pandemieresistente und systemrelevante Geschäftsfelder entwickeln, die im Bedarfsfall sofort greifen. Robuste Produktions- und Lieferketten im Verbund und diversifizierte  Absatzmärkte.
Terror Schutzkonzepte entwickeln und regelmäßig trainieren.
Extremwetter Vorbeugende Maßnahmen, um die Auswirkungen zu begrenzen. Funktionierende Notfallpläne. Beseitigung durch Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit entstandene Risikoherde. Reduzierung des Schadensrisikos. Bekämpfung der Ursachen. Schaffung eines Umfeldes, in dem Störereignisse unwahrscheinlicher werden.
Handlungsfelder in Bezug zum Immunsystem Resilienz stärken: Substanz wirksam schützen Autarkie erhöhen: Freiheitsgrade dauerhaft erhöhen Nachhaltig verändern: Wertschöpfung robust gestalten
Unternehmenskultur Kultur der professionellen Tabulosigkeit etablieren. Das Geschäftsmodell auf mögliche Zukünfte hin anpassen und diversifizieren. Veränderungsfreude und Wertschöpfung, Sicherheit und Wagnis miteinander kombinieren.
Controlling und Forecasts Aussagefähige Kennzahlen. Transparenz, Klarheit und Vergleichbarkeit. Analyse von Wirkungs-zusammenhängen für abgewogene Entscheidungen für mehr Autarkie. Ergebnisse, Forecasts und Risikokorridore als eine Perspektive strategischer Entscheidungen.
Krisenmanagement Regelmäßiges Krisentraining – von der Psychologie über die Kommunikation bis zu technischen Abläufen. Das Erfahrungswissen jeder Krise und jedes Krisentrainings führt zu konkreten Verbesserungen. Das Antizipieren von Krisen mündet in Maßnahmen, deren Eintrittswahr-scheinlichkeit signifikant zu senken.
Digitalisierung Konsequente Digitalisierung aller Prozesse, den Schutz dieser und ihrer Daten. Schlanke und effiziente Verfahren mit hoher Usability – von der Warenbestellung bis zur Kunden-kommunikation im Online-Shop Digitale Vernetzung innerhalb der gesamten Liefer- und Absatzkette.
Markenversprechen Analyse der Markensubstanz, Stärkung der Stärken und Reduzierung der Schwächen. Glaubwürdige Entwicklung der Markenwerte an die Werte der kaufkraftstarken Milieus. Etablierung eines Lifestyles als Sehnsuchtsort, für den die Produkte und Dienstleistungen stehen.

Vorliegende Zeilen für die Entwicklung resilienter Geschäftsmodelle müssen in der hier gebotenen Kürze als Skizzen und Gedankenanstöße dienen. In der Praxis entscheiden immer der Einzelfall und die individuelle Ausgangssituation des Unternehmens.

Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die an den Standort Deutschland gebunden sind, liegen einige Handlungsfelder klar auf der Hand. Wer begehrenswerte Produkte und Dienstleistungen entwickelt und herstellt, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbildet, fördert und gut behandelt, robuste Lieferketten mit verlässlichen Partnern schafft, die Digitalisierung für effiziente Prozesse nutzt und mit idealerweise selbst produzierter Energie achtsam umgeht liegt mit Sicherheit richtig. Weitere Handlungsfelder erschließen sich womöglich auf Grundlage einer sauberen Analyse und vor allem erschließen sich daraus die sieben W: Was ist dringend? Was ist wichtig? Wo ist der größte Wirkungsgrad? Wie setzen wir Erkenntnisse in Taten um? In welcher Reihenfolge packen wir die Themen an? Wie begünstigen wir effizientes Handeln? Wen holen wir an Bord?

Ihr

Stefan Theßenvitz

Mehr Anregungen und Perspektiven rund um das Thema Resilienz, Autarkie und Nachhaltigkeit finden Sie auf dieser Website:

TUM – Technische Universität München | Existenzgründerseminar SS 2024

Auch im SS 2024 stehen wir der Technischen Universität München als Marketingpaten zur Verfügung – Fakultät für Informatik, Prof. Dr. Michael Gerndt, Institut für Informatik, Lehrstuhl für Rechnerarchitektur & Parallele Systeme.

Auch dieses Jahr liegt der Schwerpunkt unserer Mitarbeit auf der Marktanalyse. Die Studenten beziehen sich im Rahmen der Entwicklung Ihrer Geschäftsidee auf die Methoden und Werkzeuge der Marktanalyse, um mit Hilfe dieser ihr Geschäftsmodell zu überprüfen und marktfähig zu gestalten.

Unsere Aufgaben im SS 2024

Wir beraten, betreuen und begleiten Studenten seit 1997 im Rahmen des hochschuleigenen Seminars Existenzgründung.

Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes | Seminar – Nachhaltig wirtschaften im Handwerk

Im Rahmen der Ausbildung für Meisterschüler des Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes halten wir in dessen Auftrag am 9. Juli 2024 ein Seminar: Nachhaltig wirtschaften im Handwerk.

Die Teilnehmer des Seminars finden die Unterlagen im Format pdf im für sie geschützten Bereich.

Ist nachhaltiges Wirtschaften die Gewinnerstrategie im 21ten Jahrhundert? – oder nur ein weiterer aufgepumpter Firlefanz, mit dem man Kunden einseifen kann? Wir fragen kritisch: Haben Handwerksbetriebe ohne eine Nachhaltigkeitsstrategie überhaupt eine Chance? Handeln viele Handwerksbetriebe nicht bereits vielfältig nachhaltig und wissen es oft nicht?

Um es vorwegzunehmen: Nachhaltigkeit ist insbesondere KEINE Naturverklärung und achtsames Bäume streicheln. Nachhaltigkeit ist KEINE Weltrettungsideologie oder Ersatzreligion. Nachhaltigkeit ist ein Wirtschaftsprinzip.

Das Seminar umreißt in zwei Stunden das Thema nachhaltig Wirtschaften mit der notwendigen Theorie und verknüpft diese anschaulich mit einem echten Praxisbeispiel eines Zimmererbetriebs, der sich 2019 in Sachen Nachhaltigkeit auf den Weg gemacht hat und nachweislich gut damit fährt.

Seine Erfolgsbilanz in aller Kürze:

  • Lehrlinge und neue Mitarbeiter bewerben sich initiativ und bleiben
  • Deutlich steigende Identifikation der Mitarbeiter
  • Wachstum trotz schwierigem Markt- und Wettbewerbsumfeld
  • Deutlich resilienter gegenüber den aktuellen Herausforderungen
  • Deutlich mehr Umsatz bei leicht steigendem Auftragsbestand
  • Leichterer Zugang zu Investorenprojekten
  • Reduktion der Emissionen durch Substitution der Baustoffe
  • Kostenersparnisse durch Einsatz regenerativer Energien
  • Signifikant erhöhtes Betriebsergebnis
  • Messbare Akzeptanz der Kunden pro Nachhaltigkeit
  • Sehr positive öffentliche Wahrnehmung (Politik, Bevölkerung)

Im Seminar geben wir einen fundierten Überblick über die Methoden und Werkzeuge, die wirklich funktionieren und ihren Einsatz in der Praxis. Auch das Thema Markenbildung und seine Wirkungen auf die Kunden wird anschaulich dargestellt. Wir haben guten Stoff dabei für Hirn und Herz, für Augen und Ohren und eine Menge Hintergrundinformationen, die über das Seminar hinausweisen und hilfreich sind für den Einstieg in die persönliche Gewinnerstrategie.

Die Inhalte des Seminars in Stichpunkten:

  • Über Organisationen | Wie Organisationen unser Handeln prägen
  • Über Menschen | Menschen leben in Wertewelten
  • Unsere Zukünfte | Wir leben in einer Welt im Wandel
  • Über Nachhaltigkeit | Was ist Nachhaltigkeit und was ist sie nicht
  • Nachhaltiges Betriebssystem | Ziele, Strategien und Maßnahmen
  • Nachhaltigkeit messen | Qualitative und quantitative Faktoren bestimmen
  • Über Nachhaltigkeit berichten | Transparenz und Nachvollziehbarkeit herstellen
  • Nachhaltig handeln | Wertschöpfung, Wirksamkeit, Wertschätzung, Wohlfahrt
  • Nachhaltig kommunizieren | Eine neue kommunikative Vereinbarung
  • Nachhaltige Nutzen | Konkret erfolgreicher werden mit einer Nachhaltigkeitsstrategie

Insbesondere für das Handwerk gilt: Nachhaltig wirtschaften ist eine smarte Mehrwertstrategie. Davon sind wir überzeugt! Wir freuen uns auf Sie am 9. Juli 2024 im BUBIZA in Kassel, Ihre

Anja Theßenvitz, M.A. Kommunikationswissenschaft
Stefan Theßenvitz, Diplom Betriebswirt (FH)

Die Teilnehmer des Seminars finden die Unterlagen im Format pdf im für sie geschützten Bereich.

Eine Machtfrage | Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik

Die Geschichte des dritten Buches „Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik“ beginnt zweimal. Im Laufe der Recherchen für die ersten beiden Bücher „Nachhaltig wirtschaften im 21. Jahrhundert“ und „Nachhaltig wirtschaften in der Praxis“ und deren Niederschriften entstand viel Begleitmaterial, das sich zwar thematisch in das Thema Nachhaltigkeit fügte, aber nicht in den Kontext der jeweiligen Bücher.

Eine wesentliche Erkenntnis aus den ersten beiden Büchern ist: Unternehmen arbeiten immer im System – sie arbeiten innerhalb einer Rahmenhandlung bestehend aus geltendem Recht, Normen und kulturellen Vereinbarungen. Die Gesellschaft und die Politik können diese Rahmenhandlung neu definieren, sie arbeiten am System.

Aus dieser Erkenntnis entstand nach und nach die Idee, dieses bereits in Skizzen vorliegendes Begleitmaterial unter der Perspektive Gesellschaft und Politik zu subsumieren und in ein drittes Buch zu packen. Während der Arbeit an dem dritten Buch erschien das zweite Buch „Nachhaltig wirtschaften in der Praxis“ und wir zogen protzstolz los und begaben uns auf die Ochsentour.

Im letzten halben Jahr öffneten sich uns mit unserem Anliegen viele Türen, auch in der Politik, und wir freuten uns auf die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, hier starke Bündnispartner zu finden, das Konzept und die Werkzeuge für das nachhaltige Wirtschaften mit politischer Unterstützung und Fürsprache in konkrete Taten zu übersetzen – insbesondere mit und für mittelständische Betriebe, die in regionalen Bezügen arbeiten.

Entlang dieser konkreten Erfahrungen mit der Politik – von der Kommunalpolitik bis zur Bundespolitik – und wir sprechen hier ausschließlich von Regierungsparteien auf kommunaler Ebene, auf Landes- und Bundesebene beginnt das dritte Buch zum zweiten Mal. Die Rückmeldungen sind in der Tat bemerkenswert, was im Folgenden in Auszügen zu Protokoll gegeben sei, und vor allem, damit gewann das dritte Buch etwas an Schärfe.

Fünf Beispiele mögen das Spektrum der politischen Verfasstheit aufzeigen, innerhalb derer die proklamierte Transformation unseres Landes hin zu einer nachhaltig agierenden Gesellschaft und Wirtschaft stattfinden soll. Beginnen wir ein besonders schön formuliertes Bekenntnis zur Nachhaltigkeit aus dem Mund eines Bürgermeisters*, mit dem wir mehrere offizielle und informelle Gespräche führten. Abschließend meinte er*: „Damit befasse ich mich, wenn ich in Rente bin.“

Ein Gemeinderat* polterte uns nach der Lektüre an: „Nehmen Sie erstmal den Kopf aus den Wolken und kommen Sie mit den Füßen in der Wirklichkeit an. Werden Sie erstmal erwachsen.“ Das empfand ich, der letztes Jahr in die 61te Runde seines Lebens ging, auch als Kompliment, nach wie vor so viel jugendliche Unbekümmertheit auszustrahlen. Und es erinnerte mich tatsächlich an meine Jugend, in der mir friedensbewegt im Parka in einer Einer-Welt-Initiative mitarbeitend immer wieder genau diese wütend-schroff-zurechtweisende Soundwolke an unserem kirchlichen Basar entgegengroovte.

Die uns Ende Februar! entgegengebrachte Aussage eines Mitarbeiters* im politischen Regionalmanagement – „das sollten wir nach der Sommerpause weiterbearbeiten“ – ist  dialektisch dicht dran an dem Rententext. Auch hier spürt man körperlich die aus der täglichen Arbeit resultierende Erschöpfung im Dienst am Gemeinwohl, die keinen anderen Blick als den aus der Froschperspektive im Angesicht des zu verrichtenden Tagesgeschäfts ermöglicht. Das ist der bewährte Sound des Sachzwangs, der alternativlos zur völligen Erschlaffung jeglicher Imagination führt.

Begeben wir uns anekdotisch auf die politische Landesebene und bleiben wir bei körperlichen Empfindungen. Nach einigen Annäherungen und Anbahnungen führten wir  schließlich ein einstündiges Gespräch mit einem Landespolitiker*, der uns immer wieder versicherte, wie dicht dran er am Thema sei mit der Nachhaltigkeit. Dessen Versicherungen waren gefüllt mit lebensprallen Erinnerungen an die schöne Jugendzeit, in der man selbstverständlich bereits auch schon so getickt habe. Als wir dann gesprächsweise auf die Zielgerade einbogen mit der Frage, was denn mit Unterstützung der Landespolitik konkret möglich sei, da wurde auch der Landespolitiker konkret: „Meine Kollegen bekommen bei dem Wort Nachhaltigkeit Würgreiz.“

Beschließen wir die Exkursionen in die Verfasstheit der Politik – zur Erinnerung: wir berichten ausschließlich von Gesprächen mit Politikern* in Regierungsverantwortung – mit einem Diskurs auf Bundesebene. Im Zuge unserer Arbeit mit Unternehmen wissen wir aus erster Hand, welche Programme diese zur Förderung des Nachhaltigen Wirtschaftens nutzen oder welche Programme für sie in Frage kommen. Hier geht es nicht um Subventionen, es geht schlicht um fachliche Unterstützung im komplexen Dickicht der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Stichworte dazu: Scope 1, 2 und 3 – die Profis wissen, was ich meine.

Eines dieser Programme lief jahrelang super und seit einem Jahr fast nicht mehr, einfach weil die Bundesmittel und das muss man so sagen, brutal zusammengestrichen wurden. Aus acht produktiven Vollzeitstellen wurde über Nacht eine Teilzeitstelle. Seitdem wird das Programm, dessen inhaltliche Durchführung die Unternehmen aus eigener! Tasche bezahlen, nicht mehr nachgefragt. Aus der den Diskurs abschließenden Antwort des Wirtschaftsministeriums: „Wir werden uns weiterhin für die nachhaltige Transformation in der Wirtschaft einsetzen. Wir möchten Anreize zum fossilfreien Wirtschaften setzen und werden uns dafür auch fortlaufend einsetzen.“ Ach ja? Dann wünschen wir uns bitte Butter bei die Fische.

Der Politik auf allen Ebenen sei gesagt: Wir haben in den letzten Jahren sehr viele mittelständische Unternehmen kennengelernt, die sich auf den Weg des nachhaltigen Wirtschaftens begeben und dafür enorme Kraft, Zeit und Geld investieren. Das Einzige, was an allen Ecken und Enden fehlt ist ein konzertierter politischer Wille, einen verlässlichen Rahmen zu schaffen, die Kräfte der freien Wirtschaft zu koordinieren und zu bündeln und auch ein wenig Geld in die Hand zu nehmen – letztlich zum Wohl unseres Landes (gut, das ist etwas pathetisch aber an dieser Stelle gestattet). Wir befinden uns nach den vielen Gesprächen auf politischer Ebene gleichermaßen ernüchtert und wohlauf. Wir sind frohen Mutes, ihn* irgendwo und irgendwann zu treffen: den Politiker* mit Tatkraft, das nachhaltige Wirtschaften zu befördern.

Unsere geschilderten Erlebnisse sind keinesfalls eine Pauschalkritik in Richtung Politik und Politiker*. Es gibt die Guten, das wissen wir. Es gibt wunderbare Beispiele, dass es miteinander gelingen kann, nachhaltig zu wirtschaften. Viele Gemeinden in Deutschland sind bereits mit intelligenten Lösungen energieautark. Es gibt Unternehmen, die in Regionalverbünden klug miteinander wirtschaften. Deren Ideen und Konzept reichen bis hin zu Maschinenringen und regionalen Wertschöpfungsketten. Es gibt Gemeinden, in denen das bürgerschaftliche Engagement sehr gut funktioniert. Es gibt Regionen, die klug mit ihren Ressourcen umgehen – bis hin zur Nutzung des Gebäudebestandes.

Es sind einfach noch zu viele Politiker*, die aus welchen Motiven heraus auch immer das alte Spiel spielen. Es sind einfach viel zu wenige Politiker*, die sich ins Neue trauen, es sind viel zu wenige, die eine verbindende Idee formulieren und dort konkret wirksam werden, wo sie gestellt sind. Leider ist der Begriff Nachhaltigkeit im politischen Diskurs mittlerweile verbrannt. Die damit verbundenen Konnotationen sind Schuld, Strafe, Verbote, Verzicht, Fremdbestimmung. All das ist grundfalsch und auch Teil des alten Spiels – teile und herrsche. Nachhaltigkeit bedeutet mitmachen, miteinander arbeiten, kluge Lösungen, sachbezogener Diskurs, Verantwortung, Regionalbezug, konkrete Verbesserungen, Wohlstand und Wohlfahrt.

Unser froher Mut speist sich auch aus dem Wissen aus Interviews und Diskussionen mit Menschen aller Couleur, aus Dokumentationen und Befragungen im Rahmen unserer Arbeit, aus der Sozialforschung und belegbaren Fakten des Verbraucherverhaltens aus unserer Marktforschung: Die Gesellschaft ist so weit: Sie will mit weit überwiegender Mehrheit in einem Land leben, das den nachhaltigen Lebensstil befördert – zum Wohle aller. Ihre stärksten Mitstreiter:innen finden sie in verantwortlich handelnden – meist mittelständischen – Unternehmen. Was zu tun bleibt: Wir müssen die Politiker* druckvoll ermuntern, sich hier einzuhaken und in die gleiche Richtung mitzuziehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Dir eine vergnügliche Lektüre des Buches „Nachhaltigkeit in Gesellschaft und Politik“. Möge es ein Anstoß sein, gemeinsam bessere Lösungen für ein gedeihliches Miteinander zu finden. Nachhaltigkeit ist wie alles im Leben eine Machtfrage. Wer macht´s?

Ihr

Stefan Theßenvitz

Das Buch gibt es in meinem Webshop als einmalige und limitierte Schmuckauflage: https://shop.thessenvitz.de/produkt/nachhaltigkeit-in-gesellschaft-und-politik/

*Selbstverständlich beinhaltet das hier verwendete generische Maskulinum die Möglichkeit aller Geschlechter. Gestatten Sie dieses bitte aus Gründen der Anonymisierung. Es genügt völlig, wenn sich die jeweils angesprochenen Personen in den Zitaten wiedererkennen.

HSLU Hochschule Luzern – Musik | Nachhaltige Musikschulen gestalten die Zukunft – Seminar

Im Rahmen der Weiterbildung Musik der HSLU Hochschule Luzern – Musik arbeiten wir am 4. April 2025 im Rahmen eines Seminars am Konzept der nachhaltig agierenden Musikschule.

Inhalt

Musikschulen sind kulturelle Bildungsorte des Mitmachens und des Mitgestaltens. Musikschulen sind soziokulturelle Einrichtungen – sie organisieren sich selbst, sie sind integrativ, sie sind kommunikativ und sie handeln partizipativ. Sind Musikschulen damit bereits nachhaltig? Ja und Nein.

Musikschulen gestalten die Lebenswirklichkeit vor Ort mit – politisch und gesellschaftlich. Musikschulen arbeiten mit scharfen Sinnen und einem reflektierten Selbstbild auf der Grundlage von Fakten und beweisbaren Argumenten. Ein Nachhaltigkeitskodex unterstützt Musikschulen dabei, er enthält qualitative und quantitative Daten über die Wirkung der Musikschule in die Gesellschaft hinein.

Warum nachhaltiges Handeln erfolgreich sein wird: Viele Menschen wollen ihre Lebenswirklichkeit aktiv mitgestalten. Für weit über 50% der Menschen ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium für Lebensqualität. Nachhaltige Institutionen gestalten eine Zukunft mit Sinn – durchdacht, demokratisch, partizipativ und aktiv.

Die Teilnehmer:innen des Seminars finden die Unterlagen im Format pdf im für sie geschützten Bereich.

Themen

1tes Modul

  • Über Organisationen | Wie Organisationen unser Handeln prägen
  • Über Menschen | Milieus und ihre Bezüge zur Nachhaltigkeit

2tes Modul

  • Über Nachhaltigkeit | Was ist Nachhaltigkeit und was ist sie nicht
  • Nachhaltige Ziele | Ziele beschreiben die angestrebte Zukunft

3tes Modul

  • Nachhaltigkeit messen | qualitative und qualitative Faktoren bestimmen
  • Über Nachhaltigkeit berichten | Transparenz und Nachvollziehbarkeit

4tes Modul

  • Nachhaltig kommunizieren | Eine neue kommunikative Vereinbarung
  • Nachhaltige Nutzen | Wie Nachhaltigkeit die Welt konkret besser macht

Verband deutscher Musikschulen Landesverband Hessen e.V. | Nachhaltige Musikschulen gestalten die Zukunft

Im Rahmen der Herbsttagung der Mitglieder des VdM Hessen am 14. November 2024 in der Landesmusikakademie Hessen, Schloss Hallenburg in Schlitz arbeiten wir im Rahmen eines einführenden Vortrags und einem Workshop am Konzept der nachhaltig agierenden Musikschule.

Musikschulen sind kulturelle Bildungsorte des Mitmachens und des Mitgestaltens. Musikschulen sind soziokulturelle Einrichtungen – sie organisieren sich selbst, sie sind integrativ, sie sind kommunikativ und sie handeln partizipativ. Sind Musikschulen damit bereits nachhaltig? Ja und Nein.

Musikschulen gestalten die Lebenswirklichkeit vor Ort mit – politisch und gesellschaftlich. Musikschulen arbeiten mit scharfen Sinnen und einem reflektierten Selbstbild auf der Grundlage von Fakten und beweisbaren Argumenten. Ein Nachhaltigkeitskodex unterstützt Musikschulen dabei, er enthält qualitative und quantitative Daten über die Wirkung der Musikschule in die Gesellschaft hinein.

Warum nachhaltiges Handeln erfolgreich sein wird: Viele Menschen wollen ihre Lebenswirklichkeit aktiv mitgestalten. Für weit über 50% der Bevölkerung in Deutschland ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium für Lebensqualität. Nachhaltige Institutionen ergeben Sinn und sind vielfältig sinnlich erfahrbar. Nachhaltige Institutionen gestalten die Zukunft – durchdacht, demokratisch, partizipativ und aktiv.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Über Organisationen | Wie Organisationen unser Handeln prägen
  • Über Menschen | Milieus und ihre Bezüge zur Nachhaltigkeit
  • Über Nachhaltigkeit | Was ist Nachhaltigkeit und was ist sie nicht
  • Nachhaltige Ziele | Ziele beschreiben die angestrebte Zukunft
  • Nachhaltigkeit messen | qualitative und qualitative Faktoren bestimmen
  • Über Nachhaltigkeit berichten | Transparenz und Nachvollziehbarkeit
  • Nachhaltig kommunizieren | Eine neue kommunikative Vereinbarung
  • Nachhaltige Nutzen | Wie Nachhaltigkeit die Welt konkret besser macht

EYRICH-HALBIG HOLZBAU GmbH | Marketing, Vertrieb und Kommunikation 2024

Im Jahr 2024 führen wir unsere umfassende Beratung und Betreuung zu den Themen Kundenzufriedenheit, Markenführung, Markenkommunikation und Nachhaltigkeit für EYRICH-HALBIG fort.

Die Schwerpunkte unsere Arbeit 2024: Zielgruppenspezifische Differenzierung der Websites, Zweite Entsprechenserklärung für den Nachhaltigkeitsbericht nach DNK, Projektdokumentationen in den Segmenten Privatkunden und Objektbau.

Die Ziele: Steigerung der Bekanntheit als Anbieter erstklassiger Bauten aus Holz für Privatkunden und im Objektbau. Ausbau der Bekanntheit für Energielösungen. Festigung des Images als nachhaltig wirtschaftender Betrieb.

Wir beraten und betreuen EYRICH-HALBIG seit 2015.

BWHM | Akkreditierte Berater

Sie führen einen Handwerksbetrieb in Baden-Württemberg und wollen Ihren Betrieb weiterentwickeln? Sie wollen Ihre Strategie neu ausrichten, Ihr Marketing auf die Höhe der Zeit bringen oder mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell ganz vorne dabei sein?

Sie wollen Fördermittel für eine unabhängige Unternehmensberatung nutzen und gleichzeitig sicher sein, in guten Händen zu sein? Dann sind Sie hier richtig!

Wir sind als Berater bei der BWHM – Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand – akkreditiert. Worauf Sie sich verlassen können: Attraktive Förderkonditionen, professionelles Management und eine gute Zusammenarbeit, die Ihrem Betrieb wirklich hilft.

Rufen Sie uns gerne an oder senden Sie uns Ihre Nachricht mit Ihrem Anliegen. https://www.thessenvitz-unternehmensberatung.de/kontakt-thessenvitz-unternehmensberatung/

Ihre Anja & Stefan Theßenvitz

aufbrechen2024

Wir freuen uns sehr, dass unser Motto in unseren Neujahrsgrüßen für das Jahr 2024 so viele Menschen inspiriert hat, dieses für ihre Arbeit zu übernehmen und wir verbinden mit dieser Freude den Wunsch, gemeinsam an einem guten neuen Jahr zu arbeiten. Anbei der Text unserer Neujahrsgrüße aus unserer Karte:

Blicken wir auf die ausgesprochen guten Eigenschaften der Spezies Mensch, über die diese zweifelsohne reichlich verfügt. Der Mensch ist insbesondere außerordentlich neugierig und erfinderisch, er ist sehr solidarisch, er lebt gerne in Gemeinschaften, er betreibt intensive Brutpflege, er kommuniziert gerne, er kann in Windeseile durch Nachahmen lernen und seine Fähigkeiten aus sich selbst heraus und durch Kombination bestehender Lösungen verbessern. Er hat Geistesblitze, die ihm das Neue als konkrete Idee vor sein Angesicht führen und er kann diese Ideen realisieren. Er kann anderen Menschen diese Idee nahebringen und sie dafür begeistern, die neue Idee in die Welt zu bringen. Menschen können ihre Kräfte bündeln und gemeinsam wirklich Großes bewirken

Der Mensch kann sich zurückziehen und sich einem inneren Antrieb folgend lange Zeit sehr stark auf neu zu findende Antworten konzentrieren, er verfügt über eine hohe Frustrationstoleranz und einen starken Willen, er kann Fragen stellen und Zusammenhänge erkennen, die kein Mensch vorher wahrgenommen hat und plötzlich ist allen Menschen alles augenscheinlich klar.

Der Mensch kann durch Beobachtung begreifen, er ist erkenntnisfähig, er kann staunen und kritisch hinterfragen, er kann aus Fehlern lernen. Der Mensch kann sein Wissen dokumentieren, speichern und weitergeben. Der Mensch kann komplexe Aufgabenstellungen begreifen und ins Offene denken – und #aufbrechen2024.

Auszug aus dem Buch: Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Der Markt ist das Sinnzentrum jedes Unternehmens

Tragfähige Unternehmenskonzepte

Kluge Unternehmen definieren ihre attraktive Positionierung in attraktiven Märkten. Dafür betreiben wir fundierte Marktforschung in den avisierten Vertriebsgebieten, mit Zielgruppen und Milieus und im Wettbewerb. Wir analysieren systematisch Megatrends und identifizieren anhand dieser Chancen und Risiken für die Gegenwart. Daraus resultieren Handlungsoptionen für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Marktorientierte Unternehmensführung

Der Markt ist das Sinnzentrum jedes Unternehmens, aus ihm schöpft es seine Daseinsberechtigung. Jedes gute Unternehmen ist konsequent auf den Markt hin ausgerichtet. Wir nutzen ein stringentes Zielsystem und Strategiesystem für Ihre marktorientierte Unternehmensführung. Sie investieren Ihre Ressourcen reibungsarm in Wirksamkeit – von den großen Zielen bis zu jeder einzelnen Maßnahme.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Konkrete Handlungsempfehlungen für die Gegenwart

Innerhalb konkreter Aufgabenstellungen beschreiben wir mit unserer Szenariotechnik zukünftige Wirklichkeiten. Wir liefern konkrete Handlungsempfehlungen für die Gegenwart, um die Zukunft von Unternehmen selbstbestimmt zu gestalten.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Eine gute Marke ist ein Vertrauenskonzentrat

Glaubwürdige Markenbasis

Die Kunden definieren die Markenbasis. Gute Unternehmen begreifen ihre Markenbasis aus Sicht ihrer Kunden, zum Beispiel mit qualitativen Kundenbefragungen und Kundeninterviews. Mit unseren Arbeitsergebnissen kann Ihr Unternehmen die Stärken seiner Marken glaubhaft kommunizieren und die Schwächen seiner Marken gezielt beheben.

Marken sind Sehnsuchtsorte

Eine gute Marke ist ein Vertrauenskonzentrat, das dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtert, ihm Sicherheit gibt und den Gebrauchsnutzen weit über die Funktionsebene der Produkte und Dienstleistungen hinaus erhöht. Mit unseren Methoden der Markenentwicklung erwecken wir Markenimages zum Leben. Wir setzen Ihre Marken wertschöpfend in Szene.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Gute Markenkommunikation schafft Bindung und Begehren

Gute Markenkommunikation erzeugt Aufmerksamkeit, sie schafft Bindung und Begehren. Gute Markenkommunikation ist wiedererkennbar, sie inszeniert die Marke innerhalb der Stärken des jeweiligen Mediums – vom Flyer im Briefkasten über den Messestand bis zur Website und Social-Media-Kanälen, von der Fotoreportage bis zum Video. Unsere Markenkommunikation ist schlüssig, sie ist sauber komponiert und orchestriert, sie schafft eine emotionale Bindung, sie lädt zur Interaktion ein und sie fordert zur Handlung auf.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Wir öffnen die Tür zur Lebenswelt ihrer Kunden

Zielgruppen und Milieus erkennen und ansprechen

In dem Maße, wie Unternehmen die Lebenswelten ihrer Zielgruppen und Milieus kennen, können sie ihre Produkte und Dienstleistungen passgenau gestalten und ihre Zielgruppen und Milieus passgenau ansprechen. Je mehr Passung, desto höher die Wertschöpfung.

Menschen kaufen keine Produkte und Dienstleistungen, Menschen kaufen Nutzen. Menschen wollen mit der Bedarfsdeckung ihre Bedürfnisse befriedigen. Wir analysieren die Wünsche, Bedürfnisse und Motive Ihrer Zielgruppen und Milieus.

Kunden begeistern

Mit qualitativer Marktforschung in Form von Kundenbefragungen und Interviews analysieren wir die Wahrnehmung Ihres Unternehmens, Ihrer Marken und Leistungen aus Kundensicht. Mit unserer Arbeit öffnen wir die Tür zur Lebenswelt ihrer Kunden. Im Ergebnis gestalten Sie Ihre Kundenbeziehungen auf der Grundlage wechselseitiger Begeisterung.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Die Grundlagen für wertschöpfende Investitionen

Zielgruppen und Milieus

Unsere Zielgruppen- und Milieuanalysen für Vertriebsgebiete, Einzugsgebiete, Zielgebiete, Länder und Regionen geben Ihnen klare Antworten für die differenzierte soziodemografische und psychografische Verfasstheit der Menschen im Zielgebiet.

Umfeld

Im Rahmen der Umfeldforschung analysieren wir die wirtschaftliche Kraft in definierten Untersuchungsgebieten: Marktsituation und öffentliche Infrastruktur, Wettbewerbsumfeld und Zukunftsaussichten. Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.

Strukturen

Unsere Strukturanalysen bilden die Grundlage für faktenbasierte Diskussionen, nachvollziehbare Entscheidungen, sinnvolle Interventionen und wertschöpfende Investitionen – für qualitativen und quantitativen Fortschritt.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

 

Der klare Blick nach außen, um mögliche Zukünfte zu erkennen

Zukünfte erkennen beginnt immer damit, die Gegenwart zu verstehen und zu lernen, wie daraus Entwicklungsdynamiken entstehen. Der klare Blick nach außen gelingt durch eine valide Trendforschung und Zukunftsforschung. Die Ergebnisse unserer Forschungsarbeit liefern gute Erkenntnisse für mögliche Zukünfte.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

Fundierte Vorlagen für strategische Entscheidungen

Unsere Gutachten liefern fundierte Vorlagen für strategische Entscheidungen bei komplexen Aufgabenstellungen in vielschichtigen Zusammenhängen unter Beteiligung heterogener Anspruchsgruppen. Unsere Gutachten dienen als Vorlagen für Gesetze und Beschlüsse.

In unseren Referenzen finden Sie unsere Auftraggeber in alphabetischer Reihenfolge und die jeweiligen Aufgabenstellungen an uns.

Referenzen von A bis Z

 

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag

Zwei Jahre Datenerhebung, Quellenarbeit und Vorüberlegungen. Ein Jahr Feldforschung und Arbeiten im Feld. 120 Tage Niederschrift. 472 Seiten Manuskript. Am 1. März 2023 an den wissenschaftlichen Springer-Verlag übergeben. Ab sofort im Einsatz für meine Arbeit mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen.

Für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Kommunen

Dieses Buch dient Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen als Hilfestellung auf ihrem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens. Der Schwerpunkt liegt in der ökonomischen Betrachtung der unternehmerischen Wirklichkeit, denn sie entscheidet über den Fortbestand der Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen als wirkmächtige Orte für Wertschöpfung, Wirksamkeit, Wertschätzung und Wohlfahrt. Dieses Buch ist ein Mutmachbuch. Es nimmt Sie mit auf die Reise, Nachhaltigkeit als Möglichkeit zu erfassen, unsere Art und Weise zu wirtschaften neu zu denken und neu zu handeln.

Der verlässliche Weg für nachhaltiges Wirtschaften

Die Inhalte dieses Buches beziehen sich auf international anerkannte Vereinbarungen und Standards – die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, das GRI Kennzahlensystem und das DNK Managementsystem. Damit ist es jedem Unternehmen möglich, einen verlässlichen Weg für nachhaltiges Wirtschaften zu gehen, der viele Jahrzehnte von Bestand sein wird. Es ist unerheblich, nach welchen Standards sich ein Unternehmen, eine öffentliche Einrichtung und eine Kommunen zertifizieren lässt, nach EFQM, ISO, EMAS oder den Umweltpakten der Bundesländer. Mit dem Bezug auf die 17 Ziele, die GRI und den DNK liegt das Unternehmen, die öffentliche Einrichtungen und Kommunen auf dem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens garantiert richtig.

Nachhaltigkeit ist machbar

Vorliegendes Buch enthält konkrete Arbeitsschritte, um das nachhaltige Wirtschaften im eigenen Unternehmen, in der öffentlichen Einrichtung und in der Kommune zu implementieren. Die Inhalte berücksichtigen die individuellen Lebenswirklichkeiten und Bedingungslagen vor Ort und lösen die Komplexität des Themas in fassbare Arbeitspakete auf. Das Buch zeigt praxiserprobte Wege auf, es beschreibt Methoden für das nachhaltige Wirtschaften, es bietet Hintergrundinformationen, Vorlagen, Arbeitsbögen und bezieht ein Fallbeispiel mit ein. Damit wird es für jedes Unternehmen, jede öffentliche Einrichtung und jede Kommune möglich, seinen und ihren individuellen, machbaren Zugang zum nachhaltigen Wirtschaften zu finden.

Das Buch wird am 1. März 2024 gedruckt und als E-Book vorliegen und im Buchhandel erhältlich sein. Das Wissen ist ab sofort verfügbar.

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Grußwort des Autors

Geneigte Leserin, Geneigter Leser, Der Anfang dieses Buches liegt im Herbst 2022. Dieses Buch ist angelegt als Folgeband zu Nachhaltig wirtschaften im 21. Jahrhundert – Ein Aufruf zu ökonomisch klugem Handeln. In diesem jetzt vorliegenden Buch geht es um konkrete Ziele, effektive Strategien und effiziente Maßnahmen für nachhaltiges Handeln in Unternehmen. Es geht um Wertschöpfung, Wirksamkeit, Wertschätzung und Wohlfahrt in Unternehmen. Natürlich ist das Handeln jedes Unternehmens eingebettet in das große Ganze, deshalb reichen manche Gedanken über die unternehmerische Perspektive hinaus, beziehen das große Ganze mit ein und beziehen sich darauf.

Dieses Buch richtet sich an Menschen der Tat, es richtet sich an Führungskräfte, an Manager:innen. Es richtet sich an Menschen, die etwas unternehmen, es richtet sich an Unternehmer:innen. Es richtet sich an Menschen, die in Verantwortung stehen: in Unternehmen, Institutionen und Initiativen  – privatwirtschaftlich, kommunal oder staatlich organisiert. Dieses Buch richtet sich an Menschen, die der Kraft des Optimismus vertrauen und diese Welt besser gestalten wollen. https://link.springer.com/content/pdf/bfm:978-3-658-42458-9/1?pdf=chapter%20toc

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Das System ermöglicht die Ausbeutung

Zur Klarstellung: Es gibt in diesem System nicht die Bösen, die Unternehmen agieren korrekt innerhalb der gesetzlichen Regelungen. Das System ermöglicht die Ausbeutung, sie ist Teil der kulturellen Vereinbarung. Ein zentrales Thema der Documenta fifteen im Jahr 2022 war die Dokumentation der Lebensverhältnisse im globalen Süden. Das Künstler:innenkollektiv ruangrupa aus Jakarta, Indonesien kuratierte die Weltkunstschau. Ruangrupa setzte das Wort lumbung in die Mitte ihrer Weltbetrachtung als Sehnsuchtsort für eine mögliche bessere Welt. Lumbung beschreibt den Umgang miteinander am Bild einer gemeinschaftlich genutzten Reisscheune. Dorthin liefert jede Bauernfamilie die Überschüsse ihrer Jahresernte. Aus der Lumbung entnimmt jeder innerhalb der Dorfgemeinschaft, was ihm zum Überleben fehlt. Dieser Grundgedanke einer neu verhandelten Ökonomie bezieht sich auf das Leben in der Gemeinschaft und die Verteilung wichtiger Güter. Das Künster:innenkollektiv Britto Arts Trust aus Dhaka, Bangladesch zeigte die Folgen der globalisierten Agrarpolitik für die Ernährung, die Dorfgemeinschaften und die Umwelt. https://link.springer.com/content/pdf/bfm:978-3-658-42458-9/1?pdf=chapter%20toc

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Einführung in das Praxisbuch

Sie können das Buch auf drei Arten lesen: Sie können es ganz pragmatisch nutzen und anhand des Inhaltsverzeichnisses dort aufschlagen, wo Sie gerne einsteigen möchten. Sie können es von Anfang bis Ende lesen und Sie können über den Text hinaus den Links in den Fußnoten folgen, dort finden Sie eine Fülle weiterführender und vertiefender Informationen, auf die im Buch inhaltlichen Bezug zu nehmen zu viel des Guten wäre. Vorliegendes Buch ist ein Praxisbuch und soll Ihnen helfen, Ihren individuellen unternehmerischen Zugang und Einstieg in das Thema Nachhaltig Wirtschaften zu finden und diesen Weg mit anständigem Rüstzeug versehen sicher und gerne zu gehen. https://link.springer.com/content/pdf/bfm:978-3-658-42458-9/1?pdf=chapter%20toc

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Der verlässliche Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Die Inhalte dieses Buches beziehen sich auf international anerkannte Vereinbarungen und Standards – die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, das GRI-Kennzahlensystem und das DNK-Berichtssystem. Damit ist es jedem Unternehmen möglich, einen verlässlichen Weg für nachhaltiges Wirtschaften zu gehen, der viele Jahrzehnte von Bestand sein wird. Es ist unerheblich, nach welchen Standards sich ein Unternehmen zertifizieren lässt, nach EFQM, ISO, EMAS oder den Umweltpakten der Bundesländer. Mit dem Bezug auf die 17 Ziele, die GRI und den DNK liegt das Unternehmen auf dem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens garantiert richtig. https://link.springer.com/content/pdf/bfm:978-3-658-42458-9/1?pdf=chapter%20toc

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Mut zur Nachhaltigkeit

Dieses Buch dient Unternehmen als Hilfestellung auf ihrem Weg des nachhaltigen Wirtschaftens. Der Schwerpunkt liegt in der ökonomischen Betrachtung der unternehmerischen Wirklichkeit, denn sie entscheidet über den Fortbestand der Unternehmen als wirkmächtige Orte für Wertschöpfung, Wirksamkeit, Wertschätzung und Wohlfahrt. Gleichwohl finden alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – die Ökonomie, die Ökologie und das Soziale auch auf unternehmerischer Ebene statt. Nur im guten Zusammenspiel dieses Dreiklangs leisten Unternehmen ihren Beitrag für eine gute Zukunft. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_1

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Nachhaltigkeit ist eine kulturelle Vereinbarung

Seien Sie versichert, Sie können über das nachhaltige Wirtschaften intellektuell differenziert und wissenschaftlich fundiert nachdenken, Sie können Ihre schlüssigen Erkenntnisse zur Diskussion stellen und robuste Argumentationsketten entwickeln, Sie können für Ihre Anliegen auf Konferenzen unter Beteiligung sehr vieler Menschen Mehrheiten gewinnen wollen und Resolutionen verabschieden, Sie können klare Ziele verhandeln und Transparenz in der Umsetzung fordern, Sie können weiterhin Beispiele für die Ausbeutung der Erde sammeln, Umweltschäden bilanzieren und kommende Klimakrisen prognostizieren, Sie können den Nachweis führen, dass unser jetziges Wirtschaftssystem auf kurzfristige ökonomische Optima angelegt ist ohne Hinzunahme der sozialen und ökologischen Kosten – all das werden Sie in diesem Buch nicht finden, denn es nützt nichts, es bringt uns nicht weiter. Ab und an werde ich rein illustrativ ein paar Beispiele aus der Welt unseres aktuellen Wirtschaftssystems einflechten ohne Anspruch auf Vollständigkeit. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_2

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Nachhaltigkeit ist kein Naturprinzip

Die Natur – Flora und Fauna – folgt keinen Prinzipien der Nachhaltigkeit. Flora und Fauna bescheiden sich nicht, sie expandieren wo und wie immer möglich und sie finden ihre Begrenzung ausschließlich in den Umweltbedingungen. Ändern sich die Umweltbedingungen, dann ändern sich die Expansionsmöglichkeiten. Der Mensch als Teil der Fauna ist genauso gestrickt. Er expandiert wo und wie immer möglich. Der Mensch muss kognitiv lösen, was ihm nicht in den Genen liegt. Nachhaltigkeit liegt nicht in der Natur des Menschen. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_3

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Nachhaltiges Wirtschaften bietet Chancen und Vorteile

Im Abwägen von Alternativen, im Handeln innerhalb des Möglichen, durch die Vorstellung und Formulierung des Besseren und Wünschenswerten findet der Mensch herausragende Lösungen, zum Beispiel die Demokratie, die Gewaltenteilung und die Menschenrechte, die Waschmaschine, die Fußbodenheizung, die Lokalanästhesie und den Herzschrittmacher. Genauso verhält es sich mit dem Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens. Welche Vorteile generiert nachhaltiges Wirtschaften? Welche Chancen ergeben sich daraus? Was wird damit gelöst und dauerhaft besser? Nachhaltiges Wirtschaften muss ein Sehnsuchtsort sein, der ins Offene weist. Er muss den Menschen Gestaltungsmöglichkeiten bieten, ihre Fantasie anregen und Vorteile und Chancen eröffnen. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_4

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Nachhaltiges Handeln ergibt Sinn

Was zählt ist beweisbare Nachhaltigkeit in Analysen, Daten, Fakten und Zahlen. Viele Menschen wollen Produkte von Unternehmen kaufen, die glaubwürdig besser sind. Mehr Nachhaltigkeit ist beweisbar die klügere Unternehmensstrategie für bessere Produkte, begeisterte Kunden, engagierte Mitarbeiter:innen und weniger Ressourcenverbrauch. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_5

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Die Rahmenhandlung des Buches

Die Rahmenhandlung beginnt mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, den 17 SDG – Sustainable Development Goals. Sie bilden den Kern des Weltzukunftsvertrages, der bis ins Jahr 2030 reicht. Die 17 Ziele umschließen alle weiteren Dimensionen, von den 17 Zielen geht alles aus und alles bezieht sich auf diese. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_6

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | 17 Ziele für Nachhaltigkeit – der Weltzukunftsvertrag

Die Geschichte des im Jahr 2015 von 193 Nationen verabschiedeten Weltzukunftsvertrages für das konzertierte Handeln für nachhaltige Entwicklung bis ins Jahr 2030 – der Agenda 2030 – reicht weit zurück. Gestatten Sie einen kurzen Rückblick auf die Genese dieser weltweiten Bewegung nicht beginnend bei Adam und Eva und deren Vertreibung aus dem Paradies. Blicken wir auf das Paradies, die Blue Marble. Sie erschien den Astronauten der Apollo 17 Mission Eugene Cernan, Ron Evans und Harrison „Jack“ Schmitt in der Nacht des 7. Dezember 1972 auf ihrem Flug zum Mond. Überliefert ist der Satz von Eugene Cernan: „Wir brachen auf, um den Mond zu erkunden, aber tatsächlich entdeckten wir die Erde.“ Das Bild der Vollerde mit Blick auf Afrika und den indischen Ozean war das erste Abbild der Erde, in dem der Mensch seine Welt von außen sah. Die Wirkung des Bildes war gewaltig. Die Blue Marble wurde zum Symbol der in den 1970er-Jahren entstehenden Bewegungen für Naturschutz und Umweltschutz. Das Bild versinnbildlichte die Verletzbarkeit und Einzigartigkeit des Erdplaneten. Das Bild wurde zum Symbol einer neuen Haltung zur Welt. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_7

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | GRI-Kennzahlensystem

Entscheidend ist ein für Ihr Unternehmen praktikabler Umgang mit den Indikatoren der GRI. Für Ihre unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategie ist es unerheblich, ob Sie nach dem GRI-Standard arbeiten oder innerhalb diesem berichten. Entscheidend ist, mit Indikatoren zu arbeiten, die Ihnen einen umfassenden Blick auf Ihr Unternehmen geben, international anerkannten Standards entsprechen und gleichermaßen praktikabel einsetzbar sind. Hier leisten die GRI-Indikatoren erstklassige Dienste. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_8

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | DNK-Berichtssystem

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) bezieht sich explizit auf die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und auf die GRI und formt daraus einen Managementansatz. Der DNK verbindet die Unternehmensstrategie, die Bestandsaufnahme und das prozessorientierte Lernen miteinander. Er bezieht die Führung und das Management auf die operative unternehmerische Ebene und die Nachhaltigkeit mit ein. Der DNK ist für erfahrene Nutzer relativ einfach handhabbar. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_9

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Handlungsebenen für nachhaltiges Wirtschaften

Die Handlungsebenen für nachhaltiges Wirtschaften folgen den Prinzipien der klassischen Unternehmenssteuerung. Durch die Hinzunahme der Dimension der Nachhaltigkeit ändert sich an diesen Prinzipien nichts. Unternehmerisch betrachtet ist Nachhaltigkeit ein Bestandteil der Mehrwertstrategie. Nachhaltigkeit schafft neue Nutzenebenen für die Verbraucher:innen. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_10

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Ökonomische Zusammenhänge und Wechselwirkungen

Unternehmen sind meist über viele Jahre gewachsene Organisationen, die aus einer Verstetigung von Beziehungen und Prozessen ihre jetzige Form gefunden haben, die meist unhinterfragt so lange weiter in bewährter Manier gemanagt werden, wie die Wertschöpfung funktioniert. Das ist insofern fatal, weil die etablierte Betrachtungsweise ihre Begründung gerade in den etablierten Beziehungen und Prozessen findet. Wie soll sich da das Neue durchsetzen? Wie soll das Neue den Beweis antreten, wenn die Erfahrung damit fehlt? In diesem Kapitel betrachten wir die ökonomischen Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Denn nachhaltig wirtschaften ist ein radikal neuer Ansatz, Wertschöpfung in Unternehmen neu zu denken, neu zu organisieren und neu ins Werk zu setzen. Nachhaltiges Wirtschaften birgt große Chancen, doch um diese zu erkennen, brauchen wir einen neuen Blick auf Zusammenhänge und Wechselwirkungen. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_11

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Das nachhaltige Unternehmenskonzept

Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit einem Unternehmen ist immer ein Konzept des beständigen Wandels, des Lernens und der Veränderung. Nachhaltigkeit ist auch ein Konzept des Ausgleichs und der richtigen Priorisierung. Nachhaltigkeit beinhaltet die soziale, ökologische und ökonomische Dimension und ein gedeihliches Miteinander dieser. Aus unternehmerischer Sicht steht die ökonomische Dimension im Zentrum des Konzepts, denn ein Unternehmen ist ein Wirtschaftsbetrieb, der dauerhaft einen Mehrwert schaffen muss, um lebensfähig zu bleiben und seinen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Aus dieser Betrachtung entsteht kein Widerspruch. Ökonomie, Ökologie und Soziales befinden sich nicht im natürlichen Widerstreit miteinander, sie sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen und müssen gut zusammenwirken, damit alles gut gedeihen kann. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_12

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Nachhaltige Kommunikation

Wie kann es gelingen, dass die Werbung für nachhaltige Waren und Dienstleistungen das Bewusstsein der Menschen erreicht, ihnen gefällt und einen Handlungsimpuls auslöst – vom wohlgefälligen Betrachten bis hin zum Kauf? Darum geht es im vorletzten Kapitel des Buches. Im engeren Sinne hat Kommunikation nichts mit nachhaltigem Wirtschaften zu tun, ich halte es dennoch für wichtig, für die geneigte Leserin und den geneigten Leser diesen Aspekt tiefer gehend zu beleuchten. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_13

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Epilog

Es ist unmöglich, rund um das Thema Nachhaltigkeit alles zu wissen, vorherzusehen und mitzudenken – vom großen Ganzen auf jedes Stöckchen hopsen und wieder zurück, um daraus ein feingewirktes Netz voller Erkenntnisse zu knüpfen, dass alle Menschen freudig und angstfrei als das Neue begrüßen und das alle Probleme auf ewig löst. Daran gemessen muss auch dieses Buch scheitern, es bietet nicht auf alle Fragen eine Antwort, es hat nicht alle möglichen Konsequenzen und Folgen mitgedacht, es geht nicht jeder Verknüpfung nach und vor allem, es verspricht nicht, dass es leichter wird. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-42458-9_14

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Worum es in dem Buch geht

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Worum es in dem Buch geht:

  • Konkrete Handlungsempfehlungen im Rahmen der 17 SDG-Ziele für Unternehmen
  • Praxis- und prozessorientierte Umsetzungsschritte für nachhaltiges Wirtschaften
  • Gute Antworten auf die Leitfrage: Wie kann ich als Unternehmer die Welt besser machen?

Dieses Praxisbuch ermöglicht jedem Unternehmen, einen individuellen, machbaren Zugang zum nachhaltigen Wirtschaften zu finden. Das Konzept bezieht sich auf die individuelle Lebenswirklichkeit und Bedingungslage vor Ort und löst die Komplexität des Themas in fassbare Arbeitspakete mit konkreten Arbeitsschritten auf, unterstützt von Vorlagen und Arbeitsbögen. Theßenvitz entwirft ein prozessorientiertes, integratives Managementsystem, das alle Aspekte der nachhaltigen Unternehmensführung umfasst – Ökonomie, Ökologie und Soziales – unter Bezug auf international anerkannte Vereinbarungen, Ziele und Standards (SDG, GRI, DNK).

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Was ist mein Beitrag, dass es der Welt besser geht?

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein guter Weg, unsere Welt besser zu gestalten. Jede Organisation, jeder Mensch in Verantwortung kann hierzu einen wirkmächtigen Beitrag leisten. Meine Leitfrage in jedem Projekt ist: Was ist mein Beitrag, dass es der Welt besser geht? In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre und dann gehen wir frisch ans Werk.

Mit herzlichem Gruß, Ihr

Stefan Theßenvitz

Exzerpt aus `Nachhaltig wirtschaften in der Praxis | Empfehlungen, Arbeitsschritte und Best-Practice-Lösungen für den Betriebsalltag´. Als E-Book und Print bei Springer erhältlich (und natürlich im gut sortierten Buchhandel – online und vor Ort): https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42458-9

Volkshochschulen Kitzingen & Ochsenfurt | Qualitative Kundenbefragung

Die Volkshochschulen Kitzingen & Ochsenfurt führen in der Region südlicher Main über 650 Veranstaltungen pro Jahr mit rund 7.000 Teilnehmern durch. Die Volkshochschulen sind Mitglied im bvv – Bayerischen Volkshochschulverband und erfüllen die Anforderungen des Bayerischen Erwachsenenbildungsförderungsgesetzes. Sie tragen die EFQM-Anerkennung für Excellence (Validated by EFQM 2022).

Im Zusammenhang mit der Qualitätsstrategie der Volkshochschulen Kitzingen & Ochsenfurt führen wir im Herbst 2023 qualitative Befragungen mit ausgewählten Teilnehmern in Bezug zu deren Zufriedenheit mit den Leistungen der Volkshochschulen durch – bestehend aus Untersuchungsdesign, Evaluation, Analyse und Präsentation.

KOMU – Konferenz der österreichischen Musikschulwerke | Keynote

Im Rahmen des 5. Österreichischer Kongresses für Musikschulleiter:innen in Feldkirch mit dem Motto „Musikschule im Wandel – austauschen, analysieren, gestalten“ beleuchten wir am 16. November 2023 im Rahmen des Eröffnungsvortrags die Megatrends und deren Bedeutung für die Arbeit der Musikschulen in Österreich und Südtirol.

Unser Trendradar erfasst systematisch die Megatrends in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Politik, Gesellschaft, Kultur und Konsum und deren wirkmächtigste Treiber – die Digitalisierung des Alltags, der Klimawandel, plötzlich auftretende Krisen (Corona, Ukraine, Energie), die wachsende Wohlstandspolarisierung, die anhaltende Migration, Populismus und Fake-Universen.

Entscheidend ist es, die für die Musikschulen entscheidenden Megatrends und Treiber des Wandels zu identifizieren, um damit arbeiten zu können. Im ersten Schritt richtet sich unsere Wahrnehmung nach außen, diese Wahrnehmung wird reflektiert und daraus folgend in konkrete Handlungen übersetzt. Musikschulen, die mit Megatrends arbeiten, sind auf dem Weg, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten. Genau darum geht es: um die Gestaltungskraft von Musikschulen – mit ihren zur Verfügung stehenden Ressourcen (Musikalische Bildung, Wo:Manpower, Netzwerke) wirkungsvoll zu agieren.

Links zur KOMU und zum Kongress

Die Teilnehmer:innen am Vortrag Megatrends und deren Bedeutung für unsere Arbeit im Rahmen des fünften Österreichischen Kongresses für Musikschulleiter:innen finden die Folien zum Vortrag im Format pdf im für sie geschützten Bereich.